Skilift Tanzboden weiter entwickeln

Kurz vor Saisonende lud der Verwaltungsrat der Genossenschaft Skilift Tanzboden zu einem «runden Tisch» ein. Rund ein Dutzend Personen waren darum versammelt und benannten verschiedene Dinge betreffend des Skibetriebs, die positiv und negativ herausstachen.

Sabine Schmid
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Trotz des späten Saisonbeginns weist der Skilift Tanzboden in diesem Winter bereits 50 Betriebstage auf. (Bild: pd)

Trotz des späten Saisonbeginns weist der Skilift Tanzboden in diesem Winter bereits 50 Betriebstage auf. (Bild: pd)

EBNAT-KAPPEL. Der Verwaltungsrat wusste nicht, wie viele Genossenschafter der Einladung zu einem «runden Tisch» im Restaurant Löwen folgen würden. «Es ist unser erster Versuch, während der Saison unsere Genossenschafter und Gäste zu mobilisieren und ein Feedback einzufordern», sagte Verwaltungsratspräsident Thomas Nüesch. Für ihn sei jetzt, kurz vor dem Saisonende, der richtige Zeitpunkt dafür. «Zum einen sind die Erinnerungen an die Skisaison noch frisch, zum anderen haben wir vom Verwaltungsrat noch genügend Zeit, um etwas für die nächste Saison zu verändern», begründete er.

Flexibel bis zum Schluss

Mit 50 Betriebstagen liegt man beim Skilift Tanzboden bereits um sieben über der vergangenen Saison, dies trotz des späten Saisonstarts. «Vom Schnee her ist es noch sehr gut zum Fahren, es hat noch keine apere Stellen», sagte eine Teilnehmerin, die am Mittwochnachmittag beim Skifahren war. Die vergangenen zwei Wochen seien ertragreich gewesen – die guten Pisten und das schöne Wetter hätten noch zahlreiche Gäste angezogen, bestätigte Betriebsleiter Beni Kuratli. Dennoch: Das Interesse am Angebot lässt nach, der Betrieb ist durch die Einnahmen kaum mehr gedeckt. Man müsse genau abwägen, ob man die Anlage laufen lassen wolle oder nicht, sagte Beni Kuratli. Bis zum kommenden Sonntag ist der Vollbetrieb garantiert, danach müsse man immer wieder von neuem schauen und flexibel reagieren. Zwar ist Sonne im kleinen Skigebiet oberhalb Ebnat-Kappel gerne gesehen. Jeder ist sich aber der Höhe bewusst und weiss, dass ein Wärmeeinbruch zu einem abrupten Saisonende führen kann. Wichtig sei darum, dass man auf allen möglichen Kanälen klar kommuniziere, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig.

Nachtskifahren ausbauen?

Noch gut gebucht ist das Nachtskifahren mit Fondueessen. Es brauche mindestens 25 Personen, damit dieses Angebot rentiere, rechnete der Betriebsleiter vor. Die höchste Beteiligung wurde mit 197 Personen notiert. Gerade Firmen und Vereine würden die Kombination von Skifahren und Fondueessen sehr schätzen und häufig nutzen. Aufgrund dessen wurde am «runden Tisch» die Frage aufgeworfen, ob das Angebot von aktuell zwei Abenden (Donnerstag und Freitag) um einen dritten Abend ausgebaut werden könnte. Der Verwaltungsrat nahm dieses Anliegen auf und wird es auf die nächste Saison hin prüfen. Möglich ist, dass der Skilift bei optimalen Bedingungen in der Hochsaison an einem dritten Abend in Betrieb ist.

Sosehr die Entwicklung des Skilifts die Gäste und Genossenschafter auch freut, die Gastronomie konnte noch nicht Schritt halten. Das Angebot im Skistübli und im Kiosk passe und ergänze sich gut, aber gerade bei schönen Tagen sei die Kapazität zu klein. Der Verwaltungsrat bedankte sich beim Skiclub Ebnat-Kappel und beim Skiclub Pfungen, die ihre Hütten im Skigebiet auch für Nichtmitglieder geöffnet hätten und die Spitzen brechen. Er wisse, dass das Skistübli schnell voll besetzt sei, warnte aber auf der anderen Seite, dass es häufig Zeiten gebe, wo das Lokal zwar offen, aber leer sei. «Wir sind hier auf den Goodwill der Wirtin Vreni Kuratli angewiesen», sagte Thomas Nüesch. Betreffend des Kiosks stellte der Verwaltungsrat eine Änderung in Aussicht, er werde zu gegebener Zeit informieren.

Kinderland wird geschätzt

Geschätzt von den Gästen wird das Kinderland. Die kleinen Anfänger können durch Törli und über Wellen fahren, was ihnen hilft, das Gleichgewicht zu finden. Den Hang hinauf geht es mit einem Ponylift. Der Betriebsleiter wird sich überlegen, das Seil noch kindertauglicher zu machen. Einen Zauberteppich aufzubauen, sei aber schwierig, sagte Beni Kuratli. Ein solcher setze bauliche Anpassungen voraus, was auf dem weichen Boden schwierig zu machen sei. Dazu kommt, dass ein solcher Zauberteppich sehr teuer wäre. Die grösseren Kinder freuen sich sehr über den Funpark. Sie würden die Hindernisse nun kennen, so dass es zu weniger Unfällen komme, zog Beni Kuratli Bilanz. Ideen, um die Skipisten noch attraktiver zu machen, hat er noch einige. Er nannte als Beispiel eine Anlage, wo die Skifahrer ihr Tempo messen könnten.

Die Teilnehmer waren überzeugt, dass die Gäste bereit wären, einen leicht höheren Billettpreis zu bezahlen. «Sie sehen ja, dass immer etwas gemacht wird», argumentierte ein Teilnehmer. Der Verwaltungsrat ist aber darauf bedacht, dass ein Skitag für Familien weiterhin erschwinglich sein sollte. Er wird sich überlegen, ob es weitere Ticketangebote wie beispielsweise eine Wochenend-Karte geben soll. Er betonte, dass es weiterhin Punktekarten geben wird und dass der aktuelle Stand auf einem Display beim Durchgang ersichtlich wird.

Der Verwaltungsrat hat die vorgebrachten Ideen notiert und überprüft nun die Umsetzung. Einige von ihnen werden vielleicht an der nächsten Genossenschaftsversammlung vorgestellt und bereits auf die nächste Saison umgesetzt.

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