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Eine Herisauerin läuft ohne Uhr und Trainer

Lena Steuri hat kürzlich den Great-Barrier-Reef-Marathon gewonnen. Nach einem Skiunfall entdeckte die Herisauerin den Reiz des Laufens: Zur Leidenschaft kommen bemerkenswerte Erfolge.
Lukas Pfiffner
Nach den Strapazen mag sie – frisch geduscht – vor Freude hüpfen: Lena Steuri im Zielbereich des Great Barrier Reef Marathon. (Bild: PD)

Nach den Strapazen mag sie – frisch geduscht – vor Freude hüpfen: Lena Steuri im Zielbereich des Great Barrier Reef Marathon. (Bild: PD)

«Ich werde diesen Tag nie mehr vergessen», sagt Lena Steuri. Die 32-jährige Herisauerin spricht den Great-Barrier-Reef-Marathon von Ende Oktober an, der für sie «richtig great» gewesen sei. 127 Personen absolvierten den Lauf, Steuri war in 3:30:17 Stunden die schnellste Frau; nur acht Männer waren schneller. Einzigartig und wunderschön sei der Anlass gewesen. Bei Sonnenaufgang erfolgte der Start am Four Mile Beach. Passagen auf Sand wechselten sich mit Streckenteilen auf Asphalt ab. «Und einige Kilometer führten durch den Nationalpark mit etwa 400 Metern Höhenunterschied.»

Steuri stammt aus einer sportbegeisterten Familie und ist quasi eine Quereinsteigerin. Im Dezember 2015 riss sie sich beim Skifahren das vordere Kreuzband. Nach der Knieoperation seien Rehabilitation, Physiotherapie, Geduld und Eigendisziplin angesagt gewesen. «Meine Gehstöcke wurden mit Spikes ausgerüstet; ich begann, zügig durch den Schnee zu gehen, und bemerkte, wie viel Freude mir das Berglaufen macht.» Sie trainierte in der Folge regelmässig und nahm ab 2017 an Wettkämpfen teil. Mit grossem Erfolg: Sie gewann den Triathlon Davos und den Hundwilerhöhelauf, wurde Zweite am Firmenlauf St. Gallen und am Swissalpine-Marathon. Sie bezeichnet sich als Bergspezialistin, läuft zur Abwechslung «aber auch ganz gerne flach».

Ein «Läuferknie» auskuriert

2018 kamen weitere starke Resultate dazu: ein zweiter Platz bei der Zubi-Trophy, ein Sieg beim Arlbergmarathon, ein dritter Platz in ihrer Kategorie am Grossglockner-Berglauf und ein vierter Platz in ihrer Kategorie am Sydney-Marathon. Steuri musste in den vergangenen Monaten aber auch Rückschläge hinnehmen, da sie sich wegen starker Beanspruchung ein «Läuferknie» eingehandelt hatte. «Den Swissalpine-Marathon musste ich wegen der Schmerzen nach zehn Kilometern aufgeben.» Die Beschwerden sind nach einer Blutegeltherapie verschwunden.

Die Herisauerin arbeitet als Medizinische Praxisassistentin im Spital Appenzell. Sie sei ein Glückspilz: «Ich habe ein tolerantes Team und eine Chefin, die mich unterstützen und im Dienstplan schauen, dass mein Sport nicht zu kurz kommt.» Zum anderen bringt der Standort Appenzell den Vorteil, dass der Alpstein nahe liegt. Der Säntis, der Schäfler, der Hohe Kasten und andere Gipfel sind für Steuri über den Mittag manchmal Trainingsorte. Fünf bis sechs Mal pro Woche läuft sie gegen zwei Stunden – ohne Stoppuhr, wie sie erzählt. «Ich habe auch keinen Trainer und keinen Trainingsplan.» Etwa zwei wöchentliche Aufenthalte im Kraftraum kommen dazu.

Den Wintersport liebt Steuri nach wie vor. Ihre Eltern besitzen im Davos eine Ferienwohnung – viele Wochenenden verbringt sie dort. Langlaufen, Alpinskifahren und Skitouren faszinieren sie. «Ich bin ein Bewegungsmensch.» Auch für Schwimmen, Wandern, Tauchen, Laufen mit der Familienhündin Jana, Inline-Skaten oder Kitesurfen kann sie sich begeistern.

Wüstenlauf ins Auge gefasst

Ihre Ziele für 2019? Gerne möchte sie weiterhin an grossen Laufveranstaltungen teilnehmen. «Unter die ersten zehn zu laufen und da oder dort einen Podestplatz zu schaffen, wäre schön.» Wichtig sei ihr auch, verletzungsfrei zu bleiben.

Sie habe in Südfrankreich und jetzt in Australien gemerkt, dass ihr die hohen Temperaturen nichts ausmachen und sie «auch bei über 30 Grad noch super funktioniert». Da reizt der Gedanke an eine besondere Herausforderung, nämlich einmal am «Half Marathon des Sables» von Fuerteventura mitzumachen. Wobei der Name irreführend ist: Der Wüstenlauf umfasst nämlich 120 km in drei Tagesetappen; der Originallauf in Marokko führt über 250 km.

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