So definiere ich Wohlstand

Brosmete

Richard Fischbacher
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Was ist Wohlstand? Wie definieren Sie Wohlstand? Laut Duden ist Wohlstand das Mass an Wohlhabenheit, das jemandem wirtschaftliche Sicherheit gibt und in Verbindung mit einem hohen ­Lebensstandard gebracht wird. Ja sicher, so kann Wohlstand auch definiert werden. Ich jedoch habe noch eine ganz andere Erklärung. Dafür müssen wir ins Medizinische abschweifen.

Die Gicht ist seit der Antike bekannt als eine Wohlstandskrankheit derer, die sich täglich Wein und Fleischmahlzeiten genehmigen. So steht’s geschrieben auf der Webseite der Rheumaliga. Die Gicht zählt zu den schmerzhaftesten Formen von Rheuma. Sie befällt Gelenke und Weich­teile, anfangs häufig das Grundgelenk der grossen Zehe. Männer sind mehr betroffen als Frauen. Ich kann auch ein Lied davon singen. Wenn Sie auch schon einmal einen solchen Gichtschub hatten, dann wissen Sie, dass an der betroffenen Stelle nicht einmal eine Bettdecke vertragen wird, so schmerzt das. Tatsächlich ist es so, dass ein Zechgelage am Vorabend zu den klassischen Aus­lösern eines nächtlichen Gichtanfalls zählt, sowie Schlemmereien mit viel Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten. Sie bilden den Tropfen, der das berühmte Fass zum Überlaufen bringt. Aber seien wir ehrlich. Ist es nicht schön, mit guten Freunden Feste zu feiern, bei denen halt auch einmal über die Schnur gehauen wird?

Mit lustig sein ist dann spätestens Schluss, wenn einem der Gichtteufel einholt. Ärzte und Naturheilpraktiker mahnen zu einer Lebensweise, bei der alle leckeren Sachen tabu sind: ein guter Tropfen Wein, ein kühles Bier, Softdrinks und Limonaden, feine Leberli, ein saftiges Schweinssteak, meine geliebte Süüdworscht und vieles mehr. Wohlstand ade? Mitnichten. Ein gesundes Mittelmass zu finden und auch einmal verzichten zu können ist die beste Vorbeugung. Wenigstens bei mir hat’s geholfen. Und der feine Nebeneffekt wird sozusagen gratis mitgeliefert, der Verlust einiger überflüssiger Kilos. So definiere ich Wohlstand.

Richard Fischbacher