«Solange ich kann, nutze ich den Garten»

Kleine Rabatten mit verschiedenen Grünpflanzen, eine gemütliche Sitzbank aus Stein und eine durch einen kunstvoll gearbeiteten Windfang geschützte, mobile Feuerstelle – Landschaftsgärtner Markus Preisig baute sich neben seinem Haus in Wigetshof bei Oberhelfenschwil einen Gartensitzplatz,

Drucken
Teilen
Markus Preisig Wigetshof/Oberhelfenschwil selbst. Landschaftsgärtner (Bild: Urs M. Hemm)

Markus Preisig Wigetshof/Oberhelfenschwil selbst. Landschaftsgärtner (Bild: Urs M. Hemm)

Kleine Rabatten mit verschiedenen Grünpflanzen, eine gemütliche Sitzbank aus Stein und eine durch einen kunstvoll gearbeiteten Windfang geschützte, mobile Feuerstelle – Landschaftsgärtner Markus Preisig baute sich neben seinem Haus in Wigetshof bei Oberhelfenschwil einen Gartensitzplatz, wie viele ihn sich wünschen. Nur baute er alles ohne Baubewilligung, so dass die Gemeinde im November 2014 einen Baustop verfügte. Das Verfahren ist noch immer hängig.

Hat sich in den letzten Wochen bezüglich Ihres Verfahrens etwas getan?

Nein, leider gar nichts. Seit Dezember 2014 wurde ich weder schriftlich noch telefonisch über den Stand des Verfahrens informiert, was mich doch ein wenig wundert.

Wurden Sie denn im Vorfeld darüber informiert, bis wann Sie mit einem Entscheid seitens des Kantons rechnen können?

Auch hier muss ich verneinen. Ich warte einfach, bis etwas passiert. Etwas anderes bleibt mir in dieser Situation wohl auch nicht übrig.

Anfangs hatten Sie Bedenken, mit Ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Haben Sie Reaktionen aus der Bevölkerung nach der Publikation Ihres Falles erhalten?

Es kamen einige – vor allem Nachbarn und Bekannte – auf mich zu und sprachen mich darauf an. Dabei variierten die Reaktionen doch sehr. Die einen sagten, dass ich an meiner Situation selber schuld sei, andere finden es schade, wenn der Garten tatsächlich abgerissen werden muss. So denkt auch eine dritte Gruppe. Diese findet aber die Reaktion der Behörden dennoch gerechtfertigt, da alle gleich behandelt werden müssten und es keine Sonderbehandlung geben könne.

Überlassen Sie den Garten jetzt sich selbst oder pflegen Sie ihn, obwohl der Abbruch droht?

Ich darf zwar baulich jetzt nichts mehr an meinem Garten verändern. Dennoch brauchen die Pflanzen Pflege und ich nehme auch mal den Besen in die Hand. Denn solange ich kann, nutze ich den Garten und möchte mich auch entsprechend darin wohl fühlen.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie jetzt nach Feierabend in Ihrem Garten sitzen?

Natürlich denke ich immer wieder an das laufende Verfahren, wenn ich im Garten bin. Ich denke aber nicht mehr im Frust daran. Vielmehr mache ich mir Gedanken darüber, was nachher wird, denn ich weiss ja nicht genau, wie weit und was ich rückbauen muss. Ich kann mir aber gut vorstellen, mich an einem Vernetzungsprojekt zu beteiligen – selbstverständlich nach Rücksprache mit allen beteiligten Stellen. (uh)