Skurriler Humor oder gefühlvolle Dokumentation

Das Gehörlosendorf Gehörlose sind nicht stumm. Sie reden und sind Meister im Lippenlesen. Untereinander sprechen sie jedoch eine andere Sprache: Finger, Hände, Arme formulieren Worte und Sätze, die Mimik unterstreicht die Botschaft, Blicke und Berührungen schlagen den Bogen zum Gegenüber.

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Lily hat ein gutgehütetes Geheimnis: Sie ist ein Messie. Skurriler Humor in «Recycling Lily» ab Freitag im Passerelle 2. (Bild: outnow)

Lily hat ein gutgehütetes Geheimnis: Sie ist ein Messie. Skurriler Humor in «Recycling Lily» ab Freitag im Passerelle 2. (Bild: outnow)

Das Gehörlosendorf Gehörlose sind nicht stumm. Sie reden und sind Meister im Lippenlesen. Untereinander sprechen sie jedoch eine andere Sprache: Finger, Hände, Arme formulieren Worte und Sätze, die Mimik unterstreicht die Botschaft, Blicke und Berührungen schlagen den Bogen zum Gegenüber. Wer mit Gebärden kommuniziert, bringt sich auf sehr direkte Weise ein. Das prägt das Zusammenleben. Der Dokumentarfilmer Dieter Gränicher macht sich im Frühling 2011 auf, die Welt der Gehörlosen zu erkunden. Einen Monat lang lebt er in einer Institution im Zürcher Oberland, in der Gemeinschaft des Gehörlosendorfes in Turbenthal. Er begleitet die häufig mehrfach behinderten, zum Teil auch psychisch kranken Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Alltag – als aufmerksamer, mit zunehmender Vertrautheit immer näher rückender Beobachter. Der sehr persönlich gehaltene Film schildert die Differenziertheit und Lebendigkeit der Gebärdensprache. Er porträtiert eine Gemeinschaft von Menschen, welche ihre behinderungsbedingten Grenzen immer wieder mit grosser Ausdruckskraft überwinden und das Gegenüber berühren. Gebärdensprache/deutsch, 79 Min.

(ab 12/10)

Freitag, 29.11. 20.15 Autorenabend, moderiertes Publikumsgespräch und Apéro mit Regisseur Dieter Gränicher. Moderation: Hansruedi Kugler

Blue Jasmine Nach der Trennung von ihrem wohlhabenden Ehemann Hal (Alec Baldwin), muss Jasmine (Cate Blanchett) von ihrem komfortablen Leben in Manhattans Upper-Class Abschied nehmen. Sie zieht in das kleine Haus ihrer Schwester Ginger in der Nähe von San Francisco und versucht von da an, wieder Ordnung in ihr Leben zu bringen. Sie nimmt eine Stelle als Empfangsdame in einer Zahnarztpraxis an. So lernt sie den erfolgreichen Diplomaten Dwight kennen, und ein Funken Hoffnung blitzt vor ihren Augen auf, denn Jasmine erkennt schnell: Der bald für ein politisches Amt kandidierende Dwight braucht eine vorzeigbare Frau. E/d/f, 98 Min. (ab 10/8)

Sa, 30.11. bis Mo, 2.12. 20.15

Recycling Lily Der stille Einzelgänger Hansjörg Stähli ist Müllinspektor eines malerischen Städtchens. Nichts ist ihm wichtiger als Sauberkeit – ausser vielleicht die Kellnerin Lily Frei – in die er unsterblich verliebt ist. Seine ungeschickten Flirtversuche bleiben jedoch erfolglos, denn Lily hat ein Geheimnis: Sie ist ein Messie und hortet zu Hause Tonnen von Abfall. Mit einer Extra-Prise skurrilem Humor und viel Liebe zum Detail entführt Regisseur Pierre Monnard in eine faszinierende Welt, wie sie noch selten «made in Switzerland» zu sehen war. In den Hauptrollen überzeugen Bruno Cathomas (Happy New Year, Schwarze Schafe) und Johanna Bantzer (Strähl). Als Neuentdeckung darf das Jungtalent Luna Dutli bezeichnet werden. Dialekt, 100 Min.

