SELBSTHILFE: Schokolade soll Klosterdach retten

Im Kloster Magdenau muss das Dach repariert werden. Um Geld dafür zu sammeln, verkaufen die Ordensfrauen Dachziegel-Schokoladen.

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Die Äbtissin, Schwester Maria Raphaela, präsentiert die Schokolade, die als Dachspende verkauft wird. (Bild: Carmen Wueest)

Die Äbtissin, Schwester Maria Raphaela, präsentiert die Schokolade, die als Dachspende verkauft wird. (Bild: Carmen Wueest)

Der Ostflügel des Klosters Magdenau ist derzeit durch ein grosses Gerüst verhüllt. Noch bis im Oktober wird das Dach saniert. Diese Arbeiten sind dringend nötig, denn das Klosterdach ist nicht mehr dicht. Bei Regen tropft es auf den Dachboden und wenn es den Klosterfrauen nicht gelingt, das eindringende Wasser mit Eimern und Blachen aufzufangen, rinnt es schnell bis in die Zellen im zweiten Obergeschoss.

Die Äbtissin, Schwester Maria Raphaela, ist froh, dass die Sanierungsarbeiten begonnen haben. Derzeit wird eine erste Etappe angegangen, weitere werden folgen, denn die Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert ist gross und die Dachfläche riesig. Schreiner Thomas Bohler, der für den Unterhalt aller Gebäude des Klosters zuständig ist, schätzt die Dachflächen des eigentlichen Klosterteils – also ohne Nebengebäude – auf 8000 Quadratmeter. Das entspricht der Dachfläche von 50 Einfamilienhäusern.

In dieser ersten Etappe werden 780 Quadratmeter Dach saniert. Dabei werden die alten defekten Ziegel entfernt, ebenso die Lattung. Das bestehende Unterdach aus Holzschindeln wird mit einem zweiten Unterdach aus Weichpavatex verstärkt und darauf die neue Lattung montiert. Thomas Bohler, der mit Hilfe eines Architekten die Dachrenovation geplant hat und nun die Arbeiten leiten, hat bei der Ziegelei Gettnau im Luzernischen insgesamt 18000 Ziegel mit einem Gesamtgewicht von 33 Tonnen bestellt. Doch mit den Ziegeln alleine ist es nicht getan. Die drei Dachgauben machen die Spenglerarbeiten anspruchsvoll, es müssen 48 Laufmeter Dachrinnen montiert werden.

Ordensschwestern sorgen für Selbsthilfe

Die finanzielle Last, die diese umfangreiche Dachsanierung für die Gemeinschaft von zwölf Ordensschwestern mit sich bringt, drückt schwer. 280000 Franken sind für die erste Etappe veranschlagt. Die öffentliche Hand hat im Rahmen von Denkmalpflege Beiträge gesprochen und auch der Administrationsrat des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen hat eine finanzielle Hilfe gesprochen. Dennoch bleiben über 200000 Franken, die das Kloster aus eigenen Mitteln decken muss. Das macht Schwester Maria Raphaela, die als Äbtissin auch für den Finanzhaushalt des Klosters verantwortlich ist, zu schaffen. Gemeinsam mit ihren Mitschwestern entschloss sie sich zur Selbsthilfe: Die Gemeinschaft liess beim benachbarten Chocolatier Munz in Flawil 2500 Tafeln Schokolade herstellen. Die Milchschokolade ist in eine eigens entworfene, in ziegelrot gehaltene Hülle verpackt und als Dachziegelspende bezeichnet. Wer eine solche Tafel Schokolade zum Preis von 10 Franken kauft, hilft dem Kloster Magdenau und tut auch sich selbst etwas Gutes. Denn Schokolade soll ja glücklich machen. (pd/sas)

Die Dachziegelschokolade ist an folgenden Orten erhältlich: • Klosterladen Magdenau, Mi und Sa, 14.30 bis 16.30 Uhr • Klosterhof Rössli, Magdenau, Di und Mi Ruhetag • Käserei Wolfertswil, Stefan Jud, Hauptstrasse 6 • Metzgerei Fürer, Flawil, Mi Nachmittag geschlossen • Verlagsladen im Verlagshaus Schwellbrunn, Mo bis Fr, 14 bis 17 Uhr Spenden kann man auch auf das Postkonto 90-661-0, Kloster Magdenau, 9116 Wolfertswil, Vermerk «Dachziegelspende».