Sieger
Ein Titel kommt selten allein: Simon Ehammer, der Schweizer Leichtathlet des Jahres, ist nun auch Appenzeller des Jahres

Dem Zehnkämpfer aus Stein ist dieses Jahr vieles gelungen. Mit seinen herausragenden sportlichen Leistungen eroberte er auch die Herzen der Leserinnen und Leser.

Karin Erni
Drucken
Teilen
Simon Ehammer aus Stein ist einer der weltbesten Zehnkämpfer.

Simon Ehammer aus Stein ist einer der weltbesten Zehnkämpfer.

Hanspeter Schiess

Der «Appenzeller des Jahres» 2020 ist erkoren. Simon Ehammer erhielt von den Leserinnen und Lesern der Appenzeller Zeitung am meisten Stimmen: Der Name des 20-jährigen Zehnkämpfers aus Stein stand auf 122 Wahlzetteln. Er hat damit den Heidler Museumsleiter Andres Stehli, auf den 72 Stimmen fielen, auf den Ehrenplatz verwiesen. Dritte wird mit 55 Stimmen die Familie Carniello aus Trogen, die in der Coronazeit einen Hilfsdienst betrieb.
Das Jahr 2020 verlief für Simon Ehammer äusserst erfreulich: Im Sommer sorgte der Leichtathlet des TV Teufen international für Schlagzeilen. Mit gerade einmal 20 Jahren gelang ihm der Sprung in die erweiterte Weltelite. Er stellte im August in Langenthal mit 8231 Punkten eine neue persönliche Bestleistung und einen neuen U23-Schweizer Rekord im Zehnkampf auf. Damit reihte er sich in der Jahresweltbestenliste an zweiter Position ein. Am Meeting in Schaffhausen war er im Juni 8,15 Meter gesprungen – das ist der zweitlängste Sprung eines Schweizer Leichtathleten überhaupt. In Magglingen verbesserte er im Februar den Hallenrekord im Siebenkampf auf 5915 Punkte und holte den nationalen Meistertitel. Seine grössten internationalen Wettkampferfolge waren bisher der Sieg an der Junioren-Europameisterschaft 2019 und die Bronzemedaille an der Junioren-WM 2018.

Der gelernte Sportartikelverkäufer Simon Ehammer absolviert gegenwärtig die Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen. Sicherlich werde er am schönen Bielersee auch Heimweh nach seinem noch schöneren Appenzellerland haben, schreibt er auf seiner Website.

«Manchmal muss es halt auch Zehnkämpfern etwas wehtun.»

Die Redaktion der «Appenzeller Zeitung» bemüht sich jedes Jahr, Kandidatinnen und Kandidaten aus unterschiedlichen Lebensbereichen zur Wahl vorzuschlagen. Wie die Ehrentafel der bisherigen «Appenzeller des Jahres» zeigt, stehen Sportler generell hoch in der Gunst des Publikums. 2018 gewann der Oberegger Skicrosser Marc Bischofberger. 2014 war es Peter Berweger, Leiter Gymteam Stein. 2012 machte Extremsportler Reto Schoch aus Speicherschwendi das Rennen. 2010 schwang sich Michael Bless aus Gais in die Herzen der Appenzellerinnen und Appenzeller. 2008 gewann Rollstuhlsportlerin Sandra Graf aus Gais und im Jahr 2006 holte Gerd Oberdorfer mit Faustball Schwellbrunn den Titel. Die überdurchschnittlich starke Vertretung der Sportlerinnen und Sportler könnte aber schlicht und einfach damit zusammenhängen, dass hinter ihnen oft Vereine stehen, die viele Stimmen mobilisieren.