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SKELETON: Kopfvoran durch den Eiskanal

Dieses Wochenende stehen in St. Moritz die Junioren-Weltmeisterschaften auf dem Programm. Am Start ist auch Julia Simmchen aus Teufen. Sie gehört zu den hoffnungsvollsten Talenten.
Jesko Calderara
Die Spitzengeschwindigkeiten beim Skeleton liegen bei über 130 Kilometern pro Stunde. (Bild: PD)

Die Spitzengeschwindigkeiten beim Skeleton liegen bei über 130 Kilometern pro Stunde. (Bild: PD)

Jesko Calderara

jesko.calderara@appenzellerzeitung.ch

Die sportliche Laufbahn von Julia Simmchen war familiär vorgezeichnet. Bereits ihre Mutter war eine Skeletonfahrerin und der Grossvater Jean Wicki gewann 1972 an den Olympischen Winterspielen im Viererbob mit Hausi Leutenegger gar die Goldmedaille. Die 16-jährige Teufnerin gehört mittlerweile schweizweit zu den grössten Talenten im Bereich Skeleton. Dieses Wochenende startet sie an den Junioren-Weltmeisterschaften auf ihrer Hausstrecke in St. Moritz. «Für mich ist dies der Saisonhöhepunkt», sagt Julia Simmchen. Als Ziel strebt sie eine Klassierung unter den besten zehn an. Zur Vorbereitung auf den Grossanlass standen diese Woche verschiedene Trainingsläufe auf ihrem Plan.

Beim Skeleton fahren die Athletinnen und Athleten mit hoher Geschwindigkeit bäuchlings und mit dem Kopf voran auf einem speziellen Rodelschlitten durch einen Eiskanal. Erstmals ausprobiert hat Julia Simmchen diese Sportart vor ungefähr vier Jahren, mit 14 Jahren erhielt sie dann die Lizenz. Unterdessen bestreitet sie die dritte Saison. Auf dem Programm stehen dabei Europacuprennen in Deutschland, Norwegen, der Schweiz und anderen Ländern. Diese Resultate entscheiden über die Selektion für Grossanlässe wie Weltmeisterschaften. Wettkämpfe bestreitet die Teufnerin bei den Aktiven und bei den Junioren. Dort liegt das Alterslimit allerdings bei 23 Jahren.

Gefragt sind Technik und Präzision

Am Skeleton faszinieren Julia Simmchen verschiedene Aspekte. Der Sport sei abwechslungsreich und spannend. «Zudem ist ein hohes Mass an Präzision gefragt.» Auch Spitzengeschwindigkeiten von über 130 Kilometer pro Stunde hätten einen besonderen Reiz, sagt sie. «Extrem ist dabei vor allem der Druck in den Kurven.» Ähnlich wie beim Bobsport ist der Start eine der wichtigsten Phasen eines Rennens. Er ist entscheidend für eine starke Schlusszeit. Die Fahrerinnen und Fahrer starten in gebückter Haltung. Nach einem kurzen Sprint springen sie auf ihren Schlitten. «Dabei zählen Faktoren wie eine gute Technik und genügend Kraft», sagt Julia Simmchen. Als weitere Herausforderung nennt sie die Einzigartigkeit jeder Bahn. Umso wichtiger seien die optimale Materialabstimmung und die Fähigkeit, den Schlitten richtig zu lenken.

Zurzeit besucht Julia Simmchen die Sportmittelschule der Academia Engiadina in Samedan, wo sie nächstes Jahr die Matura machen wird. Die Wahl dieser Ausbildungsstätte ist kein Zufall. Sie liegt in der Nähe der Bobbahn St. Moritz, wo die junge Sportlerin jeweils trainiert. Früher besuchte Julia Simmchen die Sportschule in Brig. Zudem gehört sie dem Bobclub Frauenfeld an und war einst Schülerin der Sportschule Appenzellerland. «Solche Institutionen helfen, Sport und Schule zu vereinbaren.» Trotzdem sind die Strukturen in der Schweiz weniger professionell wie beispielsweise in Deutschland, der führenden Skeleton-Nation. Der Verband unterstützt seine Sportler nur beschränkt, indem er beispielsweise die Trainer stellt. Ansonsten müssen sie die Ausgaben für ihr Hobby selbst finanzieren. Ein Schlitten kostet dabei bis zu 10000 Franken. Zu den Fahrten an die Rennen schliesst sich die Teufner Nachwuchsathletin jeweils einer Fahrgemeinschaft der Schweizer Teammitgliedern an. Gross ist auch der Trainingsaufwand. Simmchen absolviert ihre Einheiten in St. Moritz, im Kraftraum und auf spezifischen Anschubbahnen.

Winterspiele 2022 als Ziel

Simmchen, die früher Leichtathletik betrieb, konnte in ihrer jungen Karriere bereits einige Erfolge feiern. So war sie Schweizermeisterin bei den Junioren und den Aktiven. Dazu kommen mehrere Klassierungen unter den besten zehn. Ihr grosses Fernziel sind die Olympischen Winterspiele in Peking.

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