Herisau: Nach Beinahunfall bei der Post sammelt gehbehinderte Rentnerin Unterschriften für die Sanierung des Postparkplatzes.

Jutta Barth hat eine Unterschriftensammlung gestartet. Die Rentnerin verlangt die Verlegung des Fusswegs vor der Post. Die Gemeinde ist bereits aktiv geworden.

Jesko Calderara
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Die Situation vor der Post Herisau ist nicht ungefährlich. (Bild: PAG)

Die Situation vor der Post Herisau ist nicht ungefährlich. (Bild: PAG)

Vor kurzem hatte Jutta Barth ein einschneidendes Erlebnis. Weil sie nicht mehr gut zu Fuss ist, war die Rentnerin wie immer mit ihrem Elektromobil in Herisau unterwegs. Gemäss der Verordnung zum Strassenverkehrsgesetz dürfen diese Invalidenrollstühle auf dem Trottoir verkehren. Damit fühlt sich Barth eigentlich sicher – bis sie jeweils bei der Post vorbeifahren muss. Die dortige Situation ist nicht ungefährlich: Autofahrer müssen rückwärts über den Fussweg herausfahren, um auf die Hauptstrasse zu gelangen. Diese wiederum ist viel befahren – von Postautos über Autos bis zu Velos.

Dieser viele Verkehr wäre Barth an jenem Donnerstag fast zum Verhängnis geworden. Erst in letzter Sekunde konnte der Zusammenstoss mit einer Autofahrerin, die auf der Post war und beim Rückwärtsfahren die ältere Frau im Rollstuhl beinahe übersah, verhindert werden.

Bis zu 300 Autos täglich vor der Post

Nach dem ersten Schock war für Barth der Fall klar: «Es braucht eine kurzfristig realisierbare Lösung, um diesen Risikopunkt zu entfernen», betont sie. Notwendig sei dies vor allem aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens rund um die Post. Sie schätzt, dass täglich 200 bis 300 der Postkunden mit dem Auto kämen. Ihr gehe es nicht nur um Menschen mit einer Behinderung. «Auch für Kinder, ältere Leute und Frauen mit einem Kinderwagen ist es dort gefährlich.»

Unterdessen hat Jutta Barth eine Unterschriftensammlung gestartet. Konkret fordert sie eine Sanierung der Postparkplätze und damit einhergehend eine Verlegung des Fusswegs. Dieser soll künftig vor dem Postgebäude durchführen. Dies sei möglich, ist Barth überzeugt. Um einen 1,5 Meter breiten Fussweg am Gebäude zu realisieren, müssten einige Parkplätze leicht verschoben werden. Dies trifft insbesondere auf den Behindertenparkplatz auf der Seite der Postliegenschaft zu. Der Weg könnte laut Barth mit Blumentöpfen und Farben auf dem Boden markiert werden. Solche Massnahmen seien bis Ende Jahr umsetzbar und abgesehen davon kostengünstig.

Komplexe Ausgangslage an der Poststrasse

Bei der Gemeinde Herisau hat man das in der Unterschriftensammlung angesprochene Problem erkannt. Die Ressorts Tiefbau/Umweltschutz und Hochbau/Ortsplanung hätten in den letzten Wochen zusammen mit Verkehrs- und Freiraumplanern die komplexe Situation an der Poststrasse analysiert und in einem Workshop Lösungen skizziert, sagt der Kommunikationsverantwortliche Thomas Walliser Keel. Als nächster Schritt werde zusätzlich das kantonale Tiefbauamt als Eigner der Poststrasse sowie die Denkmalpflege in den Prozess involviert. «Nebst den Erschliessungen, unter anderem für das Tiefgaragenprojekt Sandbüel, stehen dabei die Sicherheit, speziell jene der Fussgänger, die Übersichtlichkeit, die Lage der Fussgängerstreifen und eine behindertengerechte Bushaltestelle im Vordergrund.»