SIRENENTEST: Das ist bei einem echten Alarm zu tun

Heute werden zum Test wieder die Sirenen losheulen. Pascal Stöckli, Kommandant der Regionalen Zivilschutzorganisation Toggenburg, erklärt dazu, was die Bevölkerung bei einem Testalarm zu beachten hat.
Urs M. Hemm
Pascal Stöckli, Kommandant der Regionalen Zivilschutzorganisation, koordiniert und überwacht den Sirenentest im Toggenburg. (Bild: Urs M. Hemm)

Pascal Stöckli, Kommandant der Regionalen Zivilschutzorganisation, koordiniert und überwacht den Sirenentest im Toggenburg. (Bild: Urs M. Hemm)

Urs M. Hemm

urs.hemm@toggenburgmedien.ch

13.30 Uhr – gleichzeitig werden landesweit, so auch im Toggenburg, alle Sirenen ausgelöst, um deren Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. "Im Normalfall wird heutzutage keine Sirene mehr manuell vor Ort betätigt – ein Alarm wird zentral durch die Kantonale Notrufzentrale in St.Gallen ausgelöst", sagt Pascal Stöckli, Kommandant der Regionalen Zivilschutzorganisation Toggenburg (RZSO), die seit kurzem unter einem Dach organisiert ist. Zur Vorbereitung auf diesen Test gehöre es vor allem dazu, die Liste der verantwortlichen Personen für die Sirenen in den Gemeinden zu aktualisieren, "welche aber immer auf dem neuesten Stand war und ist". Zudem muss Stöckli im Falle eines technischen Problems, die Fehlermeldung an die kantonale Stelle weitergeben, damit dieses sofort behoben werden kann. "Der Alarm wird in diesem Jahr insgesamt dreimal ausgelöst: zweimal elektronisch und einmal per Hand. Dies für den Fall, dass die anderen technischen Mittel ausfallen würden", sagt Kommandant Pascal Stöckli. Im Toggenburg gibt es insgesamt 32 Standorte, an denen Sirenen installiert sind. Die Funktionstüchtigkeit jeder einzelnen Sirene wird auf dem zentralen Computer des Amtes für Militär und Zivilschutz (AfMZ) direkt übertragen.

Den Nachbarn wenn möglich informieren und helfen

Getestet werden der Allgemeine und, an Orten unterhalb Stauwehren, der Wasseralarm (die beiden Alarmsignale sind zu hören auf: www.babs.admin.ch ). "Die Bevölkerung ist in jedem Alarmfall angehalten, Radio SRF einzuschalten, wo die Verhaltensanweisungen zur gegenwärtigen Notfallsituation der zuständigen Behörden übertragen werden." Wichtig in diesem Zusammenhang sei auch die Eigenverantwortlichkeit: "Zwar ist geplant, in diesem Jahr die Alarmierung per Alertswiss-App schweizweit aufzuschalten. Bis dahin gibt es aber noch immer beispielsweise Gehörlose oder Migranten, welche entweder den Alarm nicht hören oder die Anweisungen im Radio oder Fernsehen nicht verstehen. Da ist es unsere Aufgabe, uns um solche Menschen zu kümmern und diese über die Notfallsituation zu informieren und ihnen entsprechend zu helfen." Mit der Beschallungsplanung, die zurzeit überarbeitet wird, wird zudem evaluiert, ob es Orte gibt, beispielsweise grössere Weiler, wo stationäre an Stelle von mobilen Sirenen eingesetzt werden könnten. "In diesem Falle würde die Alarmierung, da automatisch ausgelöst, schneller erfolgen und würde zudem Material und Personal einsparen", erläutert Stöckli. Dies gilt insbesondere für Weiler, wo hundert oder mehr Menschen wohnen. Mobile Sirenen werden auf Fahrzeuge montiert und dann geplante Routen abgefahren, damit die Bevölkerung in diesen abgelegenen Gebieten alarmiert werden kann.

Verantwortung trägt der Kanton, nicht die Gemeinde

Grundsätzlich werden Sirenen an zentralen, erhöhten Orten platziert, damit die Reichweite gross ist, das heisst, möglichst alle Menschen erreicht werden. "Dies kann auf öffentlichen, aber auch auf privaten Gebäuden oder auf privatem Grund sein", sagt Pascal Stöckli. Für deren Betrieb sei jedoch in jedem Fall der Kanton verantwortlich. Dies gilt auch, wenn eine Sirene am Testtag nicht funktionieren würde. "Ich bekomme eine sofortige Meldung, wenn eine Sirene versagen sollte, und gebe diese Information an die zuständige Stelle des Kantons weiter. Diese bietet dann einen Spezialisten auf, welcher den Fehler schnellstmöglich behebt."

Im Notfall arbeiten alle Behörden, sprich Polizei, Sanität, Feuerwehr und Zivilschutz zusammen, wie es auch bei den Aufräumarbeiten nach dem Sturm "Burglind" der Fall war, der im Toggenburg massive Schäden verursacht hatte.

Sirenentest 2018

Ausgelöst wird heute Mittwoch, 7. Februar, um 13.30 Uhr das Zeichen "Allgemeiner Alarm " . Dies ist ein regelmässig auf- und absteigender Heulton von einer Minute Dauer, der nach einem Unterbruch von zwei Minuten noch einmal während einer Minute zu hören ist. Wenn nötig, darf die Sirenenkontrolle bis 14 Uhr weitergeführt werden. Landesweit werden mehr als 8 000 Sirenen, davon 5 000 fest installierte und rund 2 800 mobile auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet. Im Kanton St.Gallen werden alle 234 stationäre Sirenen ferngesteuert sowie von Hand ausgelöst. Ebenfalls werden die 152 mobile Sirenen getestet. Im Toggenburg sind es 32 festinstallierte Sirenen. (pd)

www.babs.admin.ch/de/alarm/sirenentest

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