Sinnvoller Umgang mit Medien fängt im Elternhaus an

Etwa sechzig Personen folgten der Einladung der Elternbildungskommission Mosnang zu dem Referat «Computer, Handy & Co» von Claudia Hengstler, Pädagogin, Kinderschutzzentrum St. Gallen.

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MOSNANG. Heidi Widmer, Schulrätin und Leiterin der Elternbildungskommission, begrüsste die Eltern zum zweiten Elternbildungsanlass in diesem Jahr. Claudia Hengstler, die Referentin, erklärte, dass die Problemstellungen im Umgang der Kinder mit den Medien in den letzten Jahren komplexer und schwieriger geworden sind. Patentrezepte gebe es keine, doch es bestehe die Chance, dass die Jugendlichen mit geeigneten Hilfestellungen und Inputs die Medien sinnvoll nutzen können.

Fluch und Segen zugleich

Laut einer Studie, die in der Schweiz durchgeführt wurde, reden nur drei von fünf Kindern mit ihren Eltern über ihre Erfahrungen mit den Online-Medien. Mit Tips für mehr Sicherheit im Umgang mit Handys und den Online-Medien und praktischen Hinweisen, die auf den vorgängig an die Eltern verteilten Literaturlisten dokumentiert waren, zeigte Claudia Hengstler einen Weg auf, offen mit den Kindern die Problematik anzugehen. Die Referentin wies auf das Potenzial der Online-Medien für Jugendliche hin. Neben Information dient das Internet den Kindern auch als Mittel zum Ausdruck der Kreativität. Kinder wollen etwas bewirken und finden im Internet eine Ersatzbefriedigung, wenn sie dieses Bedürfnis sonst nicht ausleben können. Die Folgen von unkontrolliertem Umgang mit den Medien würden aber gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder haben, zeigte die Referentin auf. So seien Suchtprobleme, Bewegungsarmut und respektloses Verhalten im scheinbar rechtsfreien Raum des Internets nur einige der vielen Probleme, welche bereits bestehen würden.

PC ersetzt keine Beziehungen

Mit dem Hinweis, dass es aus der Gehirnforschung erwiesen sei, dass das Hirn von Kindern ständig lerne, wechselte Claudia Hengstler zur Thematik der Computerspiele. Zu viel Zeit am Bildschirm sei gestohlene Körperlernzeit und keineswegs eine Möglichkeit, Aggressionen abzubauen. Die wichtigsten Erfahrungen seien für Jugendliche lebendige Beziehungserfahrungen.

Eindrücklich bekamen alle Anwesenden anschliessend demonstriert, wie einfach Kinder ohne Aufsicht im Internet pornographische Inhalte einsehen können. Nach einem weiteren Themenblock über die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter bekam ein nachdenklich gestimmtes Publikum während einer kurzen Pause Gelegenheit sich auszutauschen. Im zweiten Teil des Referats wurden technische Schutzmassnahmen vorgestellt. Die Referentin stellte aber klar, dass diese die elterliche Präsenz nicht ersetzen können. Eltern sollen sich informieren, Offenheit und Interesse zeigen und ihren Kindern helfen, Verantwortung zu übernehmen. Panikreaktionen der Eltern und haufenweise Verbote brächten keine Lösung. Zum Schluss sagte Claudia Hengstler, dass es wichtig sei, sich bei Problemen im Umgang mit Medien Unterstützung zu holen. Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter und auch das Kinderschutzzentrum St. Gallen sind geeignete Anlaufstellen dafür. (pd)

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