SOMMERSYNODE IN HEIDEN
Mit deutlichem Vorsprung: Martina Tapernoux wird neue Kirchenratspräsidentin der Evangelisch-reformierten Landeskirche AR/AI

Martina Tapernoux-Tanner übernimmt im nächsten Jahr das Kirchenratspräsidium der Evangelisch-reformierten Landeskirche AR/AI von Koni Bruderer. Die Jahresrechnung 2020 schliesst mit einem Einnahmenüberschuss von rund 145'000 Franken ab.

Karin Steffen
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Pfarrerin Martina Tapernoux-Tanner gibt ihrer Freude zur Wahl als neue Kirchenratspräsidentin Ausdruck, zollt der neuen Aufgabe jedoch auch Respekt. Ihr Herausforderer, Thomas Gugger (rechts), zeigt sich enttäuscht.

Pfarrerin Martina Tapernoux-Tanner gibt ihrer Freude zur Wahl als neue Kirchenratspräsidentin Ausdruck, zollt der neuen Aufgabe jedoch auch Respekt. Ihr Herausforderer, Thomas Gugger (rechts), zeigt sich enttäuscht.

Bild: Karin Steffen

An der Sommersynode im Kursaal Heiden am Montagmorgen gaben 39 der anwesenden 47 Synodalen Martina Tapernoux-Tanner ihre Stimme, als es um die Wahl des neuen Kirchenratspräsidenten der neuen Kirchenratspräsidentin ging. Tapernoux ist in Trogen wohnhaft und zu je einem Teilpensum Pfarrerin in Heiden und im Gehörlosenpfarramt St.Gallen tätig. Mit dieser Wahl folgten die Stimmberechtigten der Empfehlung des Pfarrkonvents, welcher den Leistungsausweis der 47-Jährigen, ihre Debatierfreudigkeit wie auch ihre Fähigkeit, bei konstruktiven und tragfähigen Lösungen Hand zu bieten, würdigte.

Ihr Herausforderer, Thomas Gugger aus Gais, hat bereits seit 2012 Einsitz im Kirchenrat. Ihm untersteht das Ressort Finanzen. Gugger zeigte sich enttäuscht, akzeptiert jedoch den demokratischen Entscheid. Er betonte, dass er seine Kompetenzen dem Kirchenrat weiterhin zur Verfügung stellen werde, ob als Finanzchef oder in einem anderen Amt werde sich nach der Konstituierung zeigen.

Bruderer vertritt neue Kirchenverfassung an Herbstsynode

Tapernoux wird für die Landeskirche AR/AI ebenfalls in der Synode der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS) Einsitz nehmen. Martina Tapernoux bezeichnete sich nach der Wahl als erleichtert, glücklich und dankbar. Jetzt gelte es, in das Amt hinein zu wachsen und Koni Bruderer «über die Schulter zu schauen und zu versuchen, in den laufenden Prozess der neuen Kirchenverfassung hineinzuwachsen». Da Tapernoux das Amt erst 2022 übernimmt, wird Bruderer das Geschäft an der 1. Lesung an der Herbstsynode vertreten. Tapernoux wird es dann jedoch, voraussichtlich 2022, zur Volksabstimmung bringen.

Vakanzen im Synodalbüro besetzt

Nach den Rücktritten von Heidi Steffen-Kern, Herisau, und Pfarrer Dietmar Metzger, Gais, aus dem Büro der Synode wählten die Synodalen Pfarrerin Sigrun Holz, Speicher, und Esther Johnson, Gais, in das Gremium.

Coronabedingte Kosteneinsparungen

Die Rechnung 2020 schliesst mit einem Einnahmenüberschuss von rund 145'000 Franken ab, was einen Besserabschluss gegenüber dem Budget von rund 153'000 Franken bedeutet. Wie Kirchenrat Gugger ausführte, haben verschiedene grössere Kosteneinsparungen, beispielsweise bei Fort- und Weiterbildungsbeiträgen oder Sitzungsgeldern für Synode und Verfassungsrevision, ihre Ursache in der Coronapandemie.

Steuerertrag «immer noch stabil»

Die Anzahl der Kirchenmitglieder reduzierte sich in den letzten acht Jahren um rund 10 Prozent, obwohl die Wohnbevölkerung in Appenzell Innerrhoden um 3,5 Prozent und in Appenzell Ausserrhoden um 4 Prozent zugenommen hat. Der Steuerertrag fiel dann mit 1,35 Millionen Franken auch rund 23'000 Franken tiefer aus als budgetiert, jedoch immer noch rund 17'000 Franken höher als im Vorjahr. Gugger bezeichnete die Erträge der Landeskirchensteuer mit einem Anstieg von 7,2 Prozent seit 2012 dann auch als «immer noch stabil». Die Jahresrechnung 2020 wie auch den Finanzausgleich 2021 genehmigten die Synodalen diskussionslos. Dies, nachdem die letzte Revision des Finanzausgleichs von 2019 nun den gewünschten Effekt erzielte und sich die Einzahlungen der Gebergemeinden und die Auszahlungen an die Empfängergemeinden ungefähr die Waage halten.