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Silvesterchläuse inkognito

URNÄSCH. Fällt der (Alte) Silvester auf einen Sonntag, wird nicht gechlaust – jedenfalls nicht in typischer Aufmachung. Doch einige Angefressene belebten vor Jahrzehnten in Urnäsch das Spasschlausen neu. Heute gehen bis zu 30 Gruppen um.
Johannes Wey
Weil der Alte Silvester auf einen Sonntag fällt, werden die Silvesterchläuse am 13. Januar nicht in ihrer üblichen Aufmachung unterwegs sein. (Bild: Guido Berlinger-Bolt)

Weil der Alte Silvester auf einen Sonntag fällt, werden die Silvesterchläuse am 13. Januar nicht in ihrer üblichen Aufmachung unterwegs sein. (Bild: Guido Berlinger-Bolt)

Keine Regel ohne Ausnahme: Fällt Silvester oder wie in diesem Jahr der Alte Silvester auf einen Sonntag, soll ein Tag früher als üblich gechlaust werden. Doch in Urnäsch hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Szene gebildet, die es sich nicht nehmen lassen will, ihren Nachbarn, Verwandten und Bekannten ein frohes neues Jahr zu wünschen – und zwar auch am richtigen Datum. So werden auch in diesem Jahr am Samstag die Silvesterchläuse und am Sonntag die Spasschläuse umgehen.

Kirche störte sich am Treiben

Einer, der sich mit dem Brauch bestens auskennt, ist Walter Frick, Kurator im Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch und selbst aktiver Silvesterchlaus. Dass sich die Silvesterchläuse am Sonntag nicht auf den Strassen herumtreiben, war eine von zahlreichen Massnahmen, den wilden Brauch mit dem Kirchenjahr zu vereinbaren, sagt Frick. «Die Kirche hat sich immer gegen den Brauch gewehrt, was heute allerdings kein Thema mehr ist. Ich kann mich noch daran erinnern, dass bis Ende der 1960er-Jahre das Chlausen im Dorf während Gottesdiensten verboten war.»

Sechs Brüder, ein Schuppel

Walter Frick und seine fünf Brüder, die früher zusammen den Waisenhausschuppel bildeten, wollten sich das Chlausen am Sonntag nicht nehmen lassen. Zum erstenmal ging er mit 19 Jahren, zum Jahreswechsel 1979/1980, spasschlausen. «Wir wollen die Leute hochnehmen und uns so verkleiden, dass uns niemand erkennt. So wie es auch früher Brauch war», sagt Frick. Mit dem Spasschlausen belebten die jungen Urnäscher einen alten Brauch wieder und gaben ihm die Bedeutung, die er heute hat: Fällt der (Alte) Silvester auf einen Sonntag, geht man nicht im üblichen «Groscht» auf Tour. «Beim dritten Mal trafen wir plötzlich auf andere Spasschläuse. Und beim letzten Mal, als der Alte Silvester auf einen Sonntag fiel, waren rund 30 Schuppel unterwegs, gleich viele wie am Tag zuvor», beschreibt Frick, wie sich der Brauch verbreitete.

Ziel: Unerkannt bleiben

Walter Frick wird auch am nächsten Sonntag wieder als Spasschlaus unterwegs sein. In der Zwischenzeit haben zwei seiner Brüder altershalber mit dem Chlausen aufgehört, dafür ist ein neues Mitglied zum Waisenhausschuppel dazugestossen. Auch in diesem Jahr wird die Gruppe am Sonntag in einem neuen Groscht auf Tour gehen. Wie es aussehen wird, will Walter Frick allerdings nicht verraten. Schliesslich soll man beim Spasschlausen nicht erkannt werden.

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