Selewie – Brücke zum Jugendzentrum

Der öffentliche Teil nach der Hauptversammlung der FDP Herisau bot eine Plattform für die Vorstellung des neugegründeten Vereins Selewie sowie des Jugendzentrums.

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Herisau. «Jugendliche fallen in Herisau immer wieder negativ auf.» Solche Schlagzeilen sind in aller Munde. Dass aber ein Grossteil der Jugendlichen nicht so ist, zeigte das Referat von Anne Barbey, der Leiterin des Jugendzentrums (JZ), welches den Sozialen Diensten unterstellt ist.

Verantwortung übernehmen

Über 20 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren arbeiten in der Betriebsgruppe des Jugendzentrums Herisau mit. Die Idee dahinter ist, Jugendliche aktiv in den Betrieb des Jugendzentrums einzubeziehen.

Damit identifiziert, können sie es nach ihren Wünschen, Bedürfnissen und Interessen mitformen und lernen gleichzeitig, Verantwortung zu übernehmen. Ältere Leserinnen und Leser dieser Zeitung erinnern sich vielleicht, dass der Besuch dieses Gebäudes an der Gossauerstrasse 59 während ihrer Jugendzeit nicht gerade goutiert oder vielleicht sogar verboten wurde. Heute ist das Gegenteil der Fall.

Auch Eltern sind, nicht unbedingt an Discoabenden, aber an speziell an sie gerichteten Events willkommen, ja sogar erwünscht.

Klare Regeln

Das JZ feiert am 3. April mit einer Birthday-Party das einjährige Bestehen. Gemäss Barbey war der Einstieg zäh, die Besucherzahlen niedrig. Doch durch Werbeaktionen in der Schule und insbesondere durch die Betriebsgruppe sei dieser Ort zum Treffpunkt für viele Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaftsschichten geworden.

Durchschnittlich seien am Samstagabend je nach Anlass bis zu 50 Personen anwesend. Das Angebot ist laut Barbey gross, die vielen Räume für Kultur, Spiel und Sport, Infothek, Café und Bar deckten verschiedenste Bedürfnisse ab. Klare Regeln seien in der Hausordnung bezüglich Gewalt, Alkohol und Drogen verankert.

Sokrates lässt grüssen

«Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.

Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer», sagte Sokrates bereits 400 v. Chr. Dass es nicht nur diese Seite der Jugend gebe, beweise die Gründung des Vereins Selewie (siehe Ausgabe vom 19. März). Jugendliche würden herumhängen und störten die Ruhe in Quartier und Schule, und die Sicherheit im öffentlichen Raum sei nicht mehr gewährleistet.

Das Ziel des Vereins Selewie sei unter anderem die Einstellung eines Jugendarbeiters als Anlaufstelle für Jugendliche und Eltern. Die Gassenarbeit soll dazu beitragen, diese Kids einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung zuzuführen, sie in ihrem Freizeitverhalten positiv zu unterstützen – und dies vor dem Eingreifen von Polizei oder Sozialamt.

«Selewie» werde hinschauen und handeln – und vielleicht etabliere sich diese Institution als Brücke zwischen Gruppierungen auf der Strasse und im Jugendzentrum Herisau. (pd)

www.jz-herisau.ch

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