Sirenentest
«Nicht überall ist das Alarmsignal gleich gut hörbar»: Ausserrhoden testet am Mittwoch drei neue mobile Sirenen

Am Mittwoch werden zwischen 13.30 und 14 Uhr die Sirenen getestet. In Ausserrhoden werden auch drei mobile Sirenen unterwegs sein, welche das Alarmsignal in die entlegenen Weiler tragen.

Claudio Weder
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Mobile Sirenen können mit Hilfe eines starken Magneten auf praktisch jedes Autodach platziert werden.

Mobile Sirenen können mit Hilfe eines starken Magneten auf praktisch jedes Autodach platziert werden.

Bild: Kanton AR

Am Mittwoch ist es wieder soweit: In der ganzen Schweiz werden die Sirenen auf ihre Funktionsweisen überprüft. Auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden erklingt zwischen 13.30 und 14 Uhr das altbekannte Signal.

In Ausserrhoden gibt es 31 stationäre Sirenen. Diese werden per Mausklick von der Notrufzentrale der Ausserrhoder Kantonspolizei sowie von einem zweiten, öffentlich unbekannten Ort, ausgelöst. «Aufgrund der hügeligen Topografie sind die stationären Sirenen aber nicht überall gleich gut hörbar», sagt Detlev Eberhard, Leiter der Koordinationsstelle für den Bevölkerungsschutz. Aus diesem Grund besteht in Ausserrhoden seit Jahrzehnten parallel zu den stationären Sirenen ein dichtes Netz von insgesamt 32 Alarmierungsrouten. Diese werden mit mobilen Sirenen abgefahren, welche den Alarm auch in entferntere Weiler tragen. In diesem Jahr kommen drei weitere Routen hinzu.

Auf Auslösung vor Ort wird verzichtet

Detlev Eberhard, Leiter Koordinationsstelle für den Bevölkerungsschutz AR.

Detlev Eberhard, Leiter Koordinationsstelle für den Bevölkerungsschutz AR.

Bild: PD

«Eine Beschallungsanalyse, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz vorgenommen wurde, hat ergeben, dass gerade in den Gebieten Stofel in Teufen sowie in den Gemeindeteilen Wienacht-Tobel und Haufen in Lutzenberg noch Optimierungspotenzial vorhanden ist», sagt Eberhard. Diese Routen werden nun erstmals getestet und danach in die Alarmierungspläne aufgenommen.

Aufgrund der Covid-Vorschriften des Bundes beschränkt sich der Sirenentest am Mittwoch auf diese drei neuen Routen, die übrigen 35 werden gemäss Eberhard nicht befahren. Zudem beschränkt sich der Sirenentest auf die Überprüfung des Fernauslösesystems. «Auf die Auslösung der stationären Sirenen vor Ort wird verzichtet.»

Mobile Sirenen bringen laut Eberhard entscheidende Vorteile mit sich. «Die Geräte können mit Hilfe eines starken Magneten praktisch auf jedes Autodach angebracht werden.» Gespiesen werden sie von der Autobatterie, das Steuerungselement wird auf dem Beifahrersitz platziert. Ebenfalls sind die mobilen Sirenen mit einer leistungsfähigen Sprechdurchsage-Anlage ausgestattet. «Dies erlaubt, die Bevölkerung in einem Notfall rasch und direkt zu informieren und Verhaltensanweisungen durchzugeben», sagt Eberhard. Ein weiterer Vorteil: «Die Alarmierung und Information funktionieren auch dann noch, wenn der Netzstrom ausgefallen ist, weder Festnetz- noch Mobiltelefone funktionieren sowie der Radioempfang nur beschränkt verfügbar ist.»

Das Alarmsignal ins Bewusstsein rufen

«Der jährliche Sirenentest hat zum Ziel, das Alarmierungssystem auf seine Funktionsfähigkeit zu überprüfen», sagt Eberhard. Ebenso soll der Bevölkerung das Alarmsignal ins Bewusstsein gerufen werden. Sollte das Signal ausserhalb des Testlaufs erklingen, bedeutet dies, dass eine Gefährdung der Bevölkerung möglich ist. In diesem Fall ist die Bevölkerung aufgefordert, Radio zu hören, die Anweisungen der Behörden zu befolgen und die Nachbarn zu informieren.

«Letzteres ist vor allem deshalb wichtig, weil es vorkommen kann, dass man sich im Haus befindet, aber das Signal nicht hört», sagt Eberhard. Insbesondere die moderne Bauweise mit ihrer guten Schalldämmung habe dazu beigetragen. Aus diesem Grund empfiehlt Eberhard, die App Alertswiss zu installieren. Über diese kann die Bevölkerung – ergänzend zum Alarmierungs- und Informationssystem mittels Sirenen und Radio – in einer Notsituation wertvolle Informationen erhalten.

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