Selbst Kraft im Glauben gefunden

KIRCHBERG. Seit dem 1. August ist Jürgen Kaesler in der Gemeinde Kirchberg als Pastoralassistent tätig. Er konnte in den wenigen Tagen bereits viele Leute aus der Gemeinde kennenlernen. Sein erster Eindruck von Kirchberg ist durchwegs positiv.

Martina Signer
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Jürgen Kaesler ist neuer Pastoralassistent in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg. (Bild: Martina Signer)

Jürgen Kaesler ist neuer Pastoralassistent in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg. (Bild: Martina Signer)

In der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg gab es Turbulenzen. Jürgen Kaesler, der am 1. August seine Tätigkeit als Pastoralassistent aufgenommen hat, weiss davon, sagt aber: «Die Sympathie zu den anderen Mitarbeitern in der Seelsorgeeinheit war von Anfang an da.» Jetzt gelte es, die Sacharbeit in den Vordergrund zu stellen und «allfällige Verletzungen aus der Vergangenheit» zu verabschieden. Schon im Bewerbungsverfahren habe er gemerkt, dass sich die zuständigen Personen der Kirchenbehörden sehr für ihn als Mensch interessierten. Das habe ihm gefallen und gezeigt, dass man sich für eine gute Zusammenarbeit einsetze. Für ihn sei ausserdem von Beginn weg klar gewesen, dass er sich selbst ein Bild von der Situation in der Seelsorgeeinheit machen wollte. Bis jetzt sei sein Eindruck sehr gut, das unmittelbare Umfeld stimme, die Grundlagen für eine positive Entwicklung seien gegeben.

Direkte und offene Jugend

Jürgen Kaesler fühlt sich sichtlich wohl in seiner neuen Tätigkeit. Auch wenn er erst einige Tage im Amt ist. «Es war für mich ein guter Einstieg, dass ich die Leute hier an Veranstaltungen in lockerem Rahmen kennengelernt habe», sagt er. So war er beispielsweise schon mit den Ministranten auf einem Ausflug. Seine erste Unterrichtsstunde an der Oberstufe hat er bereits abgehalten. Er ist erfreut, wie viele Jugendliche er schon beim Ministrantenausflug gesehen hat. Er nimmt aber auch gerne kritische Fragen an. «Die offene und direkte Art von Jugendlichen schätze ich sehr. Sie hinterfragen die Religion und fordern mich als Seelsorger heraus.» Sowieso schätze er die Arbeit mit Menschen. Er hat ein offenes Ohr und will seinen Schwerpunkt auf die Familienseelsorge legen, da er selbst Vater ist. Seine diesbezüglichen Erfahrungen helfen ihm bei der Arbeit. Sein Vorgänger, Pfarrer Alfred Germann, habe andere Schwerpunkte gesetzt, und er schätze dessen Arbeit. So habe jeder seine Fähigkeiten, die er als Seelsorger einbringen könne.

Ein offenes Ohr bieten

Jürgen Kaeslers Worte wirken überlegt und besonnen. Er nimmt sich Zeit für seine Antworten, während er im gemütlichen Sprechzimmer des Pfarramts Kirchberg sitzt. Sein Büro sei noch nicht ganz eingerichtet, erklärte er eingangs entschuldigend. Auf dem Bürotisch verteilt liegen viele Stapel von Dokumenten. Die Arbeit scheint vielfältig zu sein. «Genau das reizt mich an der Aufgabe», sagt Kaesler, der als Jugendlicher schon gerne in der Bibel las und im Glauben Kraft und Orientierung fand. Die Vielfalt der Arbeit als Pastoralassistent gefalle ihm und der Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen. Bis jetzt habe er «sehr schöne» Kontakte knüpfen können. Er habe sich in der Schule vorgestellt und tue dies demnächst auch in Senioreneinrichtungen. Während Jugendliche die Religion eher kritisch betrachten würden, seien die älteren Leute stark im Glauben verankert.

Schon in seiner Tätigkeit in Rüthi, wo er gut zehn Jahre als Seelsorger tätig war, sei er mit ganz verschiedenen Problemen in Kontakt gekommen. Verwitwung und Krankheit seien bei Senioren die häufigsten. Zuhören sei in diesen Situationen das, was Gläubigen am besten helfe. Und ein offenes Ohr will er auch den rund 4000 Katholiken in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg bieten.