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Sie sucht ihre Mutter: «Wer hat am 20. August 1968 ein Kind geboren?»

Bei dieser Zeitung meldete sich Anfang Dezember eine Frau aus der ehemaligen DDR. Sie sucht ihre leibliche Mutter und vermutet sie im Appenzellerland.
Karin Erni
Doreen Pahlitzsch hofft auf diesem Weg ihre richtige Familie zu finden. (Bild: PD)

Doreen Pahlitzsch hofft auf diesem Weg ihre richtige Familie zu finden. (Bild: PD)

Doreen Pahlitzsch lebt in Zschopau, einem Ort im Erzgebirge, in der Nähe der deutschen Stadt Chemnitz. Sie habe schon ihr Leben lang das Gefühl gehabt, dass ihre Eltern nicht ihre leiblichen Eltern seien, sagt die 50-Jährige am Telefon. «Durch einen DNA-Test im November habe ich die Bestätigung bekommen, dass ich nicht in die Familie gehöre, bei der ich aufgewachsen bin.» Eine Familienangehörige habe ihr diesen Sachverhalt in einem Gespräch bestätigt.

Der Wunsch, ihre leiblichen Eltern zu finden und kennen zu lernen wurde immer stärker. Doch das Vorhaben erwies sich als sehr schwierig. Bei ihren Pflegeeltern konnte sie nicht mehr nachfragen. Die Mutter sei schon länger tot und der Vater sei stark dement, so Doreen Pahlitzsch. Sie vermutet, dass sie eines jener Kinder ist, die ihren Eltern vom damaligen DDR-Regime weggenommen wurden, um sie bei regimetreuen Parteigenossen aufwachsen zu lassen. Oft waren von diesem Vorgehen Mehrlingsgeburten betroffen. Die Frauen wurden unter Vollnarkose entbunden und eines der Kinder wurde ihnen weggenommen und weitergegeben. Das könnte auch in ihrem Fall so gewesen sein, vermutet sie.

Verwandtschaftssuche mit DNA-Test

Sie habe bei ihren Nachforschungen einen Hinweis erhalten, dass ihre leibliche Mutter heute im Appenzellerland leben könnte, so Doreen Pahlitzsch. «Sie müsste heute Mitte 70 sein und hat am 20. August 1968 in der ehemaligen DDR vermutlich Zwillinge oder Drillinge geboren. Der Geburtsort war Grossenhain in der Nähe von Dresden. Durch die Erforschung des DNA-Stammbaumes ist sie auf Familiennamen gestossen, mit denen sie nahe verwandt ist. Diese Personen leben oder lebten in Meissen, Glaubitz und Weinböhla. Aus einer dieser Familien könnte ihre leibliche Mutter stammen. Am wahrscheinlichsten seien die Namen Hönicke, Naumann, Röder und eventuell Gessner, vermutet Pahlitzsch. «Es müssten irgendwo auch noch Geschwister von mir vorhanden sein, die ebenfalls das Geburtsdatum 20. August 1968 haben.»

Als Neugeborene fremdplatziert

Doreen Pahlitzsch spricht ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte an. Der deutsche Verein «Hilfe für die Opfer von Zwangsadoptionen» schätzt, dass es zu DDR-Zeiten etwa 75000 Inkognito-Adoptionen gegeben hat. In all diesen Fällen erfuhren die leiblichen Eltern nicht, wohin ihre Kinder gekommen sind. Wie oft dabei Zwang im Spiel war, ist unbekannt. Dieser Teil der Geschichte ist bis heute so gut wie unerforscht. Betroffen seien oft junge, alleinstehende Mütter gewesen. Sie wurden von der Stasi als politisch oder sozial auffällig eingestuft. Deshalb seien sie als ungeeignet angesehen worden, um ihre Kinder in «sozialistischem Bewusstsein» aufzuziehen. Es soll auch Fälle gegeben haben, in denen Neugeborene für tot erklärt wurden. Allerdings konnten bis heute nur wenige Fälle offiziell bestätigt und aufgeklärt werden.

Auch Doreen Pahlitzsch hat zuerst in Deutschland nach ihrer Herkunft geforscht. Dort sei sie aber nicht weitergekommen. Sie hofft, dass sie auf diese Weise ihre Mutter findet. «Das wäre das schönste Weihnachtsgeschenk für mich.»

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