Seuchenjahr und dann ist Schluss

Der Toggenburger Bike Cup ist beliebt und trotzdem ziehen dunkle Wolken auf. Organisator Hans Ziegler macht sich Gedanken über Aufwand und Ertrag der vierteiligen Rennserie.

Urs Huwyler
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BIKEN. «Gefrustet? Nein gefrustet bin ich nicht. Eher etwas unschlüssig», sagt der Rickenbacher Hans Ziegler beim Thema Toggenburger Bike Cup. Ein zufriedener Organisator tönt nach einem erfolgreichen Saisonverlauf anders. «Wir wussten schon vorher, was auf uns zukommen würde. Die Situation war mit nur vier Rennen nicht einfach», schiebt er nach. «Der aus dem Programm gestrichene Radsporttag in Bütschwil hat dem Cup in jeder Beziehung gefehlt. Während der letzten Jahre wurde er zu einem wichtigen Eckpunkt.»

Quer durch alle Kategorien haben lediglich 29 Biker die Kreuzegg Classic Bütschwil, Ufs Hörnli, Run+Bike Mosnang und das Rennen Kirchberg bestritten. Erfreulich, dass wenigstens die neun (ab Bütschwil talaufwärts gerechnet) Einheimischen Frischi Frischknecht, Michael Hollenstein, Guido Rüthemann, Michael Walter, Silvan Ramsauer, Philipp Scherrer, Matthias Brändle, Ruedi Ramsauer und Erwin Bachmann viermal in die Pedalen traten.

Ansonsten scheinen die Toggenburger Wald-, Wiesen- und Wurzel-Zweirädler den Cup abgeschrieben zu haben. Inzwischen wird die Serie vor allem für Auswärtige organisiert. 2013 schafften es Sandro Näf (Mosnang/U20/3.), Michael Walther (Wattwil/Männer/2.) und Guido Rüthemann (Mosnang/Senioren 2/2.) aufs Podest. Normalerweise waren es rund sieben (2010/2011) Top-3-Klassierungen. 2012 noch fünf. Unter den zehn gestarteten Frauen war 2013 keine Gleichgewichtskünstlerin aus der Region dabei. «Das gibt mir zu denken. Positiv werte ich dagegen die Beteiligung bei den Junioren», ergänzt Hans Ziegler.

Ungewisse Zukunft

Allerdings machten die lokalen U15-/U17-Nachwuchshoffnungen nicht einmal 50 Prozent aus. Und elf der 15 Teilnehmer bestritten auf Initiative einzelner Oberstufenlehrer einzig das Rennen in Mosnang. Erschwerend kamen die äusseren Bedingungen dazu. «Die Kreuzegg Classic», so Ziegler, «litt unter dem Wetterpech. Mosnang und Kirchberg kamen nicht ganz auf die Vorjahreszahlen. Ufs Hörnli lag im Rahmen.» 2013 schienen 234 Teilnehmer in der Gesamtwertung auf. 2010 waren es 292, 211 sogar 335 und 2012 rekordverdächtige 350. «Ich habe mir gesagt, nach 2013 müssten wir uns überlegen, wie es weitergehen soll. Nun ist es soweit, doch mehr weiss ich derzeit eigentlich nicht.» Hans Ziegler kann sich vorstellen, ein zweites «Seuchenjahr» anzuhängen, doch bei ähnlichem Verlauf dürften nicht nur beim von Doris Hasler (Bütschwil), Josef Schönenberger (Mosnang), Simon Künzle (Kirchberg), Andi Metzger (Kirchberg), Christian Schmid (Bronschhofen) und Walter Hunziker (Rickenbach) unterstützten «Mister Toggenburger Cup» die Lichter ausgehen.

Klar ist, dass die momentane Terminierung kaum den Bedürfnissen der klassischen Biker entspricht. Mit der Kreuzegg Classic und Ufs Hörnli stehen (erst im Mai) zuerst zwei, auch für die Jungen, wenig optimale Bergrennen auf dem Programm. Es würde einen Rundkurs brauchen. «Wir müssen eine Alternative zum Bütschwiler Radsporttag finden», betont Hobby-Biker Hans Ziegler, der als Vorstandsmitglied des Laufsportclubs Wil eigentlich locker «tschüss» sagen könnte. «Ich stelle fest», ergänzt der laufende Pedaler, «dass immer mehr Sportler nur noch auf sich schauen, aber keine organisatorischen Aufgaben mehr übernehmen möchten.»

Bütschwiler gefordert

Ein ehrenamtlicher Rickenbach-Wiler führt derzeit also für die Bike-Region Gespräche mit Veranstaltern, um im Tal der Könige den werbewirksamen Toggenburger Cup (Teilnehmer aus zehn Kantonen) zu retten. Ideal wäre – als Alternative – der Start in Niederhelfenschwil, doch die Veranstalter werden bereits mit Anmeldungen überschwemmt und haben kein Interesse signalisiert. Bei den Etappenorten des Zürcher EKZ Cup (Gossau/Andwil gehört dazu) steht die Ampel ebenfalls auf rot. Andere Thurgauer Organisatoren wissen noch nicht, ob sie ihr Rennen weiterführen.

Ein Auftakt im April 2014 mit einem topographisch nicht zu schweren, nicht zu langen (ungefähr 60 Minuten) Rennen an einem Sonntagmorgen wäre die mögliche Lösung. Bütschwil wäre von der bestehenden Infrastruktur und der Verkehrssituation in der Breite geeignet. Es müsste als Organisator nicht der bisherige RMC auftreten. Schwingfeste werden auch von Turnvereinen, Fussballclubs, Interessengruppen, Männerchören, Schützenvereinen oder Plauschgruppen veranstaltet. Hans Ziegler gibt gerne Auskunft.