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Sie pfeifen in der NLA und spielen zusammen Unihockey bei Floorball Heiden

Benjamin Schläpfer und Sepp Fässler stammen aus Trogen respektive Rehetobel und bilden ein NLA-Schiedsrichterpaar: Der eine ist auch Torhüter, der andere Stürmer. Diese Saison pfiffen sie wichtige Spiele.
Lukas Pfiffner
Benjamin Schläpfer und Sepp Fässler haben im Februar den Cupfinal geleitet. (Bild: Dieter Meierhans)

Benjamin Schläpfer und Sepp Fässler haben im Februar den Cupfinal geleitet. (Bild: Dieter Meierhans)

2008 war es. «Wir haben uns gesagt: Wenn wir zu pfeifen anfangen, dann ziehen wir das durch bis in die Nationalliga A», erinnert sich Sepp Fässler. Er ist wie Benjamin Schläpfer 30 Jahre alt, sie kennen sich seit der Zeit in der gemeinsamen Oberstufe Wald-Rehetobel-Trogen. Fässler ist im Kaienspitz Rehetobel aufgewachsen, Schläpfer in Trogen. Beim SV Rehetobel beginnen sie, auf dem Kleinfeld Unihockey zu spielen. Es kommt zum Wechsel zu Floorball Heiden und zu Spielen auf dem Grossfeld.

Fixes Duo

Sepp Fässler, Schiedsrichter und Stürmer. (Bild: PD)

Sepp Fässler, Schiedsrichter und Stürmer. (Bild: PD)

Sie finden im Training Gefallen daran, Partien zu arbitrieren. Und der Verein ist froh, für das Kontingent Schiedsrichter zu finden. Sie sind als fixes Duo gemeldet und seit dreieinhalb Jahren berechtigt, NLA-Partien zu leiten. Fässler: «Es ist schön und von Vorteil, wenn man sich nicht erst in der Halle sieht. Die Nachbereitung mit Hilfe von Videoaufzeichnungen fällt so natürlich ebenfalls leichter.» Auch auf dem Feld sei es positiv, wenn man sich schon lange kenne, ergänzt Schläpfer. «Wir kommunizieren sehr oft, mit Blicken, durch Sprechen mit dem Head-Set, durch Handzeichen.»

Einmal sogar olympisch pfeifen?

Peter Schläpfer, Schiedsrichter und Torhüter. (Bild: PD)

Peter Schläpfer, Schiedsrichter und Torhüter. (Bild: PD)

Mit dem Superfinal zwischen Wiler-Ersigen und den Grasshoppers ging am Samstag die Saison zu Ende. Schläpfer/Fässler waren in Kloten vor über 8000 Zuschauern präsent – aber nur als Ersatz. Sie hatten in den Playoffs einige Einsätze. Das sei die schönste Zeit: mit hohen Zuschauerzahlen, Fernsehübertragungen, intensiven und wichtigen Spielen. Ein Höhepunkt war für die beiden Ausserrhoder auch die Leitung des Cupfinals. Und sie hielten sich schon im Rahmen eines Schiedsrichteraustauschs in Prag und Helsinki auf. Sind Spiele auf hohem Niveau einfacher oder schwieriger zu leiten als solche in unteren Ligen? «Einerseits schwieriger, weil alles schneller geht und Fouls oft nur mit kleinen, feinen Bewegungen passieren», erklärt Schläpfer. Es gebe auch Aspekte, die in die andere Richtung gehen. «Spieler und Trainer besitzen ein höheres Wissen und wir wohl eine höhere Akzeptanz.»

Die Emotionen besser verstehen

Gemeinsame Karriereziele? Einen Superfinal, an einer Weltmeisterschaft oder gar an Olympischen Spielen pfeifen. Letzteres wird dauern. Unihockey ist noch keine olympische Sportart. Nach wie vor gehören sie dem Kader des 3.-Ligisten Floorball Heiden an. Natürlich gebe es ab und zu Terminkollisionen. Priorität habe das Amt als Schiedsrichter. Aber der Spielplan stehe im August mehr oder weniger. Und die Vorderländer sind auch in Phasen im Einsatz, an denen wegen Nationalmannschaftsterminen die NLA pausiert. Von den 14 Partien Heidens konnten Schläpfer/Fässler in der vergangenen Saison immerhin neun absolvieren. Der erste ist Torhüter, der zweite Stürmer. Es sei gut, wenn man als Ref selber aktiv sei, sagen sie.

«Wenn du erlebst, dass dich als Spieler etwas aufregt, kannst du manche Emotionen auf dem Feld besser verstehen.»

Schläpfer ist im Verein Verantwortlicher für das Schiedsrichter-Ressort, kümmert sich um den Nachwuchs. «Wir können ein Stück weit Vorbild sein.» Ab und zu geben die beiden an Spielen den Schiedsrichter-Kollegen Rückmeldungen. Sie wohnen in St. Gallen. Fässler ist Baupolier, beginnt im August eine Ausbildung als Bauführer und wird bald heiraten, Schläpfer hat ein Universitätsstudium abgeschlossen und befindet sich auf Jobsuche Richtung Projektleitung eines Industriebereichs. Die zeitliche Belastung ist während der Saison hoch. Mit zwei Trainings und Spielen in Heiden. Mit der Vorbereitung, der Leitung und der Nachbereitung von NLA-Spielen. Mit den Schiedsrichter-Zusammenzügen, die mehrmals im Jahr stattfinden. Wer seit elf Jahren zusammen Spiele leitet, könnte sich schwer damit tun, dem Kollegen mitzuteilen, er wolle aufhören. Sie sind sich allerdings einig: «Wir würden es rasch merken, wenn der eine nur noch wegen dem anderen pfeift.»

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