Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SKI ALPIN: Eine Toggenburgerin trainiert junge Skirennfahrer an den Paralympics

Am Freitag beginnen in Pyeongchang die zwölften Paralympics. Als Alpin-Trainerin ist Nadja Hartmann aus Ebnat-Kappel dabei. Die von ihr geförderten jungen Athleten gehören zu den Medaillenkandidaten.
Urs Huwyler
Die Trainerin Nadja Hartmann und die Para-Talente schreiben gemeinsam an einer sportlichen Erfolgsgeschichte. (Bild: Urs Huwyler)

Die Trainerin Nadja Hartmann und die Para-Talente schreiben gemeinsam an einer sportlichen Erfolgsgeschichte. (Bild: Urs Huwyler)

Mitte Juni des vergangenen Jahres gab die Ebnat-Kapplerin Nadja Hartmann die Verantwortung als Nachwuchs-Headcoach des Swiss Paralympic ­Skiteams ab. Die frühere Europa­cup-Skirennfahrerin wechselte als Assistentin zur Elite, nachdem ihre Schützlinge auf Weltcup- und Weltmeisterschaftsstufe Erfolge zu feiern begannen. Der 20-jährige Robin ­Cuche aus Saules im Berner Jura wurde 2017 Vizeweltmeister in der Kombination, der zwei Jahre ältere Théo Gmür aus Haute-Nendaz im Wallis sicherte sich WM-Silber im Riesenslalom. Ihr freigewordener Nachwuchs-Job übernahm vorübergehend Philipp Zinniker aus Krummenau, der sich nun wieder um den Stützpunkt Ostschweiz kümmert.

Die von Nadja Hartmann trainierten Théo Gmür (links) und Robin Cuche zählen zu den Medaillenkandidaten. (Bild: Urs Huwyler)

Die von Nadja Hartmann trainierten Théo Gmür (links) und Robin Cuche zählen zu den Medaillenkandidaten. (Bild: Urs Huwyler)

Nadja Hartmann betreut dagegen ihre «jungen Wilden» nun auch an den Paralympics in Pyeongchang. Diese dauern von Freitag, 9. März, bis Sonntag, 18. März. Für die 41-jährige Toggenburgerin sind es nach Sotschi 2014 die zweiten Weltspiele der Parasportlerinnen und -sportler. «Ich hoffe, in Südkorea wird alles programmgemäss verlaufen», sagt die diplomierte Sportphysiotherapeutin. «In Russland herrschten schwierige Bedingungen. Wind, Regen, Verschiebungen, Stürze oder Löcher in der Piste. Die Erinnerungen daran sind zwiespältig. Ein unvergessliches Erlebnis waren die Spiele trotzdem.»


Die jungen Wilden Cuche und Gmür

Vier der sieben selektionierten Schweizer Alpinen gehören in Pyeongchang zu den Mitfavoriten. Théo Gmür, dessen verstorbener Vater in jungen Jahren aus Amden ins Wallis gezogen war, gewann im Winter 2017/18 sowohl den Gesamtweltcup als auch die Riesenslalom-Disziplinenwertung. Speed-Spezialist Robin Cuche stand zuletzt in Kanada beim Weltcup-Final auf dem Podest. «Gelingt es Théo und Robin, ruhig zu bleiben, können sie Medaillen gewinnen.»

Nadja Hartmann weiss um deren Qualitäten. Pyeongchang könnte für die Trainerin – wie bei Olympia für ihren Ebnat-Kappler Snowboard-Chef Christian Rufer – zu einem Karrierenhöhepunkt werden. Vor Sotschi 2014 hatte sie betont, 2018 sollten ihre Jungs und Girls so weit sein, um vorne mitzufahren. Die Girls wurden verletzungsbedingt zurückgeworfen, die Jungs sind für einen Exploit bereit.

Ende Saison wird der Posten des Alpinchefs frei. Bevor die Frage gestellt ist, winkt Nadja Hartmann bereits ab. «Ich möchte nicht Chef sein und dauernd irgendwelche Probleme lösen, sondern mit den Athleten auf dem Schnee arbeiten», stellt sie klar. Wobei sie mit einzelnen Teams auch mal – wie zuletzt in Abtenau – allein unterwegs ist. «Aber wir hatten dort keine Probleme», kontert sie lachend.


Trainerin, Betreuerin, Servicefrau oder Vertrauensperson

Eine Woche nach der Rückkehr aus Südkorea folgt in Obersaxen der Europacup-Final, der zugleich als WM-Hauptprobe für die WM 2019 in der Surselva gilt. Ob die Trainerin Leistungssport Swiss Olympic, eidgenössische Schneesportlehrerin, Expertin J+S/Erwachsenensport und begeisterte Berggängerin und Kletterin weiterhin dabei sein wird, lässt sie offen. «Mitentscheidend wird sein, wie die neue Führung aussieht und welche Vorstellungen der Cheftrainer und die Teamleitung haben.»

Ein Job bei Swiss Ski wäre höchstens im Nachwuchsbereich denkbar. «Aber dort gilt es viel Energie in die Elternarbeit zu stecken. Wie gesagt, ich möchte die Kinder und Jugendlichen fördern», betont sie. Trainerin, Betreuerin, Servicefrau, Vertrauensperson, Teammanagerin, die Vielfalt der Arbeiten behagt ihr. «Nadja Hartmann ist ein Glücksfall», hat Christof Baer, stellvertretender Chef de Mission an den Olympischen Spielen in Pyeongchang, festgestellt. Er war einst ihr Chef beim Paraskiteam.


Vielseitiges Engagement in den skifreien Wochen

Seit 2003 trainiert und fördert das Energiebündel aus dem Toggenburg allerdings nicht nur mit dem nötigen Ehrgeiz Leistungssportler, sondern auch Sportinteressierte mit einem Handicap, die sich als Anfänger auf Schnee versuchen möchten. «Die bei beim Verband PluSport ausgeschriebenen Kurse sind immer gut besucht. Das Interesse, sich im Schnee zu bewegen, besteht auch bei behinderten Menschen», hat die multifunktionale Idealistin festgestellt.

In den skifreien Wochen arbeitet sie als Freelancer im Grand Resort Bad Ragaz (Swiss Olympic Medical Center) als Physiotherapeutin. Sie bringt dort verletzte Skigrössen auf den Weg zum Comeback oder arbeitet bei Trainings- und Wettkampfunterbrüchen als «angelernte» Dachdeckerin in Wildhaus. «Als Kletterin habe ich mich an die Höhe gewöhnt.» Sie wäre auch auf den Höhenflug in Pyeongchang vorbereitet.

Vizemeisterin 1996

Nadja Hartmann gehörte einst zu den vielen Toggenburger Alpin-Talenten. 1996 gewann die 2000 zurückgetretene Teamkollegin von Nadja Styger an der Junioren-Schweizer-Meisterschaft Silber in der Abfahrt. Den Titel holte sich Linda Alpiger aus Wildhaus. Zeitgleich mit Nadja Hartmann fuhr Corinne Kuhn aus Krummenau auf Platz zwei. Der dreifache Toggenburger Sieg liess für die Zukunft einiges erhoffen. Zumal bis zu zehn Nachwuchsfahrer einem Swiss-Ski-Kader angehörten – und immer wieder im Welt- und Europacup auftauchten. Die Zeiten jedoch haben sich geändert. (uhu)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.