Solidarität

Im «Institut für Lebenstauglichkeit» meditierten wir den Mythos von Sisyphos und waren begeistert von den Konsequenzen, die Camus zog. «Wenn unser Sehnen und unser Wünschen auf andere Menschen trifft: das ist der Schritt zur Solidarität.» «Wir bestätigen uns gegenseitig in unserer Menschenwürde.

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Im «Institut für Lebenstauglichkeit» meditierten wir den Mythos von Sisyphos und waren begeistert von den Konsequenzen, die Camus zog. «Wenn unser Sehnen und unser Wünschen auf andere Menschen trifft: das ist der Schritt zur Solidarität.» «Wir bestätigen uns gegenseitig in unserer Menschenwürde. Und in unsere Recht auf Glück. Das prallt nicht mehr von der Mauer ab.» «Ja. Menschlichkeit, Mitmenschlichkeit.» «Sisyphos kämpft dann nicht mehr allein. Das sind Menschen in der Revolte.» «Ja, das wird dann ein allen Menschen gemeinsames Anliegen.» «Alle wollen ja irgendwie ein sinnvolles Leben. Ich auch.» «Es geht um das Recht auf ein menschenwürdiges Leben.» «Ich finde das mit der Kette spannend. Unsere Suche nach Sinn trifft dann auf andere Sinnsucher. Wir bekommen plötzlich eine Antwort, die wir uns nicht selbst gegeben haben. Wir werden verstanden.» «Ich sag das jetzt mal ein bisschen kompliziert, einfacher kann ich es nicht: <Im solidarischen Miteinander derjenigen, die gegen das Absurde verbündet sind, stellt sich ein neuer Sinn her. Und die neue Identität wird dadurch gewonnen, dass einer im anderen und über den anderen sich selbst findet.» «Stimmt. Das war kompliziert.» «Aber ich ahne, was du sagen willst.» «Wenn ich anerkenne, dass andere auch Sinnansprüche haben, sage ich<Ja> zu mir selbst. Und weil die anderen meine Sinnansprüche anerkennen, sagen auch sie <Ja> zu mir.» «Und umgekehrt natürlich auch.» «Klar.» «Aber so eine Kette ist doch auch gefährdet.» «Wo der Mensch wieder zum Feind des Menschen wird, bricht die Kette. Und damit tritt das Absurde in den Kreis ein. Und der Freiraum, den wir dem Absurden abgetrotzt haben, verpufft.» «Das darf nicht passieren.» «Sonst brechen Hass und Intoleranz wieder durch.» «Und mit dem Ende der Solidarität ist auch der Sinn des einzelnen Menschen zerstört.» «Und alles geht wieder von vorne los.» «Hört die Signale!» Lars Syring