Senioren bessern Weg aus

Rüstige Senioren aus der Speicherschwendi und eine Gruppe aus der St. Galler Zivilschutzorganisation stellen den historischen Schwendliger Kirchweg wieder instand – so war dies auch bereits vor 15 Jahren der Fall.

Martin Hüsler
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SPEICHERSCHWENDI/ST. GALLEN. Den zwischen Rank und Schaugen gelegenen Neuwald durchziehen etliche Bächlein. Eines dieser namenlosen Rinnsale hat den historischen Schwendliger Kirchweg in den letzten Jahren so arg in Mitleidenschaft gezogen, dass eine Sanierung immer dringlicher wurde. Auf Initiative von Alfons Wick aus der Speicherschwendi ist diese nun unter Mithilfe des Zivilschutzes der Stadt St. Gallen erfolgt.

Ziel: Kirche St. Georgen

Er wird viel begangen, dieser von der Speicherschwendi bis zur Notkersegg etwas mehr als zwei Kilometer messende Weg. Mit dem Attribut «historisch» darf er deshalb versehen werden, weil die Katholiken aus der Speicherschwendi in der Zeit nach der Landteilung Appenzells nach St. Georgen kirchgenössig waren und der Weg dorthin eben durch den Neuwald zur Hueb und weiter über Notkersegg nach St. Georgen führte. Nachdem in Speicher um 1850 herum eine Missionsstation entstanden war, entfiel für die Schwendliger Katholiken der weite Kirchgang nach St. Georgen. Das hatte zur Folge, dass der Weg dorthin mehr und mehr in Vergessenheit geriet, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen wie allmählicher Vergandung.

Gewillt, den Zerfallserscheinungen ein Ende zu setzen, ergriff 1997 der in der Speicherschwendi wohnhafte Alfons Wick die Initiative. Es gelang ihm, gleichgesinnte Schwendliger Senioren zu mobilisieren und mit dem Zivilschutz der Stadt St. Gallen – der historische Kirchweg führt praktisch ausschliesslich über städtisches Territorium – eine Partnerorganisation zu finden, aus deren Reihen im Herbst 1997 gut vier Dutzend Männer für eine Sanierung des Weges abgestellt wurden. Was in gemeinsamer Arbeit geschaffen wurde, fand damals allenthalben grosse Anerkennung

Pfad weggespült

Seither sind 15 Jahre ins Land gegangen. Die Bächlein im Neuwald, so harmlos sie bei trockenem Wetter erscheinen, entfalten nach heftigen Regengüssen aber durchaus auch zerstörerische Kraft, was sich namentlich beim Waldeingang hinter Gädmen negativ auswirkte. Dort wurde der Pfad mit der Zeit regelrecht weggespült. Aber auch die Verkrautung an den Wegrändern schritt unaufhaltsam fort.

Der immer misslicher werdende Zustand des Weges liess Alfons Wick abermals nicht ruhen. Er trommelte wieder einige tatkräftige Schwendliger Senioren zusammen und spann erneut die Fäden zum städtischen Zivilschutz. Und wie 1997 kam auf wiederum unbürokratische Weise eine Kooperation zustande.

Im Rahmen eines Zweitagekurses galt denn nun für eine Gruppe Pioniere unter der Führung von Christof Thürlemann ein eintägiger Einsatz dem historischen Kirchweg. Die aus verschiedensten Berufen stammenden Zivilschützer erwiesen sich als ausgesprochen «aacheerig» und erbrachten ihren Einsatz mit sichtlichem Eifer. Sie verlegten im Bereich des Wegübergangs Rohre, erstellten eine Furt und errichteten ein Wehr, um das Geschiebe bei intensiver Flut zurückzuhalten. Ausserdem säuberten sie die Wegränder auf einem längeren Abschnitt.

Der Kirchweg ist kein offizieller Wanderweg und deshalb auch nicht gelb markiert. Das hat unter anderem zur Folge, dass für die Unterhaltskosten nicht nach den Vorgaben des Fuss- und Wanderweggesetzes verfahren werden kann. Alfons Wick, der vorderhand persönlich begleicht, was an Kosten anfällt, hegt die Hoffnung, es lasse sich bei der Gemeinde Speicher und/oder bei der Stadt St. Gallen eine Möglichkeit finden, ein paar Franken locker zu machen.