Sicherer und entschlossener

Schon nach neun Minuten führen die Frauen des FC Bühler am Sonntag mit zwei Toren. Schliesslich gewinnen sie 4:0 und übernehmen von Gegner Neckertal-Degersheim den zweiten Tabellenplatz.

Lukas Pfiffner
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Derby der Tabellennachbarn: FC-Bühler-Spielerin Carmen Schönenberger (links) im Zweikampf mit der Degersheimerin Daniela Rüegg. (Bild: pf)

Derby der Tabellennachbarn: FC-Bühler-Spielerin Carmen Schönenberger (links) im Zweikampf mit der Degersheimerin Daniela Rüegg. (Bild: pf)

Fussball. Das Mass aller Dinge der 2. Liga ist Thusis-Cazis; die Bündnerinnen brachten die ersten fünf Runden verlustpunktlos hinter sich, schossen am meisten Tore (18) und erhielten am wenigsten (4). Mannschaften aus Ems und Linth gehören ebenfalls der Gruppe 2 an. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache lassen sich Bühler und Neckertal-Degersheim durchaus als geographische Nachbarn bezeichnen.

Am Sonntag trafen sie auch als tabellarische Nachbarn in der Göbsimühle aufeinander: Die Dritten empfingen die Zweiten. Als Schiedsrichter De Pace abpfiff, gab es ein dreiteiliges Fazit: Die Frauen aus Bühler und Degersheim hatten – dem Namen des Referees angepasst – das Spiel sehr anständig geführt, dieses war einseitiger verlaufen als vielleicht erwartet, und die Teams tauschten ihre Plätze in der Rangliste.

Die Warnung...

«Achtung, die Dreizehn!», rief Degersheim-Trainer Mathias Beerli nach sieben Minuten, als Bühler einen Corner von links treten durfte. Er wollte seine Spielerinnen auf Andrea Inauen, die routinierte und spielstarke Stürmerin der Gastgeberinnen, aufmerksam machen. Der Ball kam aber nicht auf sie, sondern auf Riesen – 1:0. Zwei Minuten später lancierte Goalie D'Agostino auf der rechten Seite Sedda, die vor Hofstetter an den Ball kam und zum 2:0 einschob. Wegen des Zusammenpralls mit der Angreiferin musste sich Degersheims Torhüterin pflegen lassen.

Sie konnte weiterspielen; die resultatmässige Hypothek für ihre Mannschaft erwies sich dagegen für die Fortsetzung als zu gross.

Bühler zeigte ansehnliche Stafetten über mehrere Stationen, war kontrollierter im Zuspiel und entschlossener in den Zweikämpfen.

...und die Chance

Fünf Minuten vor der Pause wehrte Hofstetter eine Hereingabe Riesens flach auf die Seite: Sedda verwertete den Abpraller mit Leichtigkeit zum 3:0. Auf Seiten der Gäste fehlte die Sicherheit, was Positionen und Pässe betraf.

«Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit viel zu wenig dagegen gehalten. Irgendwie haben wir eine <Bühler-Manie>», sagte ein enttäuschter Mathias Beerli nach dem Spiel. Will heissen: Seine Spielerinnen kommen gegen die Mittelländerinnen auf deren Kunstrasen selten gut zurecht. Eine Schlüsselszene, die dem Spiel eine andere Richtung hätte geben können, verzeichnete der Gast allerdings: Nadja Beerli plazierte einen Freistoss herrlich in die hohe Ecke, doch D'Agostino verhinderte den Anschlusstreffer mit einer spektakulären Flugparade (13.).

«Nicht mehr konzentriert»

In der deutlich weniger ereignisreichen zweiten Halbzeit gab es noch ein (Eigen-)Tor, als Rothenbühler im Abwehrzentrum nach einem Corner dem Ball eine unglückliche Richtung gab (76.). Als Aufsteiger strebt Degersheim einen Mittelfeldplatz an. Einfach den Ligaerhalt als Ziel zu definieren, ist nach Ansicht des Trainers zu wenig und zu gefährlich. «So zu taktieren, kann zu einer Selbstzufriedenheit führen. Und am Ende der Saison reicht es dann vielleicht doch nicht.

» Der neue Bühler-Trainer, Daniel Müller, war von den ersten 45 Minuten seines Teams angetan. Da hätten die Spielerinnen den Ball schön laufen lassen. «Aber zur zweiten Halbzeit hatten sie den Dreitorevorsprung im Kopf und spielten nicht mehr so konzentriert und konsequent, wie wenn es 0:0 gestanden wäre.» Gesamthaft sei er aber mit dem Auftritt zufrieden.