Sieben Beiträge für Werke

Die Ausserrhodische Kulturstiftung vergibt sieben Werkbeiträge. Am Festakt treten mit Schlagzeuger Lukas Meier und Tänzer Philip Amann zwei der ausgezeichneten Kunstschaffenden auf. Zudem wird die erste Ausserrhoder «Artista in Residence» Richtung Finnland verabschiedet.

Mea Mc Ghee
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TEUFEN. Schlagzeugspiel und Klänge eines Chapman Sticks (eine Kombination aus E-Gitarre und E-Bass), Tanzbewegungen, an die Wand projizierte Abbildungen von Kunstwerken: Von der Qualität und der Vielfalt des kulturellen Schaffens mit Bezug zu Ausserrhoden überzeugten sich die Gäste im Zeughaus in Teufen am Mittwochabend. Die Ausserrhodische Kulturstiftung mit Präsidentin Barbara Auer hatte zur Vergabe der Werkbeiträge in den Sparten Bildende Kunst, Musik, Literatur und Tanz geladen. Nebst Regierungsrätin Marianne Koller und Kantonsratspräsident Ivo Müller wohnten Kulturfreunde, Kunstschaffende und Kulturförderer dem Anlass bei.

Bildende Kunst und Architektur

Die Arbeitsgruppe Bildende Kunst und Architektur hatte 13 Eingaben zu beurteilen. Karin Bühler (1974), Trogen, erhielt zum zweitenmal einen Werkbeitrag. «Sie spürt Erinnerungen im Zwischenreich von Fakten und Fiktionen nach. Die Sprachebene gewinnt in ihrem Schaffen zunehmend an Wichtigkeit», sagte Laudatorin Ursula Badrutt. Karin Bühler, die zurzeit in Zürich ein Gastatelier besitzt, erhalte den Werkbeitrag für «ihr kontinuierliches und Poesie bestimmtes Erforschen von Abwesendem und Verschwindendem» und dafür, wie sie mit der Vorstellungskraft Zukunft ortsbezogen dingfest mache.

Nora Rekade (1977), aufgewachsen in Speicher, wohnhaft in Wien, wurde von Rolf Graf vorgestellt. Sie sei eine Spezialistin für Oberflächen und Gefühlswelten geworden. Es sei scharfes Kalkül, wenn sie ein in Sekundenschnelle entstandenes Aquarell mit ausgeschnittenen, mit Wasserfarbe bemalten Papierschnitzeln umkränze. «Sie hat über die Materialwahl eine Bildsprache gefunden.»

Rolf Graf oblag es auch, die dritte Künstlerin dieser Sparte zu ehren: Miriam Sturzenegger (1983), Bürgerin von Trogen, in Luzern zu Hause. In ihrer Arbeitsdokumentation habe sie zu den Abbildungen der Werke Fragen gestellt. «Dem komplexen Verhältnis zwischen dem Gedachten und Vollbrachten gilt ihr Hauptinteresse», sagte der Laudator. Sie drücke ins Material, um nachzudenken und zeichne, um zu reflektieren. Sie fühle mit grossem Gespür für Reibungen, Schwer- und Fliehkräfte dem Stift und dem Papier nach.

Tanz und Literatur

Überzeugend fand die Jury die die Bewerbungen der Sparten Literatur, Theater und Tanz. «Über Tanz kann man schlecht reden, Tanz sollte man sehen», kündigte Peter Surber Preisträger Philip Amann (1981) an. Der Herisauer lebt in Berlin und brachte für seine feinfühlige Live-Performance den Pianisten Felix Otterbeck mit.

Laudator Rainer Stöckli ehrte den Preisträger der Sparte Literatur: Lorenz Langenegger (1980), Bürger von Gais, lebt in Wien. Als Theaterautor bekannt geworden, arbeitet er nach dem Prosaerfolg «Hier im Regen» an einem neuen Roman. «Mögen die Musen Inspiration und Imagination unverwüstlich zu beiden Seiten seines Schreibtischs verweilen», so der Laudator.

Musik

Jens Weber ehrte zwei erstmals mit einem Werkbeitrag bedachte Musiker: Lukas Meier (1981) ist in Herisau aufgewachsen. Heute lebt er in St. Gallen. Der Schlagzeuger begeisterte die Gäste im Zusammenspiel mit Pascal Glanville auf dem Chapman Stick.

Der musikalische Weg führte Reto Staub (1979) vom Geburtsort Herisau aus als Pianist in die Welt der zeitgenössischen Klassik. Sein Bestreben, in der freien, solistischen Improvisation am Klavier neue Wege zu gehen, wird von der Kulturstiftung unterstützt. Da er eine Generalprobe in Strassburg bestritt, konnte er seinen Werkbeitrag nicht vor Ort entgegennehmen.

Bevor Birgit Widmer, die erste Ausserrhoder «Artista in Residence», Anfang 2013 nach Finnland aufbricht, wurde sie durch Barbara Auer auf Finnisch verabschiedet.

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