Ehemaliger Skilift lässt Trogen auch nach Jahren keine Ruhe: Abbruchgesuch wird demnächst ausgearbeitet

Geht von der ausrangierten Anlage eine Gefahr aus? Die Mittelländer Gemeinde relativiert.

Astrid Zysset
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Der Skilift Trogen gibt auch drei Jahre nach dem Aus noch zu reden.

Der Skilift Trogen gibt auch drei Jahre nach dem Aus noch zu reden.

Bild: APZ

Seit drei Jahren ist der Skilift Trogen nicht mehr in Betrieb. Die Installation wurde jedoch nie gänzlich abgeräumt. So hängen die Drahtseile rund vier Meter lose über dem Boden. Aufgrund einer umstürzenden Tanne sprangen sie vergangenen Winter aus ihren Rollen.

Gemäss eines anonymen Schreibens, das diese Tage die Redaktion der «Appenzeller Zeitung» erreichte, sei dies eine Situation, die Menschenleben gefährde. Die Drahtseile könnten jederzeit reissen und jemanden erschlagen.

Fachpersonen beigezogen

Bauverwalter Markus Heil stuft die Situation nicht dermassen dramatisch ein. Verschiedene Fachpersonen hätten die Lage vor Ort begutachtet und eine unmittelbare Gefährdung ausgeschlossen. Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr erklärt es anschaulich: Der Baum, der auf die Seile drückt, wiege Schätzungen zufolge weniger als das Höchstgewicht an Personen, welche der Lift zu ziehen vermag. «Daher ist es unwahrscheinlich, dass die Zugseile reissen werden.» Dennoch werde die Installation demnächst entfernt. Diese gehört nach der Liquidation der Skilift Trogen-Breitenebnet AG nun zum Besitz der Grundeigentümer. Deren drei gibt es. Auch die Gemeinde gehört dazu. Markus Heil stellt in Aussicht, dass erste Gespräche demnächst stattfinden werden. Anschliessend werde unter der Federführung der Gemeinde ein gemeinsames Abbruchgesuch eingereicht. Voraussichtlich bis Ende Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann werde nichts mehr an den einstigen Skilift erinnern.

Die Gemeindepräsidentin betont, dass die Vorarbeiten für dieses Gesuch weit fortgeschritten seien. Das Problem rund um die auf die Seile gefallene Tanne ist der Gemeinde wie auch den übrigen Grundeigentümern schon länger bekannt. Doch die Konkretisierung des Skiliftabbruchs liess auf sich warten. Grund hierfür sind zwei Gesuche, die im Zusammenhang mit dem betreffenden Hang eingereicht wurden. Eines ersuchte um die Beibehaltung der Skihütte, welchem der Gemeinderat nun entsprach. «Hätten wir uns für einen Abbruch entschieden, hätte dieser ebenfalls im Abbruchgesuch rund um den übrigen Skilift eingebracht werden müssen», so Altherr weiter. Das andere Gesuch geht auf den Sommer 2018 zurück. Damals hatte der Gemeinderat das Begehren von Grundeigentümern abgelehnt, die Wintersportzone (Schurtanne, Sand, Nistelbüel) aufzuheben. Die Grundeigentümer hatten beim Regierungsrat anschliessend rekurriert. Der Rekurs wurde nun gutgeheissen und das Gesuch zur nochmaligen Behandlung an den Gemeinderat zurückgewiesen. Dieser muss nun eine Interessensabwägung vornehmen. Es gilt, die Interessen der Landwirtschaft gegen diejenigen der Wintersportzone abzuwägen. Altherr ist überzeugt, dass die Wintersportzone nach wie vor von der Bevölkerung gewünscht wird – auch ohne Skilift. Sollte das Verfahren dazu führen, dass es zu einer Zonenänderung kommt, wird diese anschliessend öffentlich aufgelegt und dem fakultativen Referendum unterstellt..