Shoppen, auf gut Deutsch einkaufen…

ist schon lange des Schweizers Lieblingsbeschäftigung geworden. Vor allem in den Ferien im Ausland werden die Läden nur so gestürmt, um den Liebsten zu Hause ein Souvenir zu bringen. Da nehme ich mich nicht aus.

Richard Fischbacher
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Bild: Richard Fischbacher

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ist schon lange des Schweizers Lieblingsbeschäftigung geworden. Vor allem in den Ferien im Ausland werden die Läden nur so gestürmt, um den Liebsten zu Hause ein Souvenir zu bringen. Da nehme ich mich nicht aus. Was aber in den Tagen nach dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Mindestkurs des Frankens zum Euro nicht mehr zu stützen, abging, hat schon mehr als groteske Formen angenommen. Am meisten aufgeregt habe ich mich über die SBB, die tatsächlich zusätzliche Wagen an den Zügen von Zürich nach Konstanz angehängt hatten. Damit sollte dem angeblich vermehrten Shoppingbedürfnis der Schweizer in Deutschland Rechnung getragen werden. Was mich zur Weissglut trieb, ist die Tatsache, dass die SBB von uns Steuerzahlern mitfinanziert werden, gleichzeitig diese aber damit das Shoppen im Ausland unterstützen. Wie wäre es, liebe SBB, diese Wagen den vielen Pendlern zur Verfügung zu stellen, damit diese jeden Morgen und Abend in den überfüllten Zügen nicht mehr stehen müssten?

Wie so vieles im Leben hat der Entscheid der SNB zwei Kehrseiten der Medaille. Klar freue ich mich auch darüber, dass für uns Ferien im Euroraum massiv billiger werden. Mein schon vor Wochen gebuchtes Hotel in Berlin wurde in wenigen Sekunden dreihundert Franken billiger. Die Mitbringsel werden nur noch einen Klacks kosten. All die Freude über die Schnäppchen dürfte jedoch nur von kurzer Dauer sein, wenn ich daran denke, dass Milliarden von Pensionskassengeldern auf einen Schlag vernichtet wurden. Das macht mir grössere Angst als der Flug nach Berlin, und so gesehen, würde ich dort lieber ein bisschen mehr zahlen, um bei der Pensionierung einige tausend Franken mehr zur Verfügung zu haben.

Bild: Richard Fischbacher

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