Singen für «Jeder Rappen zählt»

WATTWIL. Zum Ausklang des Jubiläumsjahrs der Musikschule Toggenburg sangen Wattwiler Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Musiklehrer Rico Roth am Mittwochabend Spirituals und moderne Adventslieder. Der Erlös von 2638,50 Franken geht an die Aktion «Jeder Rappen zählt».

Tanja Trauboth
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Mindestens doppelt so laut wie bei den Proben sangen die Kinder bei ihrem grossen Auftritt in der evangelischen Kirche Wattwil. (Bild: Tanja Trauboth)

Mindestens doppelt so laut wie bei den Proben sangen die Kinder bei ihrem grossen Auftritt in der evangelischen Kirche Wattwil. (Bild: Tanja Trauboth)

wattwil. Am Mittwochnachmittag war am Bundesplatz in Bern Adventssingen für jedermann im Rahmen der Sammelaktion des Schweizer Radios «Jeder Rappen zählt». Wattwils Schülerinnen und Schüler veranstalteten am Abend ihr eigenes Adventssingen in der evangelischen Kirche. Die Kollekte ging an die Aktion «Jeder Rappen zählt». Mit den Spenden wird in diesem Jahr Kindern geholfen, die von Krieg betroffen sind.

Beginn einer neuen Tradition

Auch am Wattwiler Adventssingen durfte jeder mitsingen. Die Schülerinnen und Schüler verteilten am Eingang Notenblätter. Das Adventssingen als Gemeinschaftsveranstaltung von Schule und Musikschule Toggenburg (MST) in der evangelischen Kirche Wattwil war der Abschluss des 40-Jahr-Jubiläums der MST und der Beginn einer neuen Chortradition. Im nächsten Jahr soll das Singen in den Toggenburger Schulen zum Schwerpunkt des Musikunterrichts avancieren, mit dem Ziel, Chöre zu bilden und das Singen im Chor zu fördern. Was es heisst, wenn rund 120 Kinder mit hellen Stimmen in einem Chor singen, dafür gab das Adventssingen eine erste Kostprobe. Auch das Publikum erschien in grosser Zahl.

Globale Weihnachtslieder

Auf dem Programm stand viel Amerikanisches. In erster Linie Spirituals, die religiöse Musik mit denen die ersten Afro-Amerikaner sich trotz harter Sklavenarbeit die Würde und Lebensfreude erhielten. Gleich zweimal schmetterte der Schülerchor «Go tell it on the mountain», fünfmal so laut wie bei der Generalprobe, bestätigte Rita Hemmi, die pädagogische Leiterin der MST. Auch «Rudolph, the Red-Nosed Reindeer» entstand in einer schwierigen Zeit 1939. Es gehört längst zum globalen Weihnachtsliedgut, obwohl die Figur Rudolph ursprünglich für ein Malbuch konzipiert wurde, das ein Warenhaus in Chicago seinen Kunden als Werbegeschenk mitgab. Rudolph wurde zwar von den anderen Rentieren gehänselt für seine rote Nase. Seine Eltern genierten sich aber nicht, sondern erzogen ihn mit Wärme und stärkten sein Selbstvertrauen. Er liess sich nicht vom Mobbing der anderen kleinkriegen, sondern führte verantwortungsbewusst das Rentierteam an Weihnachten im Nebel. «Wärst du nicht gewesen, wir hätten uns alle verlaufen», bedankte sich Santa Claus.

Weihnachtsstimmung

«Feliz Navidad - Merry Christmas» von José Feliciano sangen die Kinder auf Spanisch und auf Englisch. Oberstufenschülerinnen brillierten mit Hits von Alanis Morriset und Bosco Hogan. Auch «Jingle Bells» fehlte nicht. Damit das Europäische nicht zu kurz kam, spielte das Orchester aus Lehrerinnen und Lehrern der MST die «Petersburger Schlittenfahrt». Beim Schweizer Klassiker «Das isch de Stärn von Bethlehem» aus der «Zäller Wiehnacht» von Paul Burkhard (1911 - 1977) sang das Publikum mit. Bei der Zugabe, der Wiederholung von «Go tell it on the Mountain» klatschte es laut mit. Nun war die Weihnachtsstimmung perfekt, die schon Schulratspräsident Norbert Stieger gleich am Anfang eingeläutet hatte, indem er ein Gedicht vortrug.

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