Solidarisch zur Vollzugsmeldung

Der SC Herisau gehört auch 2010/11 der 1. Liga an. Er gewann 3:1 in Wetzikon und weist zwei Runden vor Schluss neun Punkte Abstand zum Tabellenende auf. Die Zürcher haben nun die schlechtesten Karten.

Lukas Pfiffner
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Herisauer Erleichterung nach dem Ertönen der Schlusssirene. (Bild: pf)

Herisauer Erleichterung nach dem Ertönen der Schlusssirene. (Bild: pf)

EISHOCKEY. Patrick Henry blieb hochkonzentriert. «Tief, tief! Nico, nein!», schrie Herisaus Trainer. 59 Minuten und 35 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt gespielt, Nicolo Stöhr hatte sich auf ein Dribbling an der blauen Linie eingelassen, statt die Scheibe der Bande entlang zu schiessen. Später, als die Anspannung der Erleichterung gewichen war, erklärte Henry: «Wir haben hier einmal nach 40:00 ein Tor erhalten und in Weinfelden nach 39:54. Es kann schnell etwas passieren.

» Es ging gut, auch dank einer konstanten Leistung von Goalie Mathis. Und in vielen Fällen konnte der Coach mit Stöhr zufrieden sein. Vor allem zeichnete der 2009/10 unregelmässig eingesetzte Stürmer nach 26 Minuten im Durcheinander per Einschieber für das «Gamewinning»-Goal verantwortlich, und zum dritten Tor durch Meier (56.) gab Stöhr den Pass.

Solidarisch und zweckmässig

Eine Bilanz des Grauens in den ersten Spielen der Abstiegsrunde (0:9 Punkte und 4:13 Tore in sieben Tagen) hatte schlimme Befürchtungen aufkommen lassen. Vorgestern spielte der SCH nicht auf dem Niveau der besten Saison-Leistungen, aber er trat solidarisch, diszipliniert und zweckmässig auf. «Wir starteten nervös, obwohl wir wussten: Wir können es aus eigener Kraft richten», meinte Henry. «Wir haben dann meist einfach und konsequent gespielt.

» Im Verlaufe der Partie sei das Selbstvertrauen zurückgekommen.

18 Sekunden im Powerplay

Dabei dürfte auch der Umstand eine Rolle gespielt haben, dass das zuletzt schwache Überzahlspiel rasch von Erfolg gekrönt war: 18 Sekunden dauerte die erste Strafe, bis Dolana ein Zuspiel Vlks zum 0:1 verwertete. Herisau musste zwar den raschen Ausgleich entgegennehmen, als Vesely auf einen Abpraller von Mathis schneller reagierte als Vlk (8.).

Aber die Gäste gerieten nie in Rückstand, konnten das Risiko minim halten und waren bei Breaks gefährlicher als Wetzikon. Herisau spielte mit fünf Verteidigern und drei Angriffslinien. Sandro Rutishauser und Dintheer kamen zu wenigen Einsätzen, Paces einziger Auftritt erfolgte kurz vor Spielmitte, als er eine Bankstrafe absass.

«Abstiegsfinale» am Samstag?

Wetzikon musste sich um zwei Punkte von Wil distanzieren lassen, das Weinfelden 5:1 besiegte. Den Zürcher Oberländern ist es erst ein Mal gelungen, nach einem Erfolg ein weiteres Spiel zu gewinnen. Die guten Aussichten, die sie nach dem 5:0 vom Dienstag besassen, sind weggewischt. Die Gastgeber verzeichneten nicht weniger Chancen und zeitweise mehr Anteile. Herisau hinterliess diesmal aber den geschlosseneren Eindruck.

Die letzten Spiele heissen Wil – Herisau und Weinfelden – Wetzikon unter der Woche sowie Herisau – Weinfelden und Wetzikon – Wil am Samstag.

Wetzikon – Herisau 1:3 (1:1, 0:1, 0:1) Eisstadion – 422 Zuschauer. – Sr. Meyer, Cavallaro/Spring. Tore: 6. Dolana (Vlk, Ausschluss Tschudy) 0:1. 8. Vesely (R. Müller, Saiani) 1:1. 26. Stöhr (Brem) 1:2. 56. Meier (Stöhr, Brem) 1:3. Wetzikon: Wandeler; Saiani, O. Brunner; Durisch, N. Brunner; Mettler, Holdener; R. Müller, S. Müller, Vesely; Muspach, Tschudy, Portmann; Bill, Berchtold, Reichart; Deubelbeiss. Herisau: Mathis; Forster, Homberger; P. Rutishauser, Wild; Brugger; Dolana, Kölliker, D. Müller; Hofer, Flotiront, Vlk; Stöhr, Meier, Brem; S. Rutishauser, Dintheer, Pace. Strafen: Wetzikon 4mal 2 Minuten, Herisau 6mal 2 Minuten. Bemerkungen: Herisau ohne Engler und Diener (verletzt).

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