Sicher ist sicher

Letzthin durfte ich eine Reise nach Zürich antreten. Im Voraus habe ich im Internet die Zugsverbindung gesucht und ausgedruckt. Ja, ich weiss, es gibt auch eine App. Aber: Sicher ist sicher. Und ich trage ja nicht schwer an einem Blatt Papier.

Emanuel Steiner
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Bild: Emanuel Steiner

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Letzthin durfte ich eine Reise nach Zürich antreten. Im Voraus habe ich im Internet die Zugsverbindung gesucht und ausgedruckt. Ja, ich weiss, es gibt auch eine App. Aber: Sicher ist sicher. Und ich trage ja nicht schwer an einem Blatt Papier. 20 Minuten vor Zugsabfahrt war ich bei bindfädenartigem Regen in Gais am Bahnhof – sicher ist sicher. Mit dem roten Pfeil sauste ich nach St. Gallen, und da gerade Mittag war und ich nicht wusste, was man wo in Zürich essen kann, ass ich im gutbürgerlichen Restaurant «Zum goldenen Torbogen» einen Hamburger mit Pommes frites. «Sicher ist sicher» ist auch die Devise meines Magens. Kurz darauf setzte ich mich in den Intercity. Die Frauenstimme aus dem Zuglautsprecher begrüsste mich freundlich. Bis zur Abfahrt überlegte ich mir, wie lange sie wohl im Aufnahmestudio sitzen musste, um alle Verbindungen und Abfahrtszeiten aufs Band zu sprechen. Jänu, der Säntis rückte immer weiter weg und als ich ihn nicht mehr sah, fielen mir auch schon die Augen zu. Kurz vor dem Hauptbahnhof erwachte ich und hoffte, im Ruhewagen nicht zu laut geschnarcht zu haben.

In Zürich angekommen, war ich in der Bredouille zwischen meinem Reiseplan und der Einladung oder zwischen Tram oder S-Bahn. «Sicher ist sicher», dachte ich mir und folgte der Beschreibung im Einladungsbrief. Ich stieg in die richtige S-Bahn und der Zug fuhr los. Just in diesem Moment fiel der Bildschirm aus, der die nächsten Haltestellen anzeigen wollte. Auf Gutdünken verliess ich nach drei Minuten den Zug wieder und erkundigte mich auf dem Natel nach dem Standort. Dieses hatte ich vor der Reise natürlich aufgeladen, denn Sicher ist sicher.

In der linken Hand die Aktentasche und in der rechten das Natel, welches mich Schritt für Schritt dem Ziel näher brachte. Mein Weg führte vorbei an allerhand Restaurants. Thailändisches, Chinesisches, Nigerianisches und Komisches wurde feil gehalten. Mit verschwitzter Stirn erreichte ich die Börse und staunte nicht schlecht über das Menu in der Kantine: Fleischkäse mit Salat. Hätte ich das vorher gewusst, denn der Hamburger lag mir noch immer auf dem Magen.

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