«So macht Bauen Spass»

LICHTENSTEIG. Rund eineinhalb Jahre lang wurde in der Lichtensteiger Grabengasse und auf dem Obertorplatz gebaut. Der Hauptteil der Arbeiten ist abgeschlossen. Am Mittwoch lud die Gemeinde die Anwohner zu einer kleinen Einweihungsfeier ein, um ihnen für die Geduld zu danken.

Sabine Schmid
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Der Obertorplatz präsentiert sich modern und neu signalisiert. Zahlreiche Anwohner zeigten die Wertschätzung dafür und nahmen an der Einweihungsfeier vom Mittwochabend beim Bauamt teil. (Bild: Sabine Schmid)

Der Obertorplatz präsentiert sich modern und neu signalisiert. Zahlreiche Anwohner zeigten die Wertschätzung dafür und nahmen an der Einweihungsfeier vom Mittwochabend beim Bauamt teil. (Bild: Sabine Schmid)

Der Verkehr fliesst schon seit einigen Wochen ungehindert über den Obertorplatz in Lichtensteig. Langsam gewöhnen sich die Verkehrsteilnehmer daran, dass die Fahrzeuge von der Wasserfluh herkommend Vortritt haben. Für die Velofahrer gibt es rot markierte Radstreifen. Mit den auffälligen Markierungen und den eingebauten Verkehrsinseln will der Kanton, der Bauherr ist, Erfahrungen sammeln. Die Sicherheit war nämlich einer der Kritikpunkte, den die Unterstützer des Referendums im Jahr 2010 ins Feld geführt haben (siehe Kasten). Bis im nächsten Jahr werde überprüft, ob es vermehrt zu Unfällen komme, erklärt Bruno Bollhalder vom kantonalen Tiefbauamt, der die Oberbauleitung des Projekts innegehabt hat. Die Erfahrungen würden dann in die Signalisation einfliessen, wenn im nächsten Sommer der Deckbelag eingebaut werde.

Kleinere Arbeiten stehen aus

Im grossen und ganzen sind die Bauarbeiten auf dem Obertorplatz abgeschlossen. In der nächsten Zeit werden die Bushäuschen montiert und Bepflanzungen vorgenommen. Anschliessend wird der Postplatz saniert und schliesslich wird die Fassade des Postgebäudes neu gestrichen. «Der Obertorplatz sieht heute freundlicher aus», stellt Stadtpräsident Mathias Müller fest. Verkehrsinseln und grössere Trottoirs sorgen für mehr Sicherheit der Fussgänger. Nicht sichtbar sind die Leitungen, die im Zug der Arbeiten ebenfalls ersetzt worden sind. Damit ein solches Projekt schnell umgesetzt werden könne, brauche es eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, meint Mathias Müller. Dies sei beim Obertorplatz der Fall gewesen. Derselben Meinung ist Bruno Bollhalder. Aufgrund der Vorgeschichte habe er ein mulmiges Gefühl gehabt. Dazu komme, dass es sich beim Obertorplatz um einen vielbefahrenen Verkehrsknoten handle und niemand gewusst habe, ob sich nicht noch etwas archäologisch Wertvolles unter der Strasse befinde. Seine Bedenken waren aber unbegründet. Im Gegenteil. Der Verkehr ist stets gerollt und die Fussgänger haben die Bauzeit gut überstanden. «Uns wurde von allen Seiten grosses Verständnis entgegengebracht, und ich erhielt gerade einmal eine Reklamation. So macht Bauen Spass», lautet Bruno Bollhalders Fazit. Die Reklamation betreffe die Beleuchtung, bei welcher noch die Feineinstellung gemacht werden müsse. Hierbei könne man aber keine Kompromisse eingehen, die zulasten der Sicherheit gehen, machte Bollhalder klar.

Dank an die Anwohner

Sowohl der Kanton als auch die Gemeinde Lichtensteig sind sich bewusst, dass die Anwohner aufgrund der Baustelle einiges erdulden mussten. Da war einmal der Lärm, dann eine eingeschränkte Zugänglichkeit zu einigen Häusern und die immer wieder wechselnde Verkehrsführung mit einer teilweisen Verkehrsregelung mit einer Ampel. «Die Anwohner brachten viel Verständnis auf», fasst Mathias Müller zusammen. Aus diesem Grund waren sie am Mittwochabend zu einer kleinen Einweihungsfeier eingeladen, die aufgrund des unsicheren Wetters im Bauamtsmagazin durchgeführt wurde. Zahlreich kamen die geladenen Gäste. Sie waren voll des Lobes für den neuen Obertorplatz.

Finanziell wird der Bau für den Kanton und für die Gemeinde Lichtensteig aufgehen. Der Baukredit betrage 1,2 Millionen Franken, erklärte Bruno Bollhalder. Bis jetzt seien davon 856 000 Franken verbaut worden. Mit den noch ausstehenden Arbeiten werde man eine Ziellandung schaffen, ist er überzeugt.