Sek-2-Lehrer wollen mehr Rechte

Wie viel zentrale und wie viel autonome Steuerung verträgt die Schule? Das war die wichtigste Frage, mit der sich die Konferenz der Sekundarstufe 2 am Dienstag an der Kantonsschule Trogen befasste.

Drucken

TROGEN. Ihre Tagung widmeten die Kantonsschullehrkräfte weitgehend der Vernehmlassung zum neuen Gesetz über die Mittelschulen und die tertiäre Bildung (MtBG). Dabei stand erwartungsgemäss die Rolle des Konvents im Fokus des Interesses. Im Rahmen der Stufenkonferenz wurde zudem die Hauptversammlung der Konferenz der Kantonsschullehrkräfte (KKK) durchgeführt.

Schulgesetzgebung entflechten

«Mit der Schaffung einer Gesetzgebung für die Mittelschule und die tertiäre Bildung wird ein weiterer Schritt zur Entflechtung der Bildungsgesetzgebung von Appenzell Ausserrhoden vollzogen», erklärte Martin Annen, Leiter des Amtes für Mittel- und Hochschulen, den Handlungsbedarf für dieses neue Gesetz. Dieser Entflechtungsprozess begann im Jahr 2007 mit dem kantonalen Berufsbildungsgesetz und zielt darauf ab, den jeweiligen Bildungsstufen und Bildungsinstitutionen einen gesetzlichen Rahmen zu geben, der besser auf ihre Eigenheiten abgestimmt ist. Das Schulgesetz aus dem Jahr 2000 ist lediglich als Rahmengesetz konzipiert.

Konventsrechte stärken

Hans Fässler, Englischlehrer an der Kantonsschule Trogen, referierte zum Thema «Rolle des Konvents mit Blick auf andere Kantone» und zeigte dabei auf, dass in diversen Kantonen die Konventsrechte und damit die Rechte des Lehrkörpers weitergehen als im vorliegenden Vernehmlassungsentwurf. Es werde eine wichtige Aufgabe der KKK sein, in ihrer Vernehmlassungsantwort für mehr Autonomie einzustehen. In sechs Arbeitsgruppen befassten sich die Lehrkräfte eingehend auch mit den Detailfragen zum neuen Mittelschulgesetz.

Illusionen und Realität

Die Realität liege wohl zwischen zwei Polen der Illusion, bemerkte René Langenegger, Präsident der KKK zu Beginn der Tagung. Es gäbe die technokratische Illusion, die glaube, man könne mit Management-Instrumenten den Unterricht nachhaltig beeinflussen. Papier allein aber sei so geduldig, dass nicht zwingend qualitative Änderungen herbeigeführt würden. Zu viel Bürokratie und Administration berge zudem die Gefahr, wertvolle Energie zu verschwenden. Andererseits warnte er vor der romantischen Illusion, die davon ausgehe, dass Lehrkräfte auch im 21. Jahrhundert alles mit viel Hingabe und Idealismus bewältigen könnten. Und die Realität? Kooperatives Aushandeln verbindlicher Ziele begünstige wohl am ehesten reflektiertes Handeln und qualitative Verbesserungen im Unterricht. Kooperation bedinge, dass mindestens zwei Seiten offen aufeinander zugehen.

René Langenegger

Aktuelle Nachrichten