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SELBSTVERSUCH - FOLGE 5: Nein sagen, obwohl man ja meinen würde

Die beiden fastenden Redaktoren machen sich Gedanken. Während Anina Rütsche von einem prickelnden Süssgetränk träumt, freut sich Beat Lanzendorfer über den Austausch mit all jenen, die sich derzeit ebenfalls im Verzichten üben. Und ja, besonders glücklich macht ihn die Aussicht auf Schoggikugeln, die er bereits vorsorglich gekauft und im Büro aufgestellt hat.
Während der Fastenzeit bleiben Dosen mit Energy- und Softdrinks ungeöffnet. (Bild: Fotolia)

Während der Fastenzeit bleiben Dosen mit Energy- und Softdrinks ungeöffnet. (Bild: Fotolia)

Das Fastenprojekt der Redaktoren Beat Lanzendorfer und Anina Rütsche ist nach wie vor im Gange. Beide halten seit einem Monat durch, beide wollen ihr Vorhaben bis zum Ostersonntag durchziehen. Verzichtet wird dort, wo es besonders weh tut: Bei Genussmitteln und beim Handykonsum. Nach rund einem Monat ist das Fasten beinahe alltäglich geworden. Neue Gewohnheiten haben sich eingeschlichen: Dankend ablehnen, wenn einem ein Stück vom Geburtstagskuchen angeboten wird, und dabei das Lächeln nicht verlieren. Im Restaurant anstelle von Wein oder Softdrinks stilles Wasser bestellen, und so tun, als ob nichts wäre. Nicht mehr ständig gedankenverloren auf dem Smartphone herumwischen wie all die anderen Pendler rundherum, sondern eigene Ideen haben. Bereitwillig Auskunft über diese Kapriolen geben und sich zusammenreissen – komme, was wolle. (red)


Anina Rütsche: Stille Wasser munden nie

Anina Rütsche (Bild: Urs Bucher)

Anina Rütsche (Bild: Urs Bucher)

Ich bin dabei, ein neuer Mensch zu werden. Mittlerweile schaffe ich es, im Restaurant ein Glas Wasser zu bestellen, ohne dabei zu Tode betrübt zu wirken. Wer weiss, wie innig meine Liebe zu gesüssten Sprudelgetränken ist, wird in Ansätzen nachvollziehen können, was diese Umstellung für mich bedeutet. Oh zuckerfreie Cola, oh Panaché, wie sehr ich euch vermisse! Erfrischend habt ihr einst in meinem Gaumen geprickelt. Nun betrachte ich euch aus der Ferne, wenn überhaupt, und vermisse euch.

Natürlich habe ich schon vor der Fastenzeit regelmässig Wasser getrunken, nämlich tagsüber, bei der Arbeit und beim Sport. Wenn es sich anbot, also an Feierabenden und Wochenenden, bevorzugte ich aber stets Getränke mit Geschmack, mit Aroma, mit einem gewissen Etwas. Früher habe ich mir kaum Gedanken darüber gemacht und einfach mal den ersten Schluck genommen. Nun, da ich diese Möglichkeit vorübergehend nicht habe, beginne ich, meine Gewohnheit zu hinterfragen. Warum empfinde ich stilles Wasser als so dermassen langweilig? Warum verstärkt sich dieser Eindruck, sobald ich in geselliger Runde bin? Wäre das anders, wenn ich nicht die einzige Wassertrinkerin wäre? Ja, der Verzicht fiele mir wohl leichter, wenn andere mitziehen würden. Und doch habe ich in meiner Lage einen Vorteil. Während meine Freude im Restaurant lange hin und her überlegen müssen, was sie bloss bestellen sollen, habe ich es von allen am einfachsten. «Für mich ein stilles Wasser, bitte!» Dieses mittlerweile vertraute Sprüchlein kann ich sogar aufsagen, ohne einen Blick in die Karte geworfen zu haben. (aru)

Beat Lanzendorfer: Fasten verbindet

Beat Lanzendorfer (Bild: Ralph Ribi)

Beat Lanzendorfer (Bild: Ralph Ribi)

Stimmt, das Thema hat mich in der Vergangenheit nicht interessiert. Jetzt plötzlich erstaunt mich, wie gross die Zahl derer ist, die zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag enthaltsam leben – teilweise seit Jahrzehnten.

So werde ich in öfters mit der Frage konfrontiert: «Du auch?» Das kommt dann vor, wenn ich das Angebot auf ein Glas Wein dankend mit der Begründung «ein andermal sehr gern, zurzeit aber nicht, ich faste», ablehne. Mehrfach hat sich daraus ein Gespräch entwickelt.
Ich habe dabei von Rita Gmür aus Bazenheid erfahren, dass sie seit Jahrzehnten fastet, sie die Regeln mittlerweile aber gelockert hat. «Von Süssem halte ich mich noch immer fern, ein Glas Wein gönne ich mir aber ab und zu schon. Ich hatte einfach keine Lust mehr, während der diversen Versammlungen, die während der Fastenzeit stattfinden, immer nur mit Wasser anzustossen», sagt sie lachend. «Und alles in Massen ist ja auch eine Form des Fastens».

Etwas andere Regeln hat sich Attilio Armenti aus Rickenbach auferlegt. Seit er sich erinnern kann, verzichtet er in der Fastenzeit auf den Konsum von Alkohol. Verspürt er trotzdem das Bedürfnis auf einen Schluck Bier, genehmigt er sich ein alkoholfreies.

Ich persönlich befinde mich weiterhin auf gutem Weg, die sechs Wochen ohne Süsses, Alkohol und zuckerhaltige Getränke unbeschadet zu überstehen. Heute habe ich mir sogar eine Packung Lindorkugeln gegönnt, die jetzt auf meinem Bürotisch steht, allerdings frühestens am 31. März geöffnet wird. Darauf freue ich mich schon jetzt. (bl)

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