(ab 10/8)

Fr, 29.11. 17.30 Di, 3.12. 20.15 Mi, 4.12. 20.30

Weiterhin im Programm:

Die Reise zum sichersten Ort der Welt In den letzten 60 Jahren haben sich rund um die Welt mehr als 350 000 Tonnen hochradioaktive Atomabfälle angesammelt, die für Tausende von Jahren an einem sicheren Ort, sprich für Mensch und Umwelt unschädlich, endgelagert werden müssen. Doch ein Endlager existiert bis heute nicht, und die Produktion von atomarem Restmüll wird ungebrochen fortgesetzt. Der in der Schweiz lebende Nuklearphysiker Charles McCombie und einige seiner wichtigsten Weggefährten geben dem Regisseur Edgar Hagen Einblick in ihr hartnäckiges Ringen, den dereinst sichersten Ort der Erde zu finden, um das fatale Dilemma zu beheben. Ov/d/f, 100 Min. (ab 12/10)

Do, 28.11. 17.30 Mi, 4.12. 18.00

z'Alp Der Dokumentarfilmer Thomas Rickenmann begleitet drei Familien auf eine abenteuerliche Reise in ihre Sommerresidenz. «z'Alp» zeigt, welchen Belastungsproben die Bauern beim alljährlichen Umzug der Herden ausgesetzt sind – von den Vorbereitungen bis zur Auffuhr. Dialekt, 102 Min. (ab 6/4)

Sa, 30.11. 17.30 So, 1.12. 17.30 Mo, 2.12. 20.15 Mi, 4.12. 20.30

Achtung, fertig, WK! Vor zehn Jahren sorgte die Armeekomödie «Achtung, fertig, Charlie!» im Schweizer Kino für Furore. Jetzt bietet der Fortsetzungsfilm «Achtung, fertig, WK!» noch schärfere Kost. Und auf dem Kasernenareal geht es denn auch ganz schön zur Sache. Dialekt, 99 Min. (ab 12/10)

Fr, 29.11. 20.15 Sa, 30.11. 20.15 So, 1.12. 17.30 Mi, 4.12. 18.00

Turbo Turbo ist eine rasant schnelle Komödie über die Aussenseiter-Schnecke Turbo, die in den Höchstgang schaltet, als sie wie durch ein Wunder Super-Geschwindigkeit erlangt. Nachdem Turbo mit einer Gruppe von strassenerfahrenen und trickreichen Artgenossen Freundschaft schliesst, erkennt er schnell, dass man nur gemeinsam stark ist. Anstatt sich in sein Schneckenhaus zu verkriechen, nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und hilft seinen Freunden, ihre Träume zu verwirklichen. Deutsch, 96 Min. (ab 6/4)

So, 1.12. 14.30 Mi, 4.12. 15.00

Exit Marrakech Als der 17jährige Ben seinen Vater Heinrich in Marrakech besucht, beginnt für ihn alles andere als ein Märchen. Marokko ist ihm genauso fremd wie sein Vater, mit dem er zum ersten Mal seit langer Zeit wieder die Sommerferien verbringen soll. Eine berührende Vater-Sohn-Geschichte vor der faszinierenden Kulisse Marokkos. Deutsch, 123 Min. (ab 14/12)

Do, 28.11. 20.15 Sa, 30.11. 17.30 So, 1.12. 20.15

The Lunchbox Ila will neue Würze in ihre fad gewordene Ehe bringen. Sie schickt ihrem Mann eine Lunchbox voller besonderer Köstlichkeiten. Mit unzähligen anderen wird diese in die Büros der Millionenmetropole Mumbai geliefert. Ausgerechnet Ilas Lunchbox landet an einem falschen Ort – auf dem Pult des grantigen, verwitweten Buchhalters Saajan. Ov/d/f, 104 Min.

(ab 12/10)

Do, 28.11. 20.15 Di, 3.12. 20.15

S'chline Gspängst Seit Urzeiten haust auf Burg Eulenstein ein kleines Nachtgespenst. Seit Jahr und Tag träumt das kleine Gespenst davon, die Welt bei Tageslicht zu sehen. Doch auch sein Freund, der Uhu Schuhu, weiss keinen Rat. Während eine Eulenberger Schulklasse eine Nachtwanderung durch die Burg und das dortige Uhrenmuseum unternimmt, entdeckt der Schüler Karl das Gespenst, aber niemand will ihm glauben, dass er einen leibhaftigen Geist gesehen hat – nicht einmal seine besten Freunde. Dialekt, 106 Min.

(ab 6/4)

So, 1.12. 14.30 Mi, 4.12. 15.00

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