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Sich so schnell wie «Turbo» fühlen

Selbstversuch
Delia Hug
René Rohner (links) vom TCS und Stefan Kliebenschädel (rechts) von der Velothek in Bütschwil erklären, wie das E-Bike funktioniert.

René Rohner (links) vom TCS und Stefan Kliebenschädel (rechts) von der Velothek in Bütschwil erklären, wie das E-Bike funktioniert.

Kaum habe ich einmal in die Pedale getreten, bin ich schon weit vom Startpunkt entfernt. Dabei leuchtet die leichteste Stufe «Eco» auf dem Display des motorisierten Mountainbikes auf. Tippe ich dreimal auf den Knopf am Lenker, blinkt es nicht nur «Turbo», sondern ich fühle mich nahezu gleich schnell wie der gleichnamige Zug mit «h». Bei knapp 30 Grad hat kein Schweisstropfen eine Chance, denn dieser trocknet beim Fahrtwind gleich wieder. Man bekommt das Gefühl, überall hochfahren zu können, ohne am nächsten Tag einen grauenvollen Muskelkater pflegen zu müssen.

Dieses Gefühl kann ab dem 28. August in Ebnat-Kappel am Bahnhof gemietet werden. Es ist ein weiters Projekt des Energietals Toggenburg. Vier E-Bikes in zwei verschiedenen Grössen können via Internet reserviert und bezahlt werden, ähnlich wie beim Tages-GA. Mit einem Code öffnet sich eine Box, die einem überdimensionalen Schliessfach gleicht. Dieses Verleihsystem ist in der Schweiz einmalig. In der Box steht ein blaues Cresta-Bike mit vollem Akku und einer Tretunterstützung bis 25 km/h bereit. Hinzu kommt ein Schloss und ein Ladegerät zum Mitnehmen. Somit kann der Fahrspass losgehen.

Velofahren ist nicht gleich E-Bike-Fahren

So schön die Vorstellung von einer unbeschwerten Velotour auch sein mag, so unschön kann diese enden. Die Unfallstatistiken sprechen für sich. Denn mit dem E- Bike gibt es deutlich mehr Schwerverletzte. Damit die Toggenburger und die Touristen unfallfrei wieder nach Hause kommen, zeigte René Rohner vom TCS am vergangenen Mittwoch das sichere Fahren der E-Bikes. Danach konnte das Gerät getestet werden.

Als Unfallursache Nummer eins erweist sich das Linksabbiegen. Dahinter liegt das Fahren im Kreisverkehr. Was auch beim konventionellem Velofahren oft falsch gemacht wird, hat mit einem motorisierten Fahrrad noch fatalere Folgen. Die erhöhte Geschwindigkeit wird oft von Velo- und Autofahrern unterschätzt. René Rohner ist Fahrlehrer im Appenzeller Land und meint: «Der Bremsweg ist durch das hohe Gewicht, bei einem voll ausgestattetem Elektrofahrrad bis zu 30 Kilogramm, fast doppelt so lang.» Wer sich auf ein solches Gefährt begibt, muss sich bewusst sein, dass es eben kein normales Velo ist. «Ich rate immer, nicht zu überschwänglich zu werden und defensiv zu fahren», sagt Rohner.

Einige Fragen sind noch nicht geklärt

Um die Wartung der Bikes kümmern sich Stefan Kliebenschädel und sein Team der Velothek in Bütschwil. «Falls es einen Platten oder andere technische Probleme gibt, sind wir zu Ladenöffnungszeiten erreichbar», ergänzt Kliebenschädel. Seit April wurden die Zweiräder bereits von den Gemeindemitarbeitern rege genutzt und rund 3500 Kilometer wurden gestrampelt. Da kein Licht am Fahrrad montiert ist, müssen die Räder bis spätestens 22 Uhr zurückgebracht werden. Zudem wird die Box automatisch bei schlechter Witterung wie Schnee verriegelt.

Der von Radfahrern gegründete TCS hat seit letztem Jahr sogar einen Pannendienst für E-Bikes. Das E-Bike-Unfallpaket ist somit schon weit ausgereift. Der Verleih der Gemeinde Ebnat-Kappel steckt allerdings noch in den Kinderschuhen und es bestehen noch offene Fragen wie: Gibt es nur Mountainbikes oder auch Citybikes? Kommen ältere Menschen mit dem Buchungssystem zurecht, oder mit dem Umgang mit den Fahrrädern? All das wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Mich interessiert im Moment nur, wo der nächste Berg ist und ob der Akku noch bis nach Hause reicht.

Delia Hug

Am 23. August findet nochmals ein Sicherheits- und Schnupperkurs statt, anmelden kann man sich bis Montag, 21. August, unter u.stillhard@bluewin.ch. Mehr Informationen unter www.energietal-toggenburg.ch.

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