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Semper fidelis

Brosmete
Philipp Langenegger

Seine Waffe war der Fuss. Sein Schweissfuss. Grenadier Brunner war ein zäher Hund. Ein Thurgauer auf grossem Fuss. Er hatte Schuhausziehverbot in der Kaserne. Er brachte es bis zum Feldwääbel in Isone. Sein Organ war beeindruckend, leider eine Oktave zu hoch angelegt. Brunner hatte ein grosses Herz und Humor. Bäcker von Beruf. Diesen übte er später in Amerika aus. Da verlor sich unsere Spur. 22 Jahre später erhielt ich den Auftrag, Feldwääbel Brunner aufzuspüren. Nicht ganz einfach. Brunner war im Internet nicht auffindbar. Vor wenigen Tagen lernte ich eine Frau aus dem besagten Thurgauerdorf, in dem Brunner aufgewachsen ist, in der Stuhlfabrik kennen. Sie schickte mir am Abend die Adresse und Telefonnummer seines Elternhauses. Am Telefon konnte ich unschwer Brunners Vater erkennen. Auch eine Oktave zu hoch. Ich fragte, ob er der Vater von Feldwääbel Brunner ist. «Leider», hörte ich am anderen Ende. Er war zutiefst enttäuscht von seinem Sohn. Der Hinterletzte. Unter der Gürtellinie. Für ihn gestorben. Aber ich hätte ja keine Schuld, so der Vater. Er murmelte eine Adresse und wollte aufhängen, da konnte ich ihm erklären, dass ich vor 20 Jahren mit ihm im Militär gewesen bin. Pause. Er räusperte sich. Das wäre nicht möglich, sein Sohn hätte Jahrgang 1994. «Feldwääbel Brunner wurde 1976 geboren», erwiderte ich. Herr Brunner merkte die Verwechslung und händigte mir grummelnd eine andere Telefonnummer aus. Der andere Brunner. Der im Nachbardorf. Da meldete sich eine kräftige Mutterstimme. Auch in der höheren Lage. Volltreffer. Feldwääbel Brunner war ihr Sohn. Er dürfte sich auch mal wieder zeigen, erwiderte sie. Die Mami erzählte mir, dass er ein zu teures Haus im «Pündt» gekauft habe und jetzt als Dachdecker arbeiten muss. Am gleichen Abend meldete sich Feldwääbel Brunner in der Whatsapp-Gruppe «Semper fidelis». Immer treu.

Philipp Langenegger

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