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Solarstrom ab Teufens Umfahrung?

An eine Informationsveranstaltung von «Energie Zukunft Teufen» ist ein im Schosse der Energiegenossenschaft Teufen reifendes Projekt vorgestellt worden. So könnte künftig eine Solaranlage an der Umfahrungsstrasse errichtet werden.
Martin Hüsler
185 000 Kilowattstunden Strom könnten hier produziert werden. (Bild: ribi)

185 000 Kilowattstunden Strom könnten hier produziert werden. (Bild: ribi)

TEUFEN. Wenn es nach den Vorstellungen der Energiegenossenschaft Teufen (EGT) geht, soll in einigen Jahren an der Teufner Umfahrungsstrasse eine Solaranlage errichtet werden. Am letzten Donnerstag stellte EGT-Verwaltungspräsident Jakob Brunnschweiler im Lindensaal ein entsprechendes Projekt vor. Eingebettet war diese Präsentation in einen Informationsabend von «Energie Zukunft Teufen».

Beitrag an Energiewende

Seit 2012 darf sich Teufen mit dem Label «Energiestadt» schmücken. Damit eine solche Auszeichnung nicht eine blosse Worthülse bleibt, sind damals an einem Workshop Ideen für eine nachhaltige Energiepolitik gesammelt worden. Ein direkter Ausfluss davon war die im April 2014 gegründete EGT. Sie zählt derzeit 14 Genossenschafter; sieben davon bilden die von Jakob Brunnschweiler präsidierte Verwaltung. Zweck der EGT ist es, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Wie das funktionieren soll, umriss Jakob Brunnschweiler: «Wer sauberen Strom produzieren möchte, wird Genossenschafter und schliesst einen Vertrag mit der für Planung, Bau und Betrieb einer Anlage verantwortlichen EGT ab. Nach der Inbetriebnahme der Anlage bezieht der Genossenschafter mindestens 20 Jahre lang günstigen, fair gehandelten und ökologischen Strom. Für alles Übrige sorgt die Genossenschaft.»

Über tausend Module

Die EGT ist nun daran, ein erstes Projekt aufzugleisen. An der Stützmauer der Umfahrungsstrasse soll eine Photovoltaikanlage mit 1042 Modulen entstehen. Damit könnten jährlich 185 000 Kilowattstunden Strom produziert werden, was dem Bedarf von 35 Haushalten entspricht. Vom Kanton liege eine grundsätzliche Zusage vor, führte Jakob Brunnschweiler aus. «Noch fehlen ein Wandumnutzungsvertrag und die Baubewilligung. Und selbstverständlich muss die Finanzierung konkretisiert werden. Wir haben die Idee, Module für je 500 Franken zu verkaufen. Auch mit einem Gemeindebeitrag kalkulieren wir. Aber das ist alles noch provisorisch.» Zur Diskussion gebracht wurde auch die Nutzung von Windenergie, wofür der Standort Teufen aus Sicht der EGT aber als ungünstig taxiert wird.

2000-Watt-Gesellschaft

Den Abend eröffnet hatte Gerwin Frick von der Lenum AG, jenem Dienstleistungspartner im Bereich Energie und Umwelt, den auch die Energiestadt Teufen als Begleiter in eine bessere energetische Zukunft an der Seite hat. Man habe vor vier Jahren beim Start von «Energie Zukunft Teufen» gewisse Kriterien unterschätzt, mittlerweile aber doch eine gute Basis aufbauen können. Gerwin Frick wartete mit einer Fülle von Sachverhalten auf, die auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft – dieses Ziel visiert man in Teufen für 2050 an – von Relevanz sind. Um sie zu erreichen, gelte es vorab, den Energieverbrauch zu reduzieren. Aufgrund der Werte von 2014 liege man noch bei 4700 Watt pro Person. Erst 14 Prozent der Energie sei erneuerbar, und der Pro-Kopf-Ausstoss von CO2 liege bei 6,6 Tonnen. «Der Anteil an erneuerbarer Energie sollte auf 50 Prozent gesteigert werden können», bezeichnete er als eine der grössten Herausforderungen. In Sachen Strommix habe der Anteil an Kernenergie von 76 auf 39 Prozent zugunsten der Wasserkraft gesenkt werden können. Kaum realistisch sei eine Reduktion der fossilen Treibstoffe um 20 Prozent bis 2020.

Vieles bleibt zu tun

Wie Gerwin Frick zeigte auch Michael Stern, Leiter Entsorgung und Energie bei der Gemeinde Teufen, eine Reihe von Massnahmen auf, die Teufen dem angestrebten Ziel näher bringen. Unter dem Stichwort «Mobilität» nannte er die Fahrplanverdichtung ab 2018, die Förderung einer Kombination von AB und E-Bike, den Mobilitätstag, den bewussten Umgang mit Mobilität in der Verwaltung, Ladestationen für Elektroautos und die Verkehrsführung in Teufens Zentrum. Das Erstellen einer Energiebuchhaltung für Gebäude, Sanierungskonzepte für Liegenschaften, eine Beschaffungspolitik nach Kriterien der Nachhaltigkeit oder die Unterstützung von privaten Projekten sah Michael Stern als Aufgaben der öffentlichen Hand. Die Nutzung von Biomasse-Wärmeverbünden unter Einbezug einheimischer Ressourcen oder Photovoltaikanlagen im Zuge von Dachsanierungen waren weitere Anregungen, die Stern mit auf den Weg gab.

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