Solarstrom für zehn Haushalte produzieren

Am Mittwoch wurden in Ebnat-Kappel auf dem Dach eines Schweinestalls 198 Solarmodule befestigt. Die Solaranlage soll im Idealfall Strom für rund zehn Haushalte herstellen, wobei die Leistung der Module von mehreren Faktoren abhängt. Die Befestigung der Module bringt einiges an Aufwand mit sich.

Timon Kobelt
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Hansjörg Dütschler Bauherr (Bild: Timon Kobelt)

Hansjörg Dütschler Bauherr (Bild: Timon Kobelt)

EBNAT-KAPPEL. Die Energiedebatte wird in der ganzen Schweiz geführt. Forderungen nach erneuerbaren Energien werden lauter. Im Toggenburg gibt es entsprechende Bemühungen, so setzt sich die Vereinigung Energietal Toggenburg für die Erreichung der 2000-Watt-Gesellschaft ein. Bauherr Hansjörg Dütschler aus Ennetbühl interessiert sich vor allem für Solarenergie. In Ennetbühl hat er für sein eigenes Haus bereits Solarmodule installiert. Nun widmet er sich einem etwas grösseren Projekt.

198 Module an einem Tag

Auf dem Dach eines Schweinestalls in Ebnat-Kappel wurden am Mittwoch 198 Solarmodule befestigt. Hansjörg Dütschler steht in einem Mietverhältnis mit dem Besitzer des Stalls, Hansruedi Tschumper. «Es ist wichtig, dass die Energie nicht dezentral produziert wird, sondern in diesem Fall vor Ort im Toggenburg» sagt Dütschler. Natürlich wolle er mit der Solaranlage eine rentable Investition tätigen. Aber die Förderung von erneuerbaren Energien liege ihm ebenfalls am Herzen. Zu diesem Zweck nahm er einigen Aufwand auf sich, um die Solarmodule auf dem Dach zu befestigen. Mit Hansruedi Tschumper und Rudolf Fässler von der Energiefabrik AG Ebnat-Kappel schraubte man alle Module an nur einem Tag fest. Die Energiefabrik hat das gesamte Material für die Anlage geliefert. Pro Modul gibt es vier Befestigungspunkte für die Schrauben. Also mussten die drei Männer die Module an rund 800 Befestigungspunkten an der Unterkonstruktion mit Schrauben versehen.

Die Intelligenz der Module

Im Idealfall beträgt die Leistung eines der Module rund 260 Watt. Im Jahr komme man mit dieser Leistung auf rund 47 900 Kilowattstunden Energie, so Dütschler. «Allerdings muss man mit diesen Werten vorsichtig sein. Sie sind nur theoretisch. Wie viel Energie tatsächlich produziert werden kann, hängt von der Anzahl Sonnenstunden, von Schattenverhältnissen und von den Jahreszeiten allgemein ab», sagt der Bauherr. Dennoch wolle man am Ende Strom für rund zehn Haushalte generieren.

Die Module können kommunizieren, Dütschler spricht auch von der Intelligenz der Module. «Die Module sind alle miteinander verbunden. Über Wireless werden alle 20 Minuten Daten an einen externen Server gesendet», sagt er. Anschliessend könne man exakte Auswertungen vornehmen. «Man sieht genau, mit welcher Leistung jedes Modul gearbeitet hat. Beispielsweise ist ersichtlich, welche Module zu einer gewissen Zeit im Schatten eines Baumes waren», sagt der Bauherr. Dank dieser Intelligenz ist es möglich, detaillierte Statistiken über verschiedene Zeiträume zu erstellen. Man kann feststellen, wie viel Energie die Solarmodule im Sommer oder Winter produziert haben und Jahre miteinander vergleichen. Aktuell wird daran gearbeitet, den Strom dem Hauptversorgungsnetz zuzuführen. Die Anlage soll nächste Woche in Betrieb genommen werden.

Rudolf Fässler beim Befestigen der Module. Er schraubt die Module auf die grauen Schienen, von denen 72 auf dem Dach angebracht wurden. (Bild: Timon Kobelt)

Rudolf Fässler beim Befestigen der Module. Er schraubt die Module auf die grauen Schienen, von denen 72 auf dem Dach angebracht wurden. (Bild: Timon Kobelt)