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SELBSTVERSUCH - FOLGE 7: Auf der Zielgeraden vor dem Osterfest

Seit Mitte Februar haben sich die Redaktoren Anina Rütsche und Beat Lanzendorfer im Verzichten geübt. Es war nicht einfach, manchmal gar happig.
Anina Rütsche (Bild: Urs Bucher)

Anina Rütsche (Bild: Urs Bucher)

Die Fastenzeit neigt sich dem Ende zu. Das Vorhaben von Anina Rütsche und Beat Lanzendorfer hat den beiden viele schöne, wertvolle Erlebnisse beschert – zum Beispiel den Austausch mit Gleichgesinnten, von denen es erstaunlich viele gibt. An Ostern wird endlich wieder geschlemmt. Darauf freuen sich die zwei Schreiberlinge natürlich sehr, wie die aktuellen Kolumnen erahnen lassen. Die Serie endet nächste Woche mit einer Schlemmerei und einem Rückblick auf über 40 Tage Fastenzeit.

Anina Rütsche: Zischend und erfrischend

Anina Rütsche (Bild: Urs Bucher)

Anina Rütsche (Bild: Urs Bucher)

Endspurt, und ich bin froh. Froh, dass ich bald nicht mehr darüber nachdenken muss, was ich essen und trinken darf und wo ich schweren Herzens nein sagen muss. Froh, dass ich demnächst wieder zugreifen darf, wenn mir ein Dessert angeboten wird.

Natürlich bedeutet das nahe Ende der Fastenzeit nicht, dass ich bald nur noch Süsses in mich hineinstopfen werde. Aber die Aussicht, ab und zu eine Nachspeise oder Nascherei zu geniessen, finde ich verlockend. Bereits jetzt schmiede ich voller Vorfreude meine Pläne. Nach der Osternachtsmesse werde ich andächtig ein Schoggi-Ei aus seiner Aluhülle schälen und es langsam auf der Zunge zergehen lassen. Sollte ich am Ostersonntag Lust darauf haben, was höchst wahrscheinlich ist, werde ich genüsslich einen Energy Drink schlürfen. Ein Dösli meiner Lieblingssorte ist gekauft, es steht schon im Kühlschrank bereit. Ausserdem gelüstet es mich so sehr nach Vanillepudding, dass ich schon am Ostersamstag einen solchen für den Sonntag vorbereiten möchte.

Was ich nun aufgezählt habe, entspricht meinen ganz persönlichen Vorlieben. Mir ist bewusst, dass dies eine individuelle Angelegenheit ist. Viele meiner Bekannten mögen beispielsweise keine Energy Drinks, und für sie ist es demnach keine grosse Sache, darauf zu verzichten. Für mich hingegen war das Ganze eine Herausforderung, die ich zwar gerne angenommen habe, von der ich nun aber bis zum nächsten Aschermittwoch 2019 die Finger lassen werde.

Ich freue mich auf den Moment in wenigen Tagen, wenn ich die erste Dose seit eineinhalb Monaten öffnen darf. Das zischende Geräusch, der erfrischende Geschmack – das wird wunderbar! Dazu werde ich mir einige überflüssige, aber spassige Videos auf meinem Smartphone gönnen. Mit all diesen Tätigkeiten, die jetzt noch tabu sind, kann ich meinen Durchhaltewillen wohl am würdigsten feiern.

Beat Lanzendorfer: Verführung liegt bereit

Beat Lanzendorfer (Bild: Ralph Ribi)

Beat Lanzendorfer (Bild: Ralph Ribi)

Heute Donnerstag endet für mich die Fastenzeit. Habe ich vor ein paar Wochen geschrieben, wie sehr ich mich auf einen Schoggi-Osterhasen freue, hält sich diese Euphorie mittlerweile in Grenzen. Ich bin mir stand heute nicht mehr so sicher, ob ich über die Ostertage meinen Gaumen auch wirklich mit einer süssen Verführung erfreuen werde.

Zwar liegt auf meinem Bürotisch immer noch eine Packung Lindorkugeln und seit letzter Woche ist noch ein Sack Gummibären hinzugekommen. Lust, die süssen Versuchungen zu verschlingen, verspüre ich aber (noch) keine. Mein Verhalten hätte mich vor Aschermittwoch einigermassen verwundert. Stand heute erstaunt mich, wie anpassungsfähig unser Körper ist. Falls es bei mir so etwas wie Entzugserscheinungen gegeben hat, dann höchstens in den ersten zwei bis drei Tagen.
Danach hat mir mein Körper zu verstehen gegeben, wie unnötig die Einnahme von Zucker im Übermass ist. Diese Erkenntnis ist nicht neu, nur habe ich sie bisher weit weg von mir geschoben, sobald mein Auge mit Kalorienbomben konfrontiert worden ist.

Ich gehe nicht davon aus, dass ich mein Leben nun komplett umstelle und in Zukunft gänzlich auf Alkohol, Süsses und Energydrinks verzichten werde. Mir ist seit dem 14. Februar aber klar: Weniger ist mehr. Mit dieser Meinung stehe ich nicht allein da: Es ist schön, wie viele Menschen mich in letzter Zeit angesprochen haben und von ihren Erfahrungen erzählten. Allen, die sich in den kommenden Tagen dem Anflug der Versuchung nicht widersetzen können, wünsche ich schon jetzt «en Guete». Irgendwann wird sich auch bei mir der «Gluscht» wieder einstellen. Im Moment möchte ich die Zeit der Enthaltsamkeit einfach noch etwas geniessen. Wie lange mir dies gelungen ist, erfahren die Leser kommende Woche, wenn wir die Fastenserie mit einem Schlussfazit beenden.

Nach 40 Tagen Fastenzeit dürfen Redaktorin Anina Rütsche und Redaktor Beat Lanzendorfer endlich wieder bei Süssem zugreifen. (Bild: Rino Hosennen)

Nach 40 Tagen Fastenzeit dürfen Redaktorin Anina Rütsche und Redaktor Beat Lanzendorfer endlich wieder bei Süssem zugreifen. (Bild: Rino Hosennen)

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