Signal freut – lässt aber auch Fragen zurück

Ein Ja zu den Planungsgrundlagen für eine neue Migros im Zentrum von Herisau war angesichts der Abstimmungsparolen im Vorfeld zu erwarten – dass es so deutlich ausfällt, ist dann doch überraschend.

Roger Fuchs
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Ein Ja zu den Planungsgrundlagen für eine neue Migros im Zentrum von Herisau war angesichts der Abstimmungsparolen im Vorfeld zu erwarten – dass es so deutlich ausfällt, ist dann doch überraschend. Die Mehrheit jener, die am Wochenende an die Urne gingen, will, dass es punkto Migros endlich vorwärts geht. Dabei wird in Kauf genommen, dass geschützte Objekte wie der Brühlhof oder der Mammutbaum geopfert werden. Zu gross ist die Vorfreude auf ein neues Einkaufserlebnis – eines ohne schwindelerregend enge Parkhauseinfahrt und eines mit mehr als nur einem einzigen Lift, in dem kaum drei Personen mit ihren Einkaufswagen Platz haben.

Zum Ja beigetragen haben dürften auch die in Herisau ansässigen Gewerbebetriebe. Seitens des Gewerbes und Detailhandels wurde mehrfach betont, dass sie eine grössere Migros als Chance sehen, die Kundenfrequenz im Dorf zu steigern. Wenn die Heimatschutz-Obfrau in solchen Momenten, ohne zuvor mit dem Gewerbe gesprochen zu haben, einfach das Gegenteil sagte, wirkte dies wenig glaubwürdig.

Und doch: Letztlich wird man nach der Abstimmung folgende Fragen weitertragen müssen: Macht es überhaupt Sinn, Objekte unter Schutz zu stellen, wenn bei übergeordneten Interessen geschützte Objekte doch geopfert werden? Was ist der Wert von geschützten Objekten? Ist es mit der Antwort «Keine Regel ohne Ausnahme» getan? Diese Diskussion zu lancieren, liegt am Heimatschutz. Dass dieser im vorliegenden Fall das Ergebnis akzeptiert, ist gut und richtig. Wie stark eine neue Migros Herisau vorwärts bringt, zeigt aber erst die Zukunft.

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch