Seit Jahren eine guide-bleu-Küche

Ein Blick auf die Landkarte des Gastroführers zeigt, dass die Dichte an guide-bleu-Restaurants im Toggenburg nicht sehr gross ist. Im guide-bleu 2011 sind vier Toggenburger Betriebe gelistet. In der Ausgabe 2008 waren es noch neun.

Katharina Rutz
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Kurt Scheiwiller ist mit seinem «Ochsen» in Neu St. Johann schon seit Jahren im Gastroführer guide-bleu aufgeführt, auch in der Ausgabe 2011. (Bild: Katharina Rutz)

Kurt Scheiwiller ist mit seinem «Ochsen» in Neu St. Johann schon seit Jahren im Gastroführer guide-bleu aufgeführt, auch in der Ausgabe 2011. (Bild: Katharina Rutz)

Toggenburg. «Rundum perfekt» – was will man mehr. Der Restauranttester des Gastroführers guide-bleu ist voll des Lobes für das Restaurant Stump's Alpenrose in Wildhaus. «Herausragender, persönlicher Einsatz für eigene und regionale erntefrische Küchenzutaten. Wild aus eigener Jagd. Zuvorkommender Service mit ansteckender Freundlichkeit», so das Fazit. Dafür gibt es die Bewertung «AA».

Neben dem Wildhauser Seminarhotel sind auch noch drei weitere Toggenburger Restaurants im guide-bleu aufgeführt. Im Neckertal ist es das «Rössli» Mogelsberg, zu dem es heisst: «Angenehmes Tafeln im historischen, ehemaligen Gerichtsgebäude. Die Präsenz regionaler Spezialitäten der biologischen Gourmetküche ist kaum zu übertreffen. Vor allem die inspirierten Dessertkreationen runden die hervorragend mundenden Menüs ab».

Im unteren Thurtal erhielt der «Bären» Mosnang ein «A», wo der Gast «nach dem kulinarischen Genuss, vom ambitionierten Chef mit saisonalen Frischprodukten mit Liebe zubereitet, nicht hungrig vom Tisch geht». Der Tester des «Bären» genehmigte sich wohl nach dem Essen auch noch einen Schnaps, denn er schreibt im Gastroführer: «Die Preise sind so moderat, dass man sich als Absacker gern noch einen der vielen Grappas einverleibt».

Seit Jahren dabei

Schliesslich darf sich auch der «Ochsen» in Neu St. Johann, wo Kurt Scheiwiller seit 31 Jahren den Kochlöffel führt, eine guide-bleu-Plakette an die Wand hängen. Seit etwa 15 Jahren ist er schon im guide-bleu und dessen Vorgänger gelistet. «Tradition als Erfolgsrezept», schreibt denn auch der Gastroführer über den «Ochsen». Und: «Highlights für Kenner sind Urchiges wie zum Beispiel Kalbsmilken, Nierli, Kutteln, Ochsenmaulsalat – mit Fleisch aus der Hausmetzgerei. Dazu saisonale Themenwochen. Preise wie Portionen stimmen.» Der Nutzen der Nennung im Gastroführer hält sich nach Ansicht von Kurt Scheiwiller jedoch in Grenzen. «In der Region ist man ohnehin bekannt und die Gäste wissen, was sie erwarten können. Doch die nationale Marktpräsenz im Gastroführer ist hilfreich, um neue Gäste anzuziehen, die vielleicht im Toggenburg Ferien machen oder beruflich hier sind», sagt er. Den Standard des «Ochsens» hat Kurt Scheiwiller nicht extra auf die Tester des Gastroführers ausgerichtet. «Als Koch und Wirt darf man ohnehin nicht einschlafen, sondern muss sich ständig den Essgewohnheiten anpassen und neue Erkenntnisse umsetzen. Zum Beispiel gibt es aktuell einen Trend zur leichteren Küche», so Scheiwiller. Was es brauche, sei die Intuition mit den auf dem Markt erhältlichen Produkten ein Menu zu kreieren, das den Gästen gefällt. Im Jahr 2008 war laut Gastroführer nicht Stump's Alpenrose das Beste, was das Toggenburg zu bieten hat, sondern zwei andere Betriebe: Die «Post» in Ebnat-Kappel und die «Krone» in Wattwil erhielten ein «AA». Beide sind von der guide-bleu-Liste verschwunden. Die «Krone» ist seit Oktober 2010 geschlossen. In der «Post» in Ebnat-Kappel gibt's neu Poulet.

2008 noch neun

Waren es 2008 noch neun Toggenburger Restaurants mit guide-bleu-Standard sind es heute noch vier. «Die Gastroszene verändert sich laufend», sagt dazu Kurt Scheiwiler. Auch ohne Vorkommen im Gastroführer sei es möglich, erfolgreich eine Nische zu besetzen.