Sich gegenseitig stärken

Den 60. Hochzeitstag feierten Martha und Walter Bleiker bereits ein erstes Mal in ihrer zweiten liebgewonnenen Heimat im Bekanntenkreis in Las Palmas. Geheiratet haben sie im März 1955.

Lisa Leisi
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Martha und Walter Bleiker geniessen den sonnigen Sitzplatz ihrer Alterswohnung. (Bild: Lisa Leisi)

Martha und Walter Bleiker geniessen den sonnigen Sitzplatz ihrer Alterswohnung. (Bild: Lisa Leisi)

BÜTSCHWIL. Mit viel Vorfreude zeigen Martha und Walter Bleiker die Einladung zur Feier ihres diamantenen Hochzeitstags am 17. Mai im Restaurant Rössli in Tufertschwil. Neben ihren sieben Söhnen und der Tochter mit Ehepartnern gehören unterdessen 24 Enkel und bald drei Urenkel zu ihrer grossen Familie, welche den Sonntag inklusive Gottesdienst gestalten werden.

Schwester war Vermittlerin

Die sichtlich glücklichen Eheleute lernten sich in der reformierten «jungen Kirche» in Flawil kennen, als die gebürtige Niederbürerin dort eine Haushaltslehre absolvierte. Eine Schwester von Walter begleitete mit ihrer Gitarre die Lieder, Martha half beim Singen, und so wurden die beiden Freundinnen. Beim Skifahren in Wildhaus kamen sich dann Martha und Walter näher. Der jungen Frau fiel der sportliche und gottesfürchtige Mann sehr positiv auf, und Walter fand Gefallen an der Kraft und Geduld ausstrahlenden Frau sowie ihrer dienenden Liebe in der Gemeinschaft.

Viel Arbeit, aber auch viel Hilfe

Die Hochzeitsglocken läuteten am 5. März 1955 in der reformierten Kirche Lütisburg für die damals 21jährige Braut und ihren 25jährigen Bräutigam. So früh im Jahr heirateten sie, weil dann noch nicht zu viele Arbeiten gemacht werden mussten. «Aber bereits am Montag darauf führten wir Mist für die Baumschule», erzählt Walter Bleiker. Da war also nichts mit Flitterwochen. Die ersten 17 Jahre wohnte die schon bald wachsende Familie im Haus des Vaters und Grossvaters von Walter Bleiker neben dem Kinderdörfli Lütisburg und bewirtschaftete in tatkräftiger Zusammenarbeit ihren Vieh- und Baumschulbetrieb. In dieser Zeit sei das nahe gelegene Schwimmbad des Heims ein Segen für ihre Kinder gewesen. Aber zuerst sei immer die Arbeit gekommen. Grosse Entlastung erfuhr das Ehepaar durch Glaubensgeschwister, die ihnen im Betrieb immer wieder einmal aushalfen und Kinder in die Ferien nahmen. Trotzdem kamen sie manches Mal an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. In ihrer Not wandten sie sich ganz zu Gott hin und durften seinen Beistand immer wieder erfahren.

Von der Last zur Lust

Dank dem sehr guten Verhältnis zur Leitung des Kinderdörflis konnte die Familie Bleiker 1973 in den neu gebauten Lerchenhof in Gonzenbach umziehen. Den Landwirtschaftsbetrieb übernahm 1985 der Sohn Jakob und 1995 der Sohn Matthias die unterdessen zur Gärtnerei erweiterte Baumschule. Martha und Walter Bleiker zogen in eine Wohnung in Bütschwil und leben heute in einer Alterswohnung beim Alterszentrum Solino. «Nach der Pensionierung halfen wir oft bei Matthias im Betrieb und einem Sohn in der Familie. Wir arbeiteten immer gerne draussen und halfen gerne aus. Jetzt ist das Arbeiten nur noch Vergnügen», bezeugen die beiden übereinstimmend.

Wertvolles Miteinander

Unterdessen genoss das Ehepaar bereits 13 Winter in Las Palmas, wo das milde Klima für ihre Körper eine Wohltat ist und sie Anschluss in einer christlichen Gemeinde fanden. Vor zwei Jahren liessen die Kräfte von Walter Bleiker nach. Heute ruht er gerne und schläft viel. Die Kinder schenkten einen Fernseher und nun schaut er am liebsten Bibel-TV. Aber die Eheleute lesen auch noch täglich in der Bibel und singen Lieder. Walter Bleiker schätzt heute an seiner Frau besonders, dass sie sich gegenseitig stärken können. Seine Frau wiederum betont die Zweisamkeit, das gemeinsame Gebet und dass ihr Mann ein so geduldiger Patient sei. Sie wünschen sich, dass der Heiland sie bald heimholt. Und doch wäre es für Martha Bleiker eine besondere Freude, wenn sie beide nochmals einen Winter in Las Palmas verbringen könnten.