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Socka Hitsch geht

Brosmete
Lukas Pfiffner

«Hitsch macht dicht», las ich auf einer handgefertigten Tafel bei der Autobahnausfahrt Landquart, als ich kürzlich Richtung Davos unterwegs war. In einer Mulde befand sich allerlei Gerümpel. Der Platz rechts nach dem zweiten Kreisel war während zwei Jahrzehnten Hitschs Gebiet. Nun hört er als bald 80-Jähriger also auf. Christian Zwicky – der bürgerliche Name – ist den wenigsten Leuten geläufig. Socka Hitsch führte am Eingang zum Prättigau einen Verkaufsstand, eine bemerkenswerte Kombination aus Kiosk, Laden, Zelt, Wohnwagen.

Er war eine Art Alp Öhi, einfach ohne Alp, Heidi und Geissen, dafür mit Socken, Hosenträgern und Käufern. Ein gelernter Maler, ein Marktfahrer, ein Lebenskünstler. Und ein humorvoller wie interessanter Gesprächspartner, wie mir ein Kollege am Hockeymatch in Davos erzählt. Nicht das Alter hat zum Rückzug geführt, sondern die Ankündigung der Rhätischen Bahn, das Netz auszubauen und im Bereich Landquart-Malans Veränderungen vorzunehmen.

Über Socka Hitsch wurde ein Film gedreht und ein Buch geschrieben, er durfte im Studio des Schweizer Fernsehens Auskunft geben. Er erreichte fast die Berühmtheit von Stumpen-Edi. Der war Präsident des FC Zürich, besass ein Zigarrengeschäft in der Stadt. Von Edwin «Edi» Nägeli gibt es wenige Fotos ohne Stumpen im Mund. Er fuhr am Wochenende über das Land und besuchte Partien der unteren Ligen und der Junioren. Dabei entdeckte er spätere Nationalspieler. Stumpen-Edi ist längst tot. Leute wie er wurden abgelöst von aufgeblähten Scoutingabteilungen in den Vereinen. Und um Socken zu erwerben, gibt es heute Modegeschäfte, Warenhäuser, Online-Stores.

Irgendwie wird mir Socka Hitsch fehlen, wenn ich das nächste Mal in Landquart die Autobahn verlasse. Selbst ohne das Bedürfnis, Socken zu kaufen.

Lukas Pfiffner

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