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SOMMERSERIE: Appenzell – in Harmonie gespalten

Wappen sind ein Symbol der Gemeinsamkeit und des Bündnisses. Ihre Geschichten erzählen aber oft von Zeiten der Teilung und der Konflikte.
Samira Hörler

Samira Hörler

samira.hoerler@appenzellerzeitung.ch

Es vereint Menschen miteinander und ist ein Zeichen der Identi­fikation mit einem Land, einem Kanton, einer Gemeinde, ja, es verbindet selbst Familien über Generationen hinweg. Ein Wappen steht im Allgemeinen für Zu- und Zusammengehörigkeit. Heutzutage hat das Wappen als repräsentatives Motiv jedoch an Bedeutung verloren. Genau deshalb lohnt sich ein Blick zurück.

Ursprünglich bezeichnete der Begriff «Wappen» nicht, was wir uns heute darunter vorstellen. Keine Stofffahne mit bunten ­Farben und abgebildeten Tieren oder Gegenständen, sondern ein Abzeichen auf einem Schild. Selbst heute werden sie schild­förmig abgebildet. Erst während der Renaissance entwickelte sich die Bedeutung des Begriffes so, wie wir sie noch immer ver­stehen. Das Gleiche gilt für die beiden Wappen, welche repräsentativ für die Halbkantone ­Appenzell Inner- und Ausser­rhoden stehen. Auch sie symbolisieren Zusammengehörigkeit, sind schildförmig und weisen auf Geschichtliches hin, das es zu ­erforschen gilt.

Geschichtliches auffrischen

Diese Wappen verbinden und trennen gleichzeitig aufgrund ­feiner, aber wichtiger Unter­schiede. Um die Hintergründe der zwei unterschiedlichen Wappen aufzuklären, muss man die appenzellische Geschichte genauer betrachten oder sie sich ins Gedächtnis rufen. Im Gegensatz zu anderen Schweizer Kantonen wurde Appenzell erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts als «Appenzell das lant» genannt und tat somit seinen ersten Schritt in Richtung der Unab­hängigkeit. Vor den Bauern­revolten, welche unter dem Namen «Appenzeller Kriege» bis heute vermerkt sind, gehörte Appenzell noch zur Fürstabtei St. Gallen, gegen welche sich die Appen­zeller und die Stadt St. Gallen später stellten. Als 1401 die Appenzeller Kriege ihren Lauf nahmen, wandte sich das gesamte Land mehr und mehr von der St. Galler Fürstabtei ab und zur Schweizerischen Eidgenossenschaft hin. Appenzell trat jedoch nicht vollständig ein, sondern wurde erst ein sogenannter «zugewandter Ort», was von der Schweizerischen Eidgenossenschaft als «Domestikation der Appenzeller» bezeichnet wurde. Während des 15. Jahrhunderts bis ins frühe 16. Jahrhundert war es für die Appenzeller eine unruhige Zeit. Erst gegen deren Ende schlossen sie sich endgültig der Schweizerischen Eidgenossenschaft an. Sah es also zu dieser Zeit so aus, als ob sich die Lage beruhigt hatte, vollzog sich im Gegensatz dazu während des 16. Jahrhunderts die schleichende, aber unausweichliche Trennung des Landes bis hin zur Landes­teilung in die beiden Halbkantone Appenzell Inner- und Ausser­rhoden.

Folgenschwere Entwicklungen

Dies hatte schliesslich die unterschiedlichen Wappen zur Folge. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sich bei dem Wappen von Appenzell Ausserrhoden die Buchstaben «V» und «R» finden. Man muss beachten, dass das «V» sich zwar als solches präsentiert, aber nicht so gelesen wird. Eigentlich steht es für ein «U». Somit ist die Bedeutung der Buchstaben klar: «Ussere Roden». Dieser Zusatz wurde angefügt, als es aufgrund des sich reformierenden Ausserrhodens – im Gegensatz zu dem immer noch katholischen Innerrhoden – zur Landesteilung kam. Da die Ausserrhoder sich abspalteten, lag es an ihnen, das ursprüngliche Wappen umzugestalten. Der aufrecht gehende Bär von der St. Galler Abtei wurde bei beiden Wappen übernommen und blieb.

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