Selbstbestimmung des Menschen respektieren

Die Schriftstellerin Margot Bickel sagt in einem ihrer Gedichte: «Dem Unausweichlichen auszuweichen, das Unabwendbare abzuwenden hiesse, das gefallene Blatt wieder an den Baum zu nageln.» Jeder Mensch weiss, dass sein Dasein nicht unendlich ist.

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Die Schriftstellerin Margot Bickel sagt in einem ihrer Gedichte: «Dem Unausweichlichen auszuweichen, das Unabwendbare abzuwenden hiesse, das gefallene Blatt wieder an den Baum zu nageln.» Jeder Mensch weiss, dass sein Dasein nicht unendlich ist. Und doch schieben wir die Gedanken an unser Ende, an kranke Tage, an die Möglichkeit, nicht mehr für sich selber entscheiden zu können, weit von uns.

Es gibt eine Lösung für diese Thematik. Sie heisst Patientenverfügung. Jeder urteilsfähige Mensch besitzt das Recht auf Selbstbestimmung. Das heisst, Sie können Ihren Willen äussern solange Sie gesund sind und können Fragen regeln, die sich stellen könnten, falls Sie aus irgendeinem Grund, sei dies Krankheit oder Unfall, urteilsunfähig werden sollten.

In einer Patientenverfügung setzen Sie Personen ein, die im Falle einer Urteilsunfähigkeit an Ihrer Stelle und in Ihrem Sinne handeln können. Sie können eine ausführliche oder eine kurze Version verwenden. Wichtig ist, dass Sie und die von Ihnen bestimmten Personen miteinander gesprochen haben. In Diskussionen können Sie Ihren Standpunkt vertreten und Ihre Wünsche äussern. Die Erfahrung zeigt, dass das Erstellen einer Patientenverfügung ein Prozess ist. Man muss bedenken, dass die Verfügung in gesunden Tagen erstellt wird, zum Einsatz kommt sie erst, wenn die Person nicht mehr selber entscheiden kann. Das bedingt eine grosse Auseinandersetzung mit sich selber, mit seinem Leben. Wertvorstellungen erhalten eine neue Dimension. Es ist nicht immer einfach, zum Beispiel seinen Kindern zu sagen, was man in kranken Tagen möchte. Das Gegenüber macht auch eine Entwicklung mit, die nicht unterschätzt werden darf. Die Vorstellung, plötzlich an Stelle der Mutter, des Vaters zu entscheiden, ist für viele Menschen im Moment eine Überforderung und braucht Zeit, um zu lernen damit umzugehen.

Es kann sinnvoll sein, sich beraten zu lassen und mit einer Fachperson zusammen die verschiedensten Patientenverfügungen anzuschauen und in aller Ruhe zu entscheiden, welche für Sie persönlich sinnvoll ist.

Helena Hohermuth,

Sozialarbeiterin/Gerontologin

Pro Senectute Toggenburg

und Wil

Beratung gewünscht? Beratungsgespräche können bei der zuständigen Regionalstelle vereinbart werden: Pro Senectute, Rickenstrasse 28, 9630 Wattwil, 071 987 66 40.