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Zwei Teams mit Personen aus der Region Wil wollen morgen am Red-Bull-Flugtag mit einem selbstgebauten Tier möglichst weit über den Zürichsee gleiten. Beiden ist der Spassfaktor aber wichtiger als die Jagd nach der Rekordweite.

Simon Dudle
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David Stauffacher und Heinz Bieber aus Lütisburg arbeiten diese Woche noch fleissig an der grossen Libelle. Der Spassfaktor ist dabei hoch. (Bild: Simon Dudle)

David Stauffacher und Heinz Bieber aus Lütisburg arbeiten diese Woche noch fleissig an der grossen Libelle. Der Spassfaktor ist dabei hoch. (Bild: Simon Dudle)

LÜTISBURG/RICKENBACH. 78,64 Meter. Das ist der Rekord, den es morgen bei der Zürcher Landiwiese vor zehntausenden von Zuschauern zu knacken gilt. Weiter ist noch nie ein Objekt gesegelt an einem Red-Bull-Flugtag. Dieser Showanlass findet weltweit an verschiedenen Orten statt – alle paar Jahre auch in der Schweiz.

Spannweite von zehn Metern

Bei der bis dato letzten Durchführung hierzulande vor fünf Jahren in Luzern war auch der heute 24jährige Lütisburger David Stauffacher dabei. Mit einer überdimensional grossen Raketen-Glace ging die Reise von der sechs Meter hohen Rampe 17 Meter weit.

Die Flugrichtung war also nur leicht mehr horizontal als vertikal. Der Anlass hat so viel Spass gemacht hat, dass Stauffacher mit einigen Kollegen wieder dabei ist. Eine rund sechs Meter lange Libelle, die eine Spannweite von zehn Metern hat und rund 80 Kilogramm wiegt, soll es dieses Mal richten. Ein Rekord wird es wohl nicht. «Wenn wir die 17 Meter von letztem Mal übertreffen, ist das schon ganz gut», sagt Stauffacher.

Wichtiger als die Schlussrangierung ist ihm der Spass. Dieser war schon in den vergangenen zwei Wochen beim Bau der Libelle in Bütschwil hoch. Tatkräftig mitgeholfen hat der bald 70jährige Heinz Bieber aus Lütisburg. «Man muss schon etwas durchgeknallt sein, wenn man da mitmacht», sagt Bieber, der sich selber als Grufti bezeichnet.

Gar noch etwas grösser als die Libelle ist der Dinosaurier, der von einer Gruppe mit der 34jährigen Rickenbacherin Jeanine Hegelbach erbaut worden ist.

Der «Aerodactylus» ist ebenfalls zehn Meter breit, ganze acht Meter lang und zweieinhalb Meter hoch. Hegelbach hofft, dass der Flugsaurier bis zu 30 Meter über den Zürichsee gleiten wird. Auch in diesem Team, das neben ihr aus Studenten der ETH Zürich besteht, sind andere Faktoren wichtiger als die Weite.

49 aus 400 Bewerbungen

Neben dem Spass steckt ein werberischer Aspekt dahinter. Es soll die App namens «Crowd», mit welcher man seine Freizeit planen kann, beworben werden. Da ein Sponsor das Projekt unterstützt, können zwischen 7000 und 8000 Franken in den Flugsaurier investiert werden – etwa zehnmal mehr als beim Team aus dem unteren Toggenburg.

Über den Sieg entscheidet nicht nur die Weite, sondern auch die Kreativität und die Performance bei einem 45sekündigen Showblock vor dem Flug. Dass die beiden Teams aus der Region Wil morgen in Zürich ihre Flugkünste zeigen können, ist nicht selbstverständlich. Rund 400 Bewerbungen sind bei Organisator Red Bull eingegangen, 49 davon wurden ausgewählt.

Ein fliegender Dinosaurier mit Schnabel: Das Team mit der Rickenbacherin Jeanine Hegelbach (rechts) will 30 Meter weit segeln. (Bild: Murat Temel)

Ein fliegender Dinosaurier mit Schnabel: Das Team mit der Rickenbacherin Jeanine Hegelbach (rechts) will 30 Meter weit segeln. (Bild: Murat Temel)