Solidarische Landwirte gut auf Kurs

Die Genossenschaft für Ländliches Bauen (GLB) Neckertal-Toggenburg kann zwei Jahre nach dem Zusammenschluss auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Im Anschluss an die Versammlung wurden die Mitglieder über die 2013 in Kraft tretenden, neuen Tierschutzbestimmungen informiert.

Matthias Giger
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Wattwil. Urs Werder, Präsident der Genossenschaft für Ländliches Bauen (GLB) Neckertal-Toggenburg, hat sich keinen genauen Reim darauf machen können, weshalb so viele Genossenschafter zur 45. Generalversammlung einfanden. Der Saal im Restaurant Anker in Heiterswil war am Dienstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Der Präsident mutmasste, dass dies wohl am Referenten liegen müsse. Stephan Amsler stellte den Mitgliedern die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) kurz vor (siehe Stichwort). Die SAB sei eine Dachorganisation, der auch die Genossenschaft für Ländliches Bauen angehöre, so Stephan Amsler.

Auf erfolgreiches Jahr geblickt

GLB-Präsident Urs Werder informierte im Jahresbericht über das vergangene Jahr. Weiter setzte er die Genossenschafter darüber in Kenntnis, dass die Baugenossenschaft im letzten Jahr einen Alpstall, einen Hühnerstall, vier neue Häuser, einen Hausumbau, zehn Stall-Umbauten beziehungsweise -Neubauten, eine Zimmerei, eine Betonstrasse, einige Garagen und Verbundsteinplätze errichtet haben und weitere Arbeiten ausgeführt worden sind. Insgesamt seien vergangenes Jahr über 100 Baustellen auf das Konto der GLB gegangen.

Werner Näf, der administrative Geschäftsleiter, stellte die Jahresrechnung vor. Vergangenes Jahr resultierte ein Reingewinn von 66 800 Franken, der Umsatz konnte um 25 Prozent von 2,2 Millionen auf 2,7 Millionen Franken gesteigert werden. Das gute Geschäftsergebnis führte Werner Näf darauf zurück, dass im vergangenen Jahr keine grösseren Investitionen in Baumaschinen getätigt wurden. Die 101 Stimmberechtigten genehmigten die Jahresrechnung und das Budget einstimmig.

Nach der Generalversammlung informierte Roman Steiger, Leiter des Kontrolldienstes für tierfreundliche und umweltschonende Qualitätsproduktion (KUT), über die neuen Tierschutzbestimmungen, die ab dem 1. September 2013 in Kraft treten.

Neue Tierschutzbestimmungen

Diese haben auch direkte Auswirkungen auf die Beschaffenheit neuer Ställe und sind somit auch für die Baugenossenschaft von Interesse. Die neuen Tierschutzbestimmungen geben beispielsweise Mindestmasse für die Standplätze von Kühen in der Anbindehaltung vor. Kuhtrainer – das sind elektrische Bügel, die dafür sorgen, dass die Kuh in den Kotgraben abkotet – dürfen in Ställen, die nach dem 1. September 2013 gebaut werden, nicht mehr eingesetzt werden. Neu seien Ausnahmebewilligungen vorgesehen, sagte Roman Steiger in seinem Referat. Gesuche für eine Ausnahmebewilligung müssen bis zum 1. September 2011 beim kantonalen Veterinäramt eingereicht werden.

Die dafür massgebenden Kriterien sind das Alter des Betriebsleiters und die Nachfolgeregelung. Kein Kriterium sei, wenn man nach den Anpassungen weniger Tiere halten könne, so Steiger. «Für einen 40jährigen Landwirt, der einen zu kleinen Stall hat, stehen die Chancen auf eine Ausnahmebewilligung also nicht gut», führte Roman Steiger ein Beispiel an. Verschiedene Votanten ergriffen das Wort und stellten dem Experten Fragen zu Details rund um die neuen Tierschutzbestimmungen.

Nicht auf alle Fragen wusste Roman Steiger eine Antwort. Der Referent wies darauf hin, dass auf der Internetseite www.bauern-sg.ch unter Kontrolldienst KUT alle Masse und Bestimmungen im Detail zu finden sind.