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Lästig und lustig – seit 50 Jahren

Die Gruppe für Innerrhoden (GFI) kann dieses Jahr auf ein halbes Jahrhundert politischer Tätigkeit zurückblicken. An einer Feier erinnern sich die Exponenten an Kämpfe, Erfolge und Niederlagen.
Karin Erni
Alt Bundesrat Arnold Koller (rechts) verdankt seine politische Karriere zu einem guten Teil der GFI. (Bild: Karin Erni)

Alt Bundesrat Arnold Koller (rechts) verdankt seine politische Karriere zu einem guten Teil der GFI. (Bild: Karin Erni)

«Es ist zwar nicht alles geraten in den 50 Jahren, aber zum einen oder anderen haben wir den Anstoss gegeben», sagt Josef Manser. Der Gontner führt die Gruppe für Innerrhoden (GFI) mit einem achtjährigen Unterbruch seit insgesamt 27 Jahren.

Der erste politische Erfolg der GFI war wohl auch einer der grössten. Die Gruppierung, die damals noch «Jungbürger AI» hiess, portierte 1971 den ziemlich unbekannten Arnold Koller als Nationalratskandidaten. Der Coup gelang: Die Landsgemeinde wählte den HSG-Professor an Stelle des von offizieller Seite portierten Guido Ebneter.

Frauenstimmrecht als zentrales Anliegen

Weniger erfolgreich waren die Anstrengungen zur Einführung des Frauenstimm- und wahlrechts. Diese Forderung gehörte zu den zentralen Anliegen der GFI. Einen ersten Anlauf machte sie mit der Unterstützung der Initiative von Ratsherr Josef Anton Koller 1969. Ein Jahr später unternahm die Gruppierung einen erneuten Anlauf für die Einführung des obligatorischen Frauenstimm- und -wahlrechts in Kirche und Schule. 1973, zwei Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts auf Bundesebene, lancierte die Partei die Initiative für das Frauenstimmrecht auf Kantonsebene, die aber wiederum abgelehnt wurde.

«Je mehr wir gekämpft haben, desto mehr haben die Innerrhoder gebockt.»

erinnert sich Josef Manser an diese Zeit. Schliesslich gelang der GFI doch noch ein letzter Streich: Nachdem das Frauenstimmrecht 1990 erneut Schiffbruch erlitten hatte, reichten die GFI-Mitglieder Mario Sonderegger und Ursula Baumann staatsrechtliche Beschwerden beim Bundesgericht ein. Dies und das Begehren von Theresa Rohner, an der Landsgemeinde teilnehmen zu dürfen, führten dazu, dass in Innerrhoden das Stimm- und Wahlrecht für Frauen auf Bezirks- und Kantonsebene eingeführt werden musste.

Humor als Waffe eingesetzt

Neben den Frauenrechten setzte sich die GFI für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit ein. «Wir waren der Zeit 30 Jahre voraus», sagt Edi Moser, der erste Grossrat der GFI. «Vieles, was wir damals forderten, ist heute verwirklicht.» Erreicht wurde es aber oft durch zermürbende Kämpfe. Wer sich gegen das Establishment stellte, war persönlichen Anfeindungen ausgesetzt, wie an diesem Abend aus den Erzählungen mehrerer Parteiveteranen hervorgeht. Gar von «Feudalherrschaft» ist die Rede. Aus heutiger Sicht Selbstverständliches wie die Gewaltentrennung musste hart erkämpft werden, erinnert sich Josef Manser.

«Die Standeskommission sass damals im Grossen Rat und weil sie zu neunt waren, konnten sie manches Geschäft zu ihren Gunsten beeinflussen.»

Weil im Ring und im Ratssaal nicht immer alles gelang, brachte man einige Anliegen an der Fasnacht unters Volk. So bringt die GFI seit 41 Jahren die Fasnachtszeitung «Appenzeller Vasnachsfreund» heraus. Zehn Jahre hatte die Gruppierung gar eine eigene Guggenmusik.

Hauptversammlung mit Abschieden

An der Jubiläumsversammlung galt es, die Stelle des zurückgetretenen Aktuars Armin Jud zu besetzen. Er hat das Amt seit 2012 bekleidet. Die Mitglieder wählten für ihn den 30-jährigen Samuel Fritsche aus Schlatt. Er war bisher Ersatzrevisor. Diese Aufgabe übernimmt neu Paul Zeller.

Präsident Josef Manser ehrte die zurückgetretene Grossrätin Barbara Wettmer für ihre Tätigkeit in Parlament und Staatswirtschaftlicher Kommission. Sie bleibt dem Vorstand erhalten. Die Jahresrechnung der GFI schloss mit einem Gewinn von knapp 1400 Franken. Der Mitgliederbeitrag wurde von 40 auf 50 Franken erhöht.

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