Sie fliegen, rollen und strecken sich - Geräteturnerinnen kämpfen um Gold

Die Schweizer Meisterschaften im Team-Geräteturnen sowie der Paare locken viel Publikum nach Appenzell.

Mea McGhee
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Eine Turnerin aus dem Kanton Aargau fliegt beim Sprung durch die Luft. (Bild: Mea McGhee)

Eine Turnerin aus dem Kanton Aargau fliegt beim Sprung durch die Luft. (Bild: Mea McGhee)

Die Körper sind bis in die Zehen- und Fingerspitzen gespannt. Überschläge folgen auf Handstände – beim Bodenturnen ist ein Spagat zu sehen. Unweit davon holt eine Turnerin Schwung an den Schaukelringen, und auch am Reck zeigt eine junge Frau ihr Können. Hier wirbelt jemand durch die Luft, dort sucht jemand die Balance. «Stoh», klingt es aus zig Mündern gleichzeitig, wenn eine Turnerin nach dem Sprung zur Landung ansetzt.

Jeder Quadratmeter wird genutzt

Die Stimmung in der Sporthalle Wühre in Appenzell kocht zuweilen regelrecht und bildet eine würdige Kulisse für den Anlass: Die Geräteturnerinnen ermitteln am Wochenende die Schweizer Meister im Teamwettkampf der Kategorien K5 bis K7, Damen sowie Sie+Er. Jeder Quadratmeter wird genutzt, sei es von den Zuschauern auf den vollen Tribünen, von den Geräten in der Halle oder von Fantransparenten an den Wänden. «Hopp Grischun», «Packet dr Stiär a dä Horä Üri» oder «Allez Genève» steht da. Die Fanblocks der verschiedenen Kantone schwingen Fähnchen mit den jeweiligen Wappen, Glockengebimmel und Applaus erklingen.

Föhn sorgt für Wirbel

Nebst den Turnerinnen wirbelt der Föhn «Es läuft so, wie wir es uns gewünscht haben», sagt OK-Präsident Hans Breitenmoser am Samstagnachmittag. Wenige Stunden zuvor hatte der Föhnsturm den Organisatoren Sorge bereitet, und zwischendurch mussten die Gäste das geheizte Festzelt aus Sicherheitsgründen vorübergehend verlassen. Als der Wind abflaute, konnte im Zelt wieder das Geschehen bei einem Schnitzelbrot oder Fruchtsalat via Livestream verfolgt werden. Erstmals finden in Innerrhoden nationale Titelkämpfe im Geräteturnen statt. «Die Organisatoren sind sehr engagiert, es ist alles top organisiert und die Stimmung in der Halle ist super», windet Reini Hutter Wettkampfleiter seitens des Schweizerischen Turnverbandes den Innerrhodern ein Kränzchen.

Appenzellerinnen geniessen den Heimauftritt

Die Turnerinnen stellen sich in Einerkolonne auf. Es folgte eine Rotation. Musik und Applaus begleiten die Athletinnen zu ihrem nächsten Gerät. Das Damenteam aus dem Appenzellerland geniesst den Heimvorteil. «Die Stimmung ist der Hammer», sagt eine Turnerin. «Die Unterstützung ist super. Es sind viele Leute da, die wir kennen», ergänzt eine Teamkollegin. Haben sie sich ein Ziel gesetzt?

«Wir wollen es geniessen, und die Übungen möglichst so turnen wie in den Trainings.»

Dann machen sie sich bereit für ihre Darbietung am Sprung. Die Kolleginnen fiebern mit. Nach der Übung folgt das gespannte Warten auf das Urteil des Kampfgerichts. 9,05 steht bald an der Anzeigetafel. Bei der Bodenbahn sind die Bernerinnen im Einsatz. «Du chasch es. Tief dureschnufe, lächle – gnüsse», gibt die Trainerin ihrem nervösen Schützling mit auf den Weg. Die Worte kommen an, die Übung gelingt und wird mit 9,25 Punkten belohnt.