«Selewie65plus»: Kontakte zur älteren Generation fördern

HERISAU. Mit einem neuen Projekt will Pro Senectute von Appenzell Ausserrhoden die älteren Menschen besser erreichen. Immer mehr würden ihren Lebensabend in Einsamkeit verbringen, sagt Markus Gmür, Geschäftsführer von Pro Senectute.

Roger Fuchs
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Vor dem Coop Herisau erfolgte gestern der Startschuss zu «Selewie65plus». Sabrina Jaggi und Valentin Meichtry informieren mittels Flyer. (Bild: rf)

Vor dem Coop Herisau erfolgte gestern der Startschuss zu «Selewie65plus». Sabrina Jaggi und Valentin Meichtry informieren mittels Flyer. (Bild: rf)

HERISAU. Mit einem neuen Projekt will Pro Senectute von Appenzell Ausserrhoden die älteren Menschen besser erreichen. Immer mehr würden ihren Lebensabend in Einsamkeit verbringen, sagt Markus Gmür, Geschäftsführer von Pro Senectute. Armut, eingeschränkte Mobilität, ein schwacher familiärer Rahmen oder auch Migrationshintergründe würden diesen Trend verstärken. Die Folge der Einsamkeit: Oftmals haben die Menschen keine Kenntnisse von den Angeboten für die ältere Generation. Das Projekt «Selewie65plus» soll Abhilfe schaffen. Es handelt sich hierbei um ein Kooperationsprojekt mit dem Verein Selewie. Das «Selewie»-Team Sabrina Jaggi und Valentin Meichtry wird Pro Senectute dabei unterstützen, mit aufsuchender Altersarbeit die Bedürfnisse und Wünsche der älteren Bevölkerung zu erfassen. 20 000 Franken hat man gemäss Markus Gmür für das laufende Jahr budgetiert. Für dreieinhalb Jahre hat Pro Senectute das Kooperationsprojekt bewilligt.

Startschuss zum Projekt

Gestern morgen fand der Startschuss statt. Sabrina Jaggi und Valentin Meichtry haben dazu vor dem Coop in Herisau allen Interessierten Flyer verteilt mit Informationen zum Projekt. Einkaufen gehen müssten auch jene Menschen, die einsam seien, sagt Meichtry. Der gestrige Standort sei deshalb optimal gewesen, erste Leute zu erreichen. Beispielsweise sei er mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die im Altersheim Sehnsucht nach ihrer früheren Wohnung habe. Sie hätte vorgeschlagen, neue Wohnformen zu schaffen, in denen ältere und jüngere Menschen zusammenlebten und so die Älteren länger in ihrer vertrauten Umgebung bleiben könnten.

Sabrina Jaggi und Valentin Meichtry wollen in einer ersten Projektphase vor allem «ihre Ohren weit öffnen» und alles einfangen, was ihnen gesagt wird. Auch werden sie dabei bestehende Angebote vermitteln. Das Schaffen neuer Angebote steht vorerst noch nicht im Vordergrund, könnte aber in einer zweiten Phase zentral sein.

Auch direkte Hausbesuche

Nebst weiteren Aktionen im öffentlichen Raum sollen auch Arztpraxen, Alterszentren oder Clubhäuser besucht werden. Auch direkte Hausbesuche bei Älteren hat man sich auf die Fahne geschrieben.

Dass sich mit diesem Projektauftrag das Quartierzentrum Selewie letztlich zum Alterstreff wandeln könnte, verneint Meichtry. Das Offenstehen für alle Generationen und Kulturen gehöre zu ihrem Erfolg. So würden sie beispielsweise schon heute jeden zweiten Dienstag mit Pensionären kochen.