Hinterland
Ärger wegen Schneemassen auf Privatparkplatz: Nun will ein Urnäscher Anzeige erstatten

Ein privater Parkplatz verhindert nicht immer, dass das Fahrzeug im Winter «eingepfadet» wird. Weil sein Camper unter den Schneemassen begraben ist, will ein Urnäscher rechtliche Schritte einleiten.

Karin Erni
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Hans Preisig aus Urnäsch will den Verursacher der Schneemauer einklagen.

Hans Preisig aus Urnäsch will den Verursacher der Schneemauer einklagen.

Bild: Karin Erni

Hans Preisig aus Urnäsch staunte nicht schlecht, als er dieser Tage sein Wohnmobil inspizieren wollte. Das Fahrzeug, das er seit mehr als einem Jahr auf einem Parkplatz hinter dem ehemaligen Restaurant Anker abgestellt hat, ist bis über die Motorhaube hinaus im Schnee eingegraben. Es sind viele Kubikmeter und der Schnee ist durch den Wärmeeinbruch ziemlich kompakt. Ein Durchkommen zum Fahrzeug ist unmöglich. «Ich bezahle für diesen Platz einen ordentlichen Mietpreis. Das geht doch nicht, dass man so viel Schnee auf einem Privatgrundstück deponiert.»

Suche nach dem Schuldigen

Das Fahrzeug sei eingelöst und wintertauglich. Wenn er es nicht selber brauche, leihe er es gelegentlich aus, sagt Preisig. «Ich befürchte Schäden, wenn es so lange unter den Schneemassen begraben ist und nicht fahren kann. Der Aufbau ist teilweise aus Holz, das verträgt die Feuchtigkeit schlecht.» Ausserdem enthalte der dreckige Schnee von der Strasse Streusalz, das die Karosserie angreife.

Hans Preisig vermutet eine böse Absicht hinter der Aktion. Er habe bereits eine Anzeige bei der Polizei machen wollen. «Doch der Posten hat nur Montag und Mittwoch geöffnet.» Ob der Kanton oder die Gemeinde für die Schneeräumung zuständig ist, weiss er nicht. Leider sei der Vermieter derzeit nicht erreichbar und er müsse sich selbst um die Angelegenheit kümmern. «In den kommenden Tagen ist wieder Schneefall angesagt. Dann kommt eine neue Schicht darauf.»

Die Gemeinde war es nicht

Urnäschs Gemeindepräsident Peter Kürsteiner sagt auf Anfrage, dass die Bindlistrasse eine Gemeindestrasse sei. Durch die Schneeräumung der Gemeinde sei aber lediglich die «Made» an der Bindlistrasse entstanden. «Das wird überall so gemacht.» Der grösste Teil der Schneemauer, in die das Wohnmobil eingepackt ist, stamme von einer Privatperson, die den Parkplatz beim ehemaligen Restaurant Anker geräumt und den Schnee dort zu einem Haufen zusammengeschoben hat. «Wer das war, weiss ich aber nicht.»