SOB weiht neue Unterführung ein

WATTWIL. Am Südkopf des Bahnhofs Wattwil wurde die neue Unterführung eröffnet. Sie spart Besuchern des Berufs- und Weiterbildungszentrums und des Gebiets Rietwies, die mit der Bahn anreisen, unnötige Wege. Zudem stellt sie eine neue Verbindung Bahnhofplatz–Rollenstrasse her.

Martin Knoepfel
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Freuen sich über die neue Unterführung: Ingenieur Ueli Schällenbaum, Fredy Huber (Rektor BWZT), Daniel Rhiner (Leiter Sicherheit, Infrastruktur und Unterhalt der Gemeinde Wattwil), Markus Beeler (Leiter des Bahnreisezentrums Wattwil der SOB), Markus Guntlin (Projektleiter) und Peter Schweizer (Leiter Bau und Planung Gemeinde Wattwil). (Bild: Martin Knoepfel)

Freuen sich über die neue Unterführung: Ingenieur Ueli Schällenbaum, Fredy Huber (Rektor BWZT), Daniel Rhiner (Leiter Sicherheit, Infrastruktur und Unterhalt der Gemeinde Wattwil), Markus Beeler (Leiter des Bahnreisezentrums Wattwil der SOB), Markus Guntlin (Projektleiter) und Peter Schweizer (Leiter Bau und Planung Gemeinde Wattwil). (Bild: Martin Knoepfel)

Seit gestern Montag ist die neue Personenunterführung Süd am Bahnhof Wattwil in Betrieb. Mit einer kleinen Zeremonie und dem Durchschneiden eines Bandes wurde sie eröffnet.

Die neue Personenunterführung soll die in den Hauptverkehrszeiten stark frequentierte Personenunterführung Nord entlasten. Letztere bleibt geöffnet. Wattwil ist nach Auskunft von Ursel Kälin, Mediensprecherin der Südostbahn, der am sechststärksten frequentierte Bahnhof im Kanton St. Gallen.

1,2 Meter breiter

Die neue Personenunterführung Süd ist 65 Meter lang und verbindet die Rollen- mit der Bahnhofstrasse. Mit fünf Metern ist sie 1,2 Meter breiter als die Personenunterführung Nord. Die Höhe der neuen Unterführung beträgt 2,5 Meter.

Auf der Westseite endet die Personenunterführung Süd jetzt in einer Art Brachland bei der Rollenstrasse, wobei die Verbindung von der Unterführung zur Rollenstrasse frisch geteert ist. Allerdings soll das Gebiet westlich des Bahnhofs in die Kernzone umgeteilt werden. Darauf wies Peter Schweizer, Leiter Bau und Planung der Politischen Gemeinde Wattwil, an der Medienorientierung hin. Für Peter Schweizer ist die neue Unterführung zudem als Verbindung der Bleiken- und der Rickenstrasse mit dem Bahnhofplatz wichtig.

Türe ins Parkhaus

Auf der Westseite führt eine überdeckte Rampe in die Personenunterführung Süd hinab. Die Rampe wurde nach Auskunft von Projektleiter Manfred Guntlin auf Wunsch der Gemeinde erstellt. Auf der Ostseite endet die Treppe an der Bahnhofstrasse auf der Höhe des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg (BWZT). Für die Besucher und die Schüler des BWZT lohnt es sich künftig, im Zug hinten zu sitzen, wenn dieser von Uznach oder Nesslau kommt. Für Reisende aus Richtung Wil oder Herisau gilt das Gegenteil.

Am Fuss der Treppe zur Bahnhofstrasse befindet sich eine Verbindungstür zum Parkhaus unter der Bahnhofstrasse. Rollstuhlfahrer oder Personen, die Kinderwagen schieben, können also mit Hilfe des Lifts im Parkhaus bequem an die Oberfläche gelangen. Die Türe von der Unterführung zum Parkhaus ist allerdings nur von Hand zu öffnen, was für Rollstuhlfahrer möglicherweise ein Problem darstellt.

Einfacheres Umsteigen

Die neue Unterführung bringt für alle Perrons eine unterirdische Verbindung zur Parkgarage unter der Bahnhofstrasse. Zugleich erleichtert sie für die Bahnbenutzer das Umsteigen zwischen den Zügen.

Von den Inselperrons führen Treppen in die neue Unterführung hinab. Manfred Guntlin sagte, für den Bau von Rampen seien die Perrons zu schmal. Es sei jedoch möglich – im Moment aber nicht geplant – an den Stirnseiten der Perrons Lifts einzubauen.

Die neue Unterführung wirkt grosszügig und einladend. Dazu tragen zweifellos der helle Anstrich und die Oblichter mit Glasbausteinen bei. Auf Wunsch der Gemeinde wurde bei der Rampe Rollenstrasse ein Velounterstand eingerichtet. Die Unterführung darf allerdings mit Velos nicht befahren werden. Sie sei für einen Veloweg zu schmal, sagte Manfred Guntlin, der zudem auf eine Frage dieser Zeitung bestätigte, dass die Wände der neuen Unterführung einen Anti-Graffiti-Anstrich erhalten haben. (Das Gleiche gilt für die Personenunterführung Nord.) Ausgestattet ist die neue Unterführung mit einem Billettautomaten, der gestern aber noch nicht angeschlossen war. Zudem gibt es eine elektronische Zugsanzeige, die gestern aktiv war.

Vorgefertigte Elemente

Manfred Guntlin und der verantwortliche Ingenieur Ueli Schällibaum erläuterten den Bauablauf. Für den Rohbau habe nur ein enges Zeitfenster über ein Wochenende zur Verfügung gestanden, um den Unterbruch der Bahnlinie Wattwil–Nesslau/Neu St. Johann so kurz wie möglich zu halten. Das habe eine Planung für jede einzelne Stunde erfordert. Trotzdem habe man den Zeitplan einhalten können, sagte Ueli Schällibaum. Ein Problem sei die Unterquerung des Technikgebäudes auf der Westseite gewesen. Die Unterführung schräg zu bauen, wäre aber teurer gewesen.

Die neue Personenunterführung besteht im zentralen Bereich aus vorgefertigten Betonelementen, die 38 Tonnen wiegen und per Kran an Ort und Stelle plaziert wurden. Und damit sie gut ineinander passen, haben sie an den Stirnseiten Noppen, für die die Lego-Bausteine Vorbild waren. Die Verwendung vorgefertigter Elemente ermöglichte es zudem, auf Hilfsbrücken zu verzichten. Der Rohbau erfolgte während der Totalsperrung des Rickentunnels im vergangenen Sommer. Die Baukosten für die neue Unterführung betragen 4,7 Millionen Franken ohne Mehrwertsteuer. Damit wird der Kostenvoranschlag eingehalten. Die Gemeinde zahlt einen Drittel.

